Region: Arktis

Reiseziele: Grönland, Spitzbergen

Name: Eisbär (Ursus maritimus)

Körpergröße: 2-2.5 Meter

Gewicht: 400–700 kg

Verbreitungsgebiet: Die Arktis

Schutzstatus: gefährdet

Ernährung: ihre Hauptnahrung sind Robben; fressen auch Moschusochsen, Rentiere, Vögel und Vogeleier, Krebstiere, Walkadaver, Walrosse, Karibus, andere Eisbären, Pflanzen.

Erscheinungsbild: Weiß und gelblich-weiß mit schwarzen Nasen.

Aus Angst den Eisbär zu verärgern, weigerte sich die Lappländer seinen Namen auszusprechen. Sie nannten ihn stattdessen „Alter Mann im Pelzmantel“ oder „Gottes Hund“. Die Inuit bezeichnen sie als die „Umherziehenden“. Die Keten, ein Volksstamm aus Sibirien, nennen Sie „Großvater“. Erst 1774 benannte ihn der britische Kommandant C.J. Phipps als Ursus maritimus, der „Seebär“. Nordmänner, Russen, Dänen oder indigene Völker - wer immer sie auch waren, welchen Namen sie dem Eisbär auch gaben, sie taten dies immer mit Respekt.
 

 

Was fressen sie?

Die Hauptnahrungsquelle der Eisbären sind Bart,- und Ringelrobben. Eisbären sind nicht besonders schnellfüßig, stattdessen schleichen sie sich geschickt an ihre Beute an. Sie können große Distanzen schwimmen und folgen dabei ihren starken Geruchssinn um Robben zu finden, die sich zum Luft holen um Öffnungen im Meereis versammeln. Die Bären können nicht schnell genug schwimmen um einer entkommenen Robbe im Wasser zu folgen. Stattdessen warten sie gerne bei einem Atemloch der Robben, manchmal stundenlang bis eine unglückliche Robbe ihren Kopf aus dem Wasser zeigt und der Bär sie auf das Eis ziehen kann. Befinden sich die Robben schon auf dem Eis, wird sich der Eisbär etwa 90 Meter entfernt von ihnen hinlegen und sie beobachten. Wenn die Robben ruhig liegen bleiben, wird er sich weiter anschleichen, immer gegen die Windrichtung, bis er 10 Meter entfernt von seiner Beute ist und dann attackiert. Die Nahrung eines erwachsenen Eisbären konzentriert sich auf den kalorienreichen Speck und die Haut der Robben. Das proteinreiche Fleisch wird meist den Jungtieren überlassen. Während des Sommers, wenn das Eis geschmolzen ist und die Robben somit einfachen Zugang zur Atemluft haben, müssen die Eisbären manchmal monatelang von ihren Fettreserven zehren. Zu Zeiten dieser Hungersnöte sind Eisbären bekannt dafür alles zu fressen, einschließlich gefährlichen Mülls wie Styropor, Gummi und giftige Flüssigkeiten. Während dieser Zeit werden die Eisbären versuchen am Land lebende Beute zu fangen, wie zum Beispiel Moschusochsen, die viel schwieriger zu fangen sind wie Robben auf dem Eis.

Sind sie soziale Tiere?

Eisbären sind in der Regel Einzelgänger, die ganz alleine große Entfernungen in der Arktis zurücklegen. Wenn sie doch einem anderen Bären begegnen, hängt die soziale Interaktion weitgehend von der Situation ab.

  • Wenn Nahrung zur Verfügung steht, wird der unterwürfige Bär sich den dominanten Bär in Windrichtung nähern und vorsichtig seine Nase berühren, somit um Erlaubnis fragen die Beute zu teilen. Die Erlaubnis wird in der Regel erteilt.
  • Wenn es nicht gerade Paarungszeit ist, werden zwei Eisbären die sich treffen recht freundlich zueinander sein, eventuell Spiel-Kämpfe ausfechten und sogar in der Nacht zusammen kuscheln.
  • Wenn ein erwachsenes Männchen sich einer Mutter, die ihre Jungen schützt, nähert, wird die Mutter ihren Kopf senken und kurze Angriffe machen um das Männchen zu verjagen.

Wie schnell können sich Eisbären bewegen?

Ein herumwandernder Eisbär geht in etwa 5 km pro Stunde. Diese Geschwindigkeit wird um die Hälfte verringert, wenn es sich um einen Mutter mit Jungtiere handelt. Ein Eisbär kann auch richtig schnell laufen, mit 40 km pro Stunde. Im Vergleich wäre dies aber eine niedrige Geschwindigkeit für ein galoppierendes Pferd. Da die Tiere eher wuchtige sind, verbrauchen Eisbären beim Sprinten eine enorme Menge an Kalorien. Tatsächlich berechnete ein norwegischer Wissenschaftler namens Nils Are Øritsland, dass ein Eisbär der länger als 10 Sekunden sprintet die verbrauchten Kalorien durch das fressen seiner erlegten Beute nicht mehr zurückgewinnt. Eisbären schwimmen ähnlich wie Hunde und mit einer Geschwindigkeit von 10 km pro Stunde. Ihre Körper haben einen hohen Auftrieb, sie können erstaunliche Distanzen schwimmend zurücklegen. National Geographic zeigten in einer Studie das der Schwimmstreckenrekord eines Eisbären bei 426 Meilen (ohne Pause) liegt.

Wie sehen die Paarungsrituale von Eisbären aus?

Die Paarung findet im späten Frühling statt, meist im April oder Mai. Ein Männchen (ab einem Alter von 6 Jahren) folgt den Duftspuren eines fruchtbaren Weibchens (ab einem Alter von 4 oder 5 Jahren). Dabei werden sie oft in heftige Kämpfe mit anderen Männchen verwickelt und tragen Narben und auch manchmal abgebrochene Zähne davon. Das siegreiche Männchen paart sich mit dem Weibchen eine Woche lang. Danach frisst sich das schwangere Weibchen so viel Fett als möglich an um ihr Gewicht zu verdoppeln. Etwa im August oder September gräbt sich das Weibchen eine Höhle an Land (niemals auf Eisschollen). Dann verfällt das Weibchen in einem Zustand ähnlich einem Winterschlaf. Sie schläft nicht die ganze Zeit, ihre Körpertemperatur ist nicht so niedrig wie bei einem richtigen Winterschlaf, aber ihr Herzschlag verlangsamt sich von durchschnittlich 45 Schlägen pro Minute auf 25 Schläge. Die Jungtiere (im Durchschnitt 2) werden zwischen November und Februar geboren. Die Neugeborenen sind blind und wiegen in der Regel rund 1 kg. Die Familie bleibt versteckt in der Höhle, die Jungen trinken die Muttermilch bis irgendwann Mitte Februar bis Mitte April. Sie verbringen noch 10 bis 15 Tage in der Nähe der Höhle, bis die Babys genügend Erfahrung mit der Außenwelt haben und dann langsam zurück zu den Robbenjagdgründen zu gehen.

Wie lange leben Eisbären?

Eisbären leben im Durchschnitt um die 25 Jahre. Im Alter sind sie meist zu schwach um noch richtig jagen zu können und verhungern meist.

Wie viele Eisbären gibt es heute?

Der World Wildlife Fund schätzt, dass es etwa 20.000 bis 25.000 Eisbären in freier Wildbahn gibt.

Haben Eisbären Feinde?

Junge Eisbären können Wölfe oder erwachsenen männlichen Bären zum Opfer fallen. Erwachsene Eisbären können verletzt werden durch andere Eisbären (Männchen die um Paarungsrechte kämpfen) und größere Tiere, die sie vergeblich versucht haben zu jagen, wie Moschusochsen. Wie bei den meisten Tierarten in der Arktis, ist die größte Gefahr der Mensch. Klimaveränderungen haben das Packeis reduziert, folgend müssen Eisbären längere Strecken schwimmen um aus dem Wasser zu kommen und nicht zu Ertrinken.

Greifen Eisbären Menschen an?

Eisbären vermeiden im Allgemeinen den Kontakt mit Menschen, aber da sich die Eisbedingungen weiter verschlechtern werden sie immer weiter von der Arktis verdrängt in Richtung menschlichen Siedelungen. Die Bären die regelmäßigen Kontakt mit menschlichen Siedlungen haben, suchen sich ihre Nahrung auf Müllhalden. Robben sind eine viel leichtere Beute, mit einem viel höheren Lohn für die Mühe. Gefährliche Begegnungen mit dem Menschen sind selten; aber, wenn sie hungrig genug sind, können Eisbären in der Tat Menschen angreifen und fressen. Da immer mehr Packeis schmilzt, wird mit einer Erhöhung dieser Begegnungen gerechnet.

Eisbären Video (PLA05-16, Nordspitzbergen) durch Vedat Mihmat 

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