PLA27-26, trip log, Falklandinseln, Südgeorgien und Antarktis

by Oceanwide Expeditions

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Logbuch

Tag 1: Einschiffung

Einschiffung
Datum: 19.01.2026
Position: 54°48.6’S / 068°17.8’W
Wind: SW7
Wetter: Sonnig
Lufttemperatur: +11

Endlich! Die meisten von uns sind um die halbe Welt gereist, um nach Ushuaia zu kommen. Wir verbrachten den Tag mit den letzten Vorbereitungen für das große Abenteuer. Der Hafen der kleinen argentinischen Stadt ist voller Kreuzfahrtschiffe. Wir spazierten den Pier entlang, bis wir unser kleines blaues Schiff zwischen den anderen Giganten entdeckten. Als wir am Nachmittag an Bord der Plancius gehen konnten, wurden wir herzlich vom Expeditions- und Hotelteam begrüßt, das uns zu unseren Kabinen führte, bevor wir etwas Freizeit hatten, um das Schiff zu erkunden.

Nachdem alle Gäste an Bord waren, wurden wir in die Lounge eingeladen für eine kurze Vorstellung unserer Expeditionsleiterin Ali und unseres Ersten Offiziers Don. Bevor das Schiff den Hafen verlassen durfte, mussten wir alle an einer obligatorischen Sicherheitsübung teilnehmen. Anschließend gab es einen Begrüßungsdrink und eine Ansprache von Kapitän Matei, mit dem wir auf eine großartige Reise anstießen. Alex, der Hotelmanager, erzählte uns etwas mehr über das Schiff, und Ali stellte kurz das Expeditionsteam vor. Aufgrund starker Winde verzögerte sich unsere Abfahrt um zwei Stunden und wir verließen Ushuaia schließlich am Abend. Das Team nutzte die Gelegenheit, um uns unsere Gummistiefel auszuhändigen, damit wir uns auf See nicht darum kümmern müssen, falls wir mit den Bewegungen des Schiffes zu kämpfen haben. Nach einem ersten köstlichen Abendessen an Bord der Plancius konnten wir die wunderschöne Landschaft rund um den Beagle-Kanal genießen, während die Sonne spektakulär über den schroffen Gipfeln Patagoniens unterging. Das Abenteuer kann beginnen...

Tag 2: auf See in Richtung Falklandinseln

auf See in Richtung Falklandinseln
Datum: 20.01.2026
Position: 53°57.7’S / 064°01.1’W
Wind: NW7
Wetter: teils bewölkt
Lufttemperatur: +7

Nachdem wir Ushuaia später als geplant verlassen hatten, passierten wir in der Nacht den Beagle-Kanal. Heute morgen wachten wir weit entfernt vom Festland auf. Zunächst fühlte es sich etwas seltsam an, in einem Bett zu liegen, das sich bewegt, und von neuen Geräuschen und Klängen umgeben zu sein. Aber wir waren alle erschöpft und dankbar, etwas Ruhe zu finden. Die See bewegte die Plancius ziemlich und einige von uns machten ihre ersten Erfahrungen mit Seekrankheit. Andere spürten davon überhaupt nichts – die Glücklichen! Der Wind brachte zahlreiche Seevögel mit sich – darunter unsere ersten Albatrosse. Wir beobachteten sie, wie sie dem Schiff mühelos folgten, ohne mit den Flügeln zu schlagen. Da die Außendecks wegen des Windes geschlossen waren, kamen wir auf die Brücke, um frische Luft zu schnappen und den Kapitän, den wachhabenden Offizier und Vollmatrosen kennenzulernen. Das Expeditionsteam war ebenfalls dort, erklärte und zeigte uns interessante Dinge.

Am Morgen erzählte uns unsere Expeditionsleiterin Ali mehr über die Falklandinseln, die unsere erste Station auf dieser Reise waren. Sie hat dort 15 Jahre lang gelebt und das Leben und die Gemeinschaft dort aus erster Hand kennengelernt. Wenig später stellte uns Charlotte die Wale und ihre Biologie vor. Bislang hatten wir noch keine gesehen, aber wir hielten alle die Augen offen.

Am Nachmittag lieβ der Wind etwas nach, sodass wir alle etwas aktiver sein und die Aussicht und die frische Luft genießen konnten. Sogar die Sonne kam für eine Weile heraus. Schwarzbrauenalbatrosse, Riesensturmvögel, Dunkelsturmtaucher und andere Seevögel folgten dem Schiff weiterhin, während Matthias und Annina jeweils einen Vortrag über ihre Biologie hielten und darüber, was einen Seevogel zu einem Seevogel macht.

Da wir am nächsten Tag an Land gehen wollten, mussten wir an einem obligatorischen Briefing teilnehmen, um zu lernen, wie man sicher in die Zodiacs ein- und aussteigt und wie man sich an Land verhält. Ali erklärte die Pläne für morgen. Es sollte auf die Insel New Island gehen, sofern Wind und Wetter dies erlauben. Wir konnten es kaum erwarten, morgen loszuziehen und hofften auf gute Bedingungen, die es uns ermöglichen, an Land zu gehen und die Falklandinseln zu entdecken.

Tag 3: New Island

New Island
Datum: 21.01.2026
Position: 51°45.9’S / 061°27.2’W
Wind: SW5
Wetter: teils bewölkt
Lufttemperatur: +10

Nach einem ganzen Tag auf See hatten wir alle gut geschlafen und freuten uns schon sehr darauf, auf den Falklandinseln an Land zu gehen. Die Falklandinseln sind ein Archipel, das aus zwei Hauptinseln (Ost- und Westfalkland) und 778 kleineren Inseln besteht. Das Archipel liegt im Südatlantik, etwa 400 Meilen vom südamerikanischen Festland und 850 Meilen nördlich des südlichen Polarkreises entfernt. Der veröffentlichte Plan für diesen Tag sah zwei Landungen auf einer Insel namens New Island vor. New Island liegt am westlichen Ende des Falkland-Archipels. Dramatische Klippen stehen im Kontrast zu geschützten Sandbuchten und natürlichen Häfen. New Island hat eine große Konzentration und Vielfalt an Wildtieren. Die Insel, ein Naturschutzgebiet, gehört dem New Island Conservation Trust, der sich ausschließlich durch Spenden trägt, um Naturschutz und Forschung zu finanzieren.

Gleich nach einem guten Frühstück bot uns unser Expeditionsteam eine erste Landung direkt neben der Siedlung an, die aus nur wenigen Häusern besteht. Das schöne Museum und ein Souvenirladen waren nur wenige Meter entfernt. Der Landeplatz war ein wunderschöner Sandstrand. Wir gingen bergauf und durchquerten die ganze Insel, um eine gemischte Kolonie von Felsenpinguinen, Schwarzbrauenalbatrossen und Kaisermöwen zu besuchen. Es war erstaunlich, so viele Vögel auf so kleinem Raum dichtgedrängt zu sehen. Es war laut und wirklich interessant, all die Interaktionen zwischen und innerhalb der Arten zu beobachten. Es war auch ein geschäftiger Ort, an dem erwachsene Vögel von ihrer Futtersuche zurückkehrten.

Das Expeditionsteam hatte zusammen mit dem lokalen Führer Tim eine schöne Route zu den interessantesten Orten in dieser Gegend markiert. Wir alle genossen die Zeit an Land an diesem wunderschönen Ort inmitten der Tierwelt. Zurück am Strand mussten wir alle unsere Stiefel reinigen, was nicht einfach war und ziemlich lange dauerte.

Nach einer kurzen Mittagspause fuhr das Brückenteam die Plancius zum North Harbour, einem weiteren schönen und geschützten Anlegeplatz. Schon die Fahrt mit dem Zodiac war spektakulär, da wir von einer Gruppe Peale-Delfine begleitet wurden.

Wieder einmal herrschten perfekte Bedingungen mit Sonnenschein und nur leichtem Wind. Die Zodiacs fuhren zu einem langgestreckten Sandstrand, der Ausgangspunkt für die Wanderungen war. Es war ein schöner Spaziergang über Gras. Hier und da konnten wir Magellan-Pinguine sehen, die direkt neben ihren Höhlen standen, ihrem Brutplatz. Auf unserem Weg zur anderen Seite der Insel kamen wir an einer Kolonie von Eselspinguinen vorbei, deren Küken bereits groß waren und gerade begannen, ihr Daunengefieder zu verlieren. Wir näherten uns einem wunderschönen Sandstrand, an dem die Pinguine von ihren Futtersuchen zurückkehrten und über einen einzigen Pfad zu ihren Brut- oder Nistplätzen gelangten. Es war absolut magisch, die Pinguine auf dem weißen Sand zu sehen, im Hintergrund das blaue Wasser und den klaren blauen Himmel. Auch auf dieser Seite der Insel waren wieder Delfine zu sehen.

Der andere Ort, den wir zu Fuß erreichen konnten, war eine Kolonie von Schwarzbrauenalbatrossen zusammen mit Felsenpinguinen. Es handelte sich um eine steile Klippe und eine canyonartige Struktur, die es den Pinguinen ermöglichte, diesen Ort zu erreichen. Die Albatrosse nisteten oben auf der Klippe, aber auch auf der exponierten Seite in tieferen Lagen. Auch sie hatten bereits recht große Küken, die das Nest vollständig füllten. Zurück an der Anlegestelle erlebten wir eine echte Ebbe, das Wasser war weit entfernt von der Stelle, an der wir zuerst Land betreten hatten. Es war sehr flach, und die Zodiacs holten uns in der Mitte der Bucht ab, hundert Meter vom trockenen Sandstrand entfernt.

Auf dem Weg zu unserem nächsten Ziel kamen wir an einer großen Gruppe von Seiwalen vorbei, die in diesen fischreichen Gewässern vor den Falklandinseln auf Futtersuche waren. Als wir den Horizont absuchten, konnten wir sogar noch viele weitere Tiere entdecken, die in der Ferne nur durch ihre deutlichen Fontänen zu erkennen waren. Es war ein fantastischer Tag gewesen, der mit einem wunderschönen Sonnenuntergang auf Meereshöhe endete. Wenig später war auch der Halbmond zu sehen.

Tag 4: Stanley

Stanley
Datum: 22.01.2026
Position: 51°41.2’S / 057°50.9’W
Wind: NW5
Wetter: teils bewölkt
Lufttemperatur: +10

Wir wachten zu einem weiteren wunderschönen Tag auf den Falklandinseln auf. Während des Frühstücks segelten wir noch immer zwischen kleineren und größeren Inseln mit weißen Sandstränden und kleinen Felsvorsprüngen hindurch. Als wir durch die Meerenge fuhren, um unser heutiges Ziel Stanley zu erreichen, sahen wir mehrere vor Anker liegende Fischfangschiffe, die auf Kalmare spezialisiert sind. Wie wir gestern erfahren haben, ist die Tintenfisch-Fischerei eine wichtige Einnahmequelle auf den Falklandinseln. Nach dem Frühstück brachte uns das Expeditionsteam mit den Zodiacs an Land. Wir landeten an einem kleinen Steg und konnten Stanley auf eigene Faust erkunden.

Die Stadt hat nur etwa 3000 Einwohner, bietet aber alles, was die Bevölkerung braucht, und auch einige Souvenirläden für diejenigen unter uns, die etwas mit nach Hause nehmen möchten. Wir verbrachten den ganzen Vormittag damit, durch die Stadt zu spazieren, die Sonne zu genießen, das Dockyard Museum zu entdecken und die Wärme des Tages aufzunehmen. Zur Mittagszeit waren wir bereit, wieder an Bord der Plancius zu gehen. Ein männlicher und ein weiblicher südamerikanischer Seelöwe hielten ein Nickerchen auf dem Steg. Wir konnten den Größenunterschied zwischen den beiden deutlich sehen.

Am Nachmittag erzählte uns Ali von ihrer Zeit auf den Falklandinseln während der Corona-Pandemie. Sie verbrachte den größten Teil der Pandemie auf der abgelegenen Sea Lion Island.

Später gab das Expeditionsteam einen Überblick über Torf, Erosion und Tussock-Gras sowie über die Seiwale, die wir gestern nach unserer Abfahrt von New Island gesehen hatten.

Nach dem Abendessen konnten wir in der Lounge einen Drink genießen und Albatrosse und andere Seevögel beobachten, die uns in der untergehenden Sonne folgten.

Tag 5: auf See Richtung Südgeorgien

auf See Richtung Südgeorgien
Datum: 23.01.2026
Position: 52°19.1’S / 051°08.8’W
Wind: NW6
Wetter: Sonnig
Lufttemperatur: +10

Unser Tag begann mit einem Weckruf unserer Expeditionsleiterin Ali, der uns auf einen weiteren Tag auf See einstimmte. Kurz darauf versammelten wir uns im Speisesaal, um ein entspanntes Frühstücksbuffet zu genießen, das uns Zeit gab, richtig wach zu werden und uns auf den bevorstehenden Tag vorzubereiten. Später am Vormittag trafen wir uns in der Lounge zu einer Einführung über Südgeorgien. Ali gab uns einen faszinierenden Überblick über die Insel, ihre Geschichte, Wirtschaft und unglaubliche Tierwelt. Dieser Vortrag bereitete uns auf das vor, was wir von unserer Zeit an diesem abgelegenen und bemerkenswerten Ort erwarten konnten.

Wir blieben in der Lounge, um mehr über Robben zu erfahren. Obwohl wir bereits während unserer Zeit auf den Falklandinseln einige gesehen hatten, erweiterte Charlotte unser Wissen über diese Meeressäuger und erklärte ihr Verhalten, ihre Anpassungen und die Herausforderungen, denen sie im Südlichen Ozean gegenüberstehen.

Nach einem lehrreichen Vormittag begaben wir uns zum Mittagessen in den Speisesaal, genossen eine Pause und tauschten uns über alles aus, was wir bisher gelernt hatten.

Am Nachmittag kehrten wir in die Lounge zurück, um der Präsentation von Marcelo und Esther über Sir Ernest Shackleton und die Endurance-Expedition zuzuhören. Beide erzählten auf englisch und deutsch die unglaubliche Geschichte von Shackletons Versuch im Jahr 1914, den antarktischen Kontinent zu durchqueren, und hoben dabei die Führungsqualitäten, die Widerstandsfähigkeit und die Entschlossenheit hervor, die diese Expedition legendär gemacht haben.

Später am Tag entspannten wir uns bei einer Vorführung der BBC-Dokumentation „Iceworlds“ in der Lounge – eine willkommene Gelegenheit, um sich zu erholen und gleichzeitig weiter in die Welt der Pole einzutauchen. Als der Abend näher rückte, schlossen wir uns dem Expeditionsteam zur täglichen Nachbesprechung an, reflektierten die Höhepunkte des Tages und hörten uns die Pläne für den nächsten Tag an. Wir beendeten den Tag mit gutem Essen, guter Gesellschaft und einer wachsenden Vorfreude auf die bevorstehende Reise.

Tag 6: auf See Richtung Südgeorgien

auf See Richtung Südgeorgien
Datum: 24.01.2026
Position: 52°59.9’S / 044°14.2’W
Wind: WNW3
Wetter: Nebel
Lufttemperatur: +5

Ein weiterer Tag auf See. Die antarktische Konvergenzzone empfing uns und versuchte, Südgeorgien vor unseren Augen zu verbergen. Der Nebel erlaubte uns nicht, mehr als 100 Meter vom Bug entfernt etwas zu sehen. Am Vormittag waren alle damit beschäftigt, sich um ihre Biosicherheit zu kümmern. Zunächst gab es eine obligatorische Einweisung. Dann trafen wir uns in der Lounge und brachten unsere gesamte Außenausrüstung mit, um sie mit Hilfe der Guides gründlich zu überprüfen. Nach ein paar Stunden waren wir bereit und sauber genug, um auf der erstaunlichen Insel zu landen, die irgendwo jenseits des Nebels auf uns wartete.

In einem der Sessel, am Fenster im vorderen Teil der Lounge auf der Backbordseite, flüsterte ein weiser Mann seiner Gitarre etwas zu, und dann hörten wir eine leise Melodie, die wir nicht ganz erkennen konnten, die uns aber langsam beruhigte.

Am Nachmittag hielt Ali einen umfassenden Vortrag über Pinguine. Alle Arten wurden ausführlich erklärt, was sehr hilfreich war, um das Verhalten dieser Vögel zu verstehen, die nicht fliegen, aber auf unglaubliche Weise schwimmen können.

Zur Teezeit sorgte eine kurze Dokumentation über die Tierwelt in den Polarregionen für gute Stimmung und führte zu freundlichen Gesprächen mit den anderen Gästen.

Vor dem Abendessen gab es unsere tägliche Zusammenfassung und die Vorfreude wuchs, dass wir in den nächsten Tagen wunderschöne Landschaften und Tierwelten mit eigenen Augen sehen würden.

Ich glaube, dass jeder Tag einzigartig ist.

Mit den Worten von L. R. Knost:

„Das Leben ist wunderbar. Und dann ist es schrecklich. Und dann ist es wieder wunderbar. Und zwischen dem Wunderbaren und dem Schrecklichen ist es gewöhnlich und alltäglich und routinemäßig. Atme das Wunderbare ein, halte durch das Schreckliche hindurch durch und entspanne dich und atme während des Gewöhnlichen aus. Das ist einfach das Leben – herzzerreißend, seelenheilend, wunderbar, schrecklich, gewöhnlich. Und es ist atemberaubend schön.“

Denkt daran, wir dürfen keine Sekunde verlieren, jeder Moment zählt!

Tag 7: Elsehul und Right Whale Bay

Elsehul und Right Whale Bay
Datum: 25.01.2026
Position: 54°00.8’S / 037°58.5’W
Wind: WNW4
Wetter: teils bewölkt
Lufttemperatur: +15

Endlich Südgeorgien! Als wir uns der Nordspitze der Insel näherten, lichtete sich der Nebel und wir sahen Berge und Eisberge. Die zerklüfteten Gipfel waren von Nebelschwaden umhüllt und wir entdeckten die ersten Königspinguine im Wasser.

Südgeorgien ist eine lange, schmale Insel, die für ihre erstaunliche Tierwelt, ihre zerklüfteten Berge und ihre tief eingeschnittene Küste bekannt ist. Sie erstreckt sich über 170 km von Ost nach West, wobei der Mount Paget mit 2.935m der höchste Berg ist. Die Insel wurde erstmals 1675 von Anthony de la Roché gesichtet und später 1775 von Kapitän James Cook vermessen und für Großbritannien beansprucht. Im 19. und frühen 20. Jahrhundert entwickelte sie sich zu einem Zentrum für Robben- und Walfang, insbesondere in Grytviken. Heute lebt die kleine ganzjährige Bevölkerung der Insel in King Edward Point, wo sich eine Forschungsstation der British Antarctic Survey befindet.

Als wir in die kleine Bucht Elsehul („Elses Bucht“, benannt von norwegischen Walfängern) im Nordwesten der Insel einfuhren, ließen wir alle 10 Zodiacs zu Wasser und begannen unsere erste Zodiac-Fahrt der Reise. Der steile Strand und die hohen Klippen beherbergten Hunderte von Antarktischen Seebären und See-Elefanten sowie zahlreiche Königspinguine. Die Seebärenbabys spielten in den Wellen, während die großen See-Elefanten am Ufer schliefen. Das Wetter war gut und wir blieben zwei Stunden lang in den Booten, bevor wir zum Mittagessen zum Schiff zurückkehrten, während wir uns für unsere erste Landung auf der Insel in Richtung Right Whale Bay begaben.

Die Bedingungen waren perfekt, und wir wurden an Land von einer Kakophonie aus Geräuschen Tausender und Abertausender Seebären und Pinguinen begrüßt. Die Seebären können territorial und aggressiv sein, aber eine strenge Stimme und erhobene Hände reichen in der Regel aus, um sie zum Umdenken zu bewegen. Die Jungtiere sind verspielt und neugierig. Der Königspinguin mit seinem charakteristischen bunten Schnabel und Hals ist die zweitgrößte Pinguinart, bis zu 1 m groß und 10-15 kg schwer. Die Küken waren flaumig grau und teilweise schon im Federnwachstum. Wir verbrachten drei Stunden an Land, beobachteten, genossen und fotografierten die unglaubliche Tierwelt, bevor wir zum Abendessen, einer Schiffsfahrt in der Bay of Isles und dem Anschauen unserer Bilder zum Schiff zurückkehrten. Was für ein fantastischer erster Tag auf Südgeorgien!

Tag 8: Salisbury Plain und Fortuna Bay

Salisbury Plain und Fortuna Bay
Datum: 26.01.2026
Position: 54°00.8’S / 037°58.5’W
Wind: N6
Wetter: teils bewegt
Lufttemperatur: +12

Ein weiterer Tag im Paradies begann mit dem Weckruf unserer lieben Expeditionsleiterin Ali. Der veröffentlichte Plan für die Aktivitäten am heutigen Vormittag sah vor, in der Salisbury Plain anzulanden, wo eine große Königspinguinkolonie mit 60.000 Brutpaaren lebt. In der Nacht hatte unser Plancius-Brückenteam das Schiff aus der Bay of Isles hinaus gesteuert. Die Bedingungen sahen gut aus, und als wir uns näherten, wurde das Wetter besser. Außerhalb der Bucht war es ziemlich neblig, aber je näher wir kamen, desto besser wurde die Sicht. Nach dem Frühstück bot uns unser Expeditionsteam nach einer Beurteilung der Bedingungen an Land eine Landung in der Salisbury Plain an. Wir betraten das Land auf einer weiten, ebenen Fläche, die durch den Rückzug des Grace-Gletschers entstanden war, den wir im Hintergrund zwischen riesigen Bergen sehen konnten. Direkt hinter dem grauen Sandstrand befand sich grünes, kurzes Gras, das wie ein Golfrasen aussah, aber an dieser Stelle von Seebären und Königspinguinen bevölkert war. Wir machten uns auf den Weg zur Kolonie, der zweitgrößten Pinguinkolonie in Südgeorgien. Auf dem Weg dorthin gab es viele Fotomotive mit wunderschönen Landschaften in Kombination mit Wildtieren. In der Nähe der Kolonie trafen wir auf die ersten Küken, die teilweise ziemlich lustig aussahen. Es überraschte uns nicht, dass diese Pinguine mit den langen braunen Daunenfedern früher für eine eigene Art gehalten wurden. Wir wissen jetzt, dass diese niedlichen Küken bald ihr flauschiges Daunenkleid verlieren und zu wunderschönen, farbenprächtigen Königspinguinen heranwachsen werden. Es war beeindruckend, eine so riesige Kolonie mit unzähligen Pinguinen zu sehen. Einige brüteten Eier aus, andere bewachten wahrscheinlich kleine Küken, und die großen braunen Küken befanden sich dazwischen. Außerdem sahen wir Pinguine in der Mauser. Wir hatten jeden Moment an Land genossen und freuten uns schon auf den Nachmittag.

In den frühen Nachmittagsstunden lief die Plancius in die Fortuna Bay ein. Diese Bucht ist ein 6 km langer Fjord, der zum Herzen des zerklüfteten Landesinneren von Südgeorgien führt. Wir standen vor einem spektakulären Panorama mit hohen Bergen rundherum und dem massiven König-Gletscher im Hintergrund. Unser Expeditionsteam beurteilte die Bedingungen und legte die Route für uns fest. Als sie starteten, sah es gut aus, aber dann frischte der Wind auf und mit ihm auch die Wellen, sodass Ali beschloss, eine Weile zu warten, in der Hoffnung, dass sich die Bedingungen verbessern und es ruhiger wird. Wir hatten immer noch einige Wellen, aber die Fahrt zum Ufer mit unseren erfahrenen Fahrern war möglich und angenehm. Direkt neben der Anlegestelle, auf Felsvorsprüngen, befanden sich Dutzende kleiner Seebären, und an höheren Stellen lagen faul die See-Elefanten, überall im Hintergrund Tussockgras. Wir folgten alle dem Sandstrand mit seinen schönen kleinen Buchten, in denen Pinguine und Robben in den Wellen spielten. Im inneren Teil der Fortuna Bay befand sich ein massiver Eisberg, der wahrscheinlich auf dem Grund im flachen Wasser lag. Die markierte Route führte uns zu zwei Aussichtspunkten, von denen aus wir eine Königspinguinkolonie, grünes Gras, den Gletscher und hohe, spitze Berge im Hintergrund überblicken konnten. Auf dem Weg zu diesen weit entfernten Punkten mussten wir mehrere Schmelzwasserbäche überqueren, die aus den nahe gelegenen Bergen kamen. Die Pinguine, aber auch die Seebären schienen diese Bäche zu mögen, sie versammelten sich in großer Zahl. Auch die Südgeorgien-Spitzschwanzente, eine endemische Art dieser Insel, war an kleinen Seen anzutreffen. Wir alle genossen die Landschaft und die Wanderungen inmitten der Tierwelt. Das Expeditionsteam bat uns schließlich jedoch, zum Landeplatz zurückzukehren, da der Wind in der Bucht zugenommen hatte. Am Landeplatz bereiteten wir uns auf einen nassen Transfer zum Schiff vor. Die erfahrenen Zodiac-Fahrer brachten uns zurück, es war in der Tat sehr nass und wir alle kosteten das Salzwasser der Fortuna Bay. Es war ein außergewöhnliches Erlebnis, das wir nie vergessen werden, die Teamarbeit war großartig, und alle kamen sicher zurück. Wir verließen die Fortuna Bay und verbrachten die Nacht an der Nordküste.

Tag 9: Godthul und Grytviken

Godthul und Grytviken
Datum: 27.01.2026
Position: 54°15.1’S / 036°13.8’W
Wind: SE1
Wetter: bewölkt
Lufttemperatur: +7

Wir begannen unseren Tag früh am Morgen und machten uns auf den Weg nach „Godthul“. Der Name dieses Ortes stammt von norwegischen Walfängern und bedeutet übersetzt „Gute Bucht“. Bei unserer Ankunft hingen die Wolken tief über den Hügeln dieser alten Gletscherbucht. Nachdem wir am Strand gelandet waren, stiegen die meisten von uns den steilen Hügel hinauf, durch das Tussockgras, umgeben von Wildtieren. Wir ließen die Königspinguine, Seebären und See-Elefanten am Strand zurück und stiegen weiter hinauf, um die Eselspinguinkolonie zu erreichen. Für viele von uns war dieser Aufstieg sehr erfolgreich, da wir den endemischen Südgeorgien-Pieper entdeckt haben. Mit dieser Motivation kletterten wir weiter, um die höher gelegene Eselspinguinkolonie zu erreichen und hatten die Gelegenheit, diese Pinguine zu beobachten. Einige von uns wollten lieber mit dem Zodiac in der Bucht von Godthul herumfahren und wir näherten uns zwei größeren Eisbergen in der Bucht, um die herum Antarktische Seebären spielerisch um das Zodiac schwammen.

Nachdem alle wieder an Bord waren, machten wir uns auf den Weg zu unserem Nachmittagsziel in Grytviken. Während der Mittagspause reinigten wir alle unsere Ausrüstung erneut, wie wir es seit unserer Ankunft in Südgeorgien getan hatten. Bei unserer Ankunft wurden wir von den Behörden von King Edward Point kontrolliert und erhielten 100% in Biosicherheit! Das bedeutete, dass wir an Land gehen konnten, um die historische Walfangstation von Grytviken zu besuchen. Als wir ankamen, bahnten wir uns alle unseren Weg durch die verstreuten Seebären zum Friedhof von Grytviken. Wie es sich gehört, besuchten die meisten von uns das Grab von Sir Ernest Shackleton und stießen mit einem Glas Whisky auf ihn an. Nachdem wir diesem großen Entdecker die Ehre erwiesen hatten, machten wir uns auf den Weg zu den rostigen Walfangmaschinen und den alten Gebäuden in Grytviken. Wir alle schlenderten durch die verlassene Station und betrachteten die Relikte dieses historischen Ortes. Viele besuchten das Museum, um sich über die Geschichte von Grytviken zu informieren und viele nahmen an einer geführten Tour teil, bei der weitere Informationen über die Geschichte und das Leben der Walfänger und Robbenjäger vermittelt wurden. Als der Tag zu Ende ging, klarte es auf und wir hatten einen blauen Himmel über uns mit großartiger Abendstimmung in der King Edward Bucht. Sobald wir zur Plancius zurückkehrten, konnten wir den Grillduft auf dem Außendeck riechen. Der Tag endete mit einem köstlichen Abendessen im Freien und alle genossen das Essen und die Getränke draußen auf dem Deck mit einem wunderschönen Blick auf die Umgebung von Grytviken.

Tag 10: St. Andrews Bay, Gold Harbour, Drygalski Fjord

St. Andrews Bay, Gold Harbour,  Drygalski Fjord
Datum: 28.01.2026
Position: 54°29.1’S / 035°56.4’W
Wind: NW5
Wetter: bewölkt
Lufttemperatur: +4

Die Plancius verbrachte die ganze Nacht auf offener See und am Morgen näherten wir uns St. Andrew’s Bay. Diese Bucht beherbergt die größte Königspinguinkolonie mit nicht weniger als 250.000 Brutpaaren. Die weite Bucht ist vollständig dem offenen Meer ausgesetzt und wir konnten ziemlich hohe Wellen sehen. Unser Expeditionsteam überprüfte jedoch die Bedingungen an der Landungsseite. Sie machten sich auf den Weg, während wir noch frühstückten. Nach einer Weile kehrte das Expeditionsteam mit einem mit Wasser gefüllten Boot zurück und teilte uns mit, dass eine Landung aufgrund der brechenden Wellen am Strand leider nicht möglich sei. Aber statt einer Landung lud Ali uns zu einer Schlauchbootfahrt ein. Wir machten uns auf den Weg und erkundeten den etwa 3 km langen Strand, der mit Pinguinen und See-Elefanten übersät war. Im Hintergrund ragten hohe Berge mit Wolken auf den Gipfeln und zwei massive Gletscher namens Cook- und Heaney-Gletscher empor. Wir alle hatten viel Spaß in den Zodiacs und genossen den Anblick der Königspinguine, die in großer Zahl im Wasser und in erstaunlich großer Zahl an Land zu sehen waren. Wir fuhren in den großen Wellen, manchmal verschwanden die Zodiacs sogar in den tiefsten Stellen der Wellen.

Zurück auf der Plancius fuhren wir weiter nach Gold Harbour in der Hoffnung, an diesem Strand anlegen zu können. Auf dem Weg dorthin fuhren wir hinaus auf das offene Meer, blieben aber auf dem Schelf, einem offensichtlich sehr produktiven Gebiet. Schon von weitem sahen wir viele Blase. Als wir näherkamen, waren wir von Buckelwalen umgeben, von denen einige ganz nah an das Schiff herankamen. Ein unglaubliches Erlebnis auf dem offenen Meer.

Unser Expeditionsteam machte sich mit zwei Zodiacs und der gesamten Ausrüstung, die sie für die Vorbereitung einer Landung benötigten, auf den Weg. Nach einer Weile erhielten wir die Nachricht, dass es nicht sicher sei, an dieser Stelle zu landen. Auch hier brechen riesige Wellen am Strand, da der Wellengang aus einer für uns ungünstigen Richtung in die Bucht rollt. Gold Harbour ist jedoch einer der schönsten Orte auf Südgeorgien mit einem riesigen Hängegletscher namens Bertrab-Gletscher. Da wir uns fast am südlichen Ende der Insel befanden, beschloss unser lieber Expeditionsleiter Ali, in den Drygalski-Fjord, ein 14 km langes Fjordsystem, zu fahren. Als wir hineinfuhren, betraten wir eine völlig neue Welt. Hohe Berge zu beiden Seiten, Gletscher und kahle Felsen, das Wasser war strahlend blau. In diesem Fjord gab es nichts Grünes. Allerdings sahen wir viele schöne Schneesturmvögel. Alle genossen die Fahrt, und ganz hinten im Inneren feierten wir den schönen Tag, aber auch die vergangenen Tage mit Sekt auf dem Sonnendeck hinter der Brücke. Später war es leider Zeit umzukehren, den Drygalski-Fjord und damit Südgeorgien zu verlassen und Kurs auf die Antarktis zu nehmen.

Tag 11: Auf See Richtung Antarktis

Auf See Richtung Antarktis
Datum: 29.01.2026
Position: 56°14.4’S / 039°46.7’W
Wind: W7
Wetter: bewölkt
Lufttemperatur: +5

Der Tag begann um 7:45 Uhr mit dem sanften Weckruf unserer Expeditionsleiterin Ali. Es war ein weiterer Tag auf See und die Aufregung stieg langsam, als wir uns dem weißen Kontinent näherten. Bald darauf folgte das Frühstück im Speisesaal, wo ein reichhaltiges Buffet allen genügend Zeit ließ, um in den Morgen zu starten und sich bei einer Tasse Kaffee auszutauschen.

Gegen Mittag versammelten wir uns in der Lounge, um mehr über Eis zu erfahren, während wir stetig weiter nach Süden segelten. Wir konnten es bereits entlang der Strecke sehen, kleine Hinweise darauf, dass die Antarktis nicht mehr nur ein Punkt auf der Karte war. Karolines Vortrag verlieh der gefrorenen Welt, die sich um uns herum bildete, eine ganz neue Dimension der Wertschätzung.

Später am Vormittag nahm uns Sven mit auf eine geologische Reise durch die Falklandinseln und Südgeorgien. Da wir diese Inseln bereits zu Beginn der Reise erkundet hatten, war es faszinierend zu hören, wie Zeit, Tektonik und Natur die rauen Landschaften geformt hatten, die uns so gut gefallen hatten.

Das Mittagessen wurde um 12:30 Uhr serviert und bot eine willkommene Pause und die Möglichkeit, vor den Aktivitäten am Nachmittag neue Energie zu tanken.

Am Nachmittag sprach Charlotte über das Fressverhalten von Walen und knüpfte dabei an die unglaublichen Begegnungen mit Buckelwalen an, die wir glücklicherweise miterleben durften. Mehr darüber zu erfahren, wie sie nach Krill suchen, machte diese Momente auf See noch besonderer – und gab uns anschließend viel Gesprächsstoff. Zur gleichen Zeit hielt Annina einen Vortrag auf Deutsch über Krill, der die Grundlage allen tierischen Lebens hier im Südlichen Ozean bildet. Dabei erzählte sie uns überraschende und interessante Details über diese kleinen Meeresbewohner, die wir gar nicht für möglich gehalten hätten.

Als der Tag sich dem Ende zuneigte, machten wir es uns in der Lounge gemütlich, um eine Dokumentation über die Endurance-Expedition anzusehen – eine angenehme Art, den späten Nachmittag zu verbringen, während das Schiff seine Reise nach Süden fortsetzte. Wir ließen den Tag mit dem Recap ausklingen, bei dem das Expeditionsteam die Höhepunkte des Tages Revue passieren ließ und die Pläne für den nächsten Tag vorstellte, sodass wir uns gut informiert und gespannt auf das bevorstehende Abenteuer fühlten. Um 19:00 Uhr folgte das Abendessen, das einen weiteren zufriedenstellenden Abschluss eines Tages voller neuer Erkenntnisse, guter Gesellschaft und der stillen Vorfreude darauf bildete, der Antarktis immer näher zu kommen.

Tag 12: Auf See Richtung Antarktis

Auf See Richtung Antarktis
Datum: 30.01.2026
Position: 58°12.2’S / 045°38.2’W
Wind: WNW5
Wetter: Nebel
Lufttemperatur: +4

Während der Nacht fuhr die Plancius weiter in Richtung Süden. Wir stellten die Uhren wieder auf argentinische Zeit um, sodass wir eine Stunde länger schlafen konnten. Nach dem Frühstück setzten wir unser Vortragsprogramm fort, beginnend mit dem Krill-Vortrag von Annina, diesmal auf englisch, gefolgt von einem Überblick über die Geschichte Südgeorgiens von Marcello. Der Wind wehte weiterhin mit einer Geschwindigkeit von 20 bis 30 Knoten, und die Wellen waren immer noch 2 bis 3 Meter hoch, mit einigen Ausreißern von 4 bis 5 Metern.

Nach dem Mittagessen sahen wir alle den beeindruckenden Dokumentarfilm über die Entdeckung von Shackletons Schiff Endurance im Jahr 2022, genau 100 Jahre nach ihrem Untergang. Der Film endete mit einer Szene von Shackletons Grab in Grytviken, genau an der Stelle, an der wir vor drei Tagen standen. Die fünf Männer in dem 23 Fuß langen Rettungsboot James Caird brauchten 14 Tage für die 1500 km lange Reise von Elephant Island nach Südgeorgien, eine Strecke, die wir heute in drei Tagen mit einem ganz anderen Schiff und mit allem modernen Komfort zurücklegen.

Eine Tradition auf den Südgeorgien-Reisen ist die Auktion zugunsten des South Georgia Heritage Trust. Zu den angebotenen Artikeln gehörten sieben Postkarten mit Bildern unserer Reise, gemalt von Deborah, ein Pinguin-Armband und ein gravierter Flachmann, ein Buch und eine Flasche Shackleton-Whiskey, beide signiert von Dr. John Shears, dem Expeditionsleiter der Suchmission Endurance22, und Nico Vincent, dem Expeditionsleiter für Unterwasseraktivitäten. Außerdem wurden die Möglichkeit, den Weckruf am Morgen zu übernehmen, die Flagge vom Bug und die Möglichkeit, einen Tag lang als Guide mit dem Expeditionsteam mitzufahren, zum Verkauf angeboten.

Tag 13: Auf See Richtung Antarktis

Auf See Richtung Antarktis
Datum: 31.01.2026
Position: 60°20.4’S / 052°23.3’W
Wind: W5
Wetter: teils bewölkt
Lufttemperatur: +3

Nach dem Frühstück hielt Annina einen Vortrag mit dem Titel „Willkommen in der Antarktis” und erzählte uns dabei von vielen wunderbaren Dingen, die wir an unserem nächsten Reiseziel sehen werden. Der weiße Kontinent rückt immer näher.

Später lud uns Sven in die Lounge ein, um uns etwas über die Geschichte der Plattentektonik der Antarktis und die Entstehung dieses besonderen Kontinents zu erzählen. Es war sehr hilfreich zu verstehen, was nach der Kontinentalverschiebung geschah, als alle Kontinente Teil eines Superkontinents namens Gondwana waren.

Küchenchef Ralf verriet uns einige seiner vielen Geheimnisse und Erfahrungen, wie er es schafft, für eine so große Gruppe von Menschen köstliche Mittag- und Abendessen zuzubereiten. Er betonte, wie wichtig eine gute Logistik und die Beschaffung frischer Vorräte und Proviant sind, die Verteilung verschiedener Aufgaben in der Küche und die Zubereitung der Menüs unter Berücksichtigung nicht nur des Geschmacks der Passagiere, sondern auch der Haltbarkeit der Lebensmittel, um Lebensmittelverschwendung zu minimieren und inwieweit das Wetter eine wichtige Rolle spielt.

Der Wettlauf zum Südpol ist einer der interessantesten und intensivsten Momente in der Geschichte der Antarktis. Charlotte (englisch) und Esther (deutsch) erzählten uns, wie Amundsen und Scott ihre eigenen Pläne zur Erreichung des Südpols umsetzten und verglichen dabei beide Routen, Ausrüstung, Methoden, Teams, Vorräte und schließlich ihre Ziele und Ergebnisse. Leider starben Scott und seine letzten vier Begleiter, nachdem sie den Südpol erreicht hatten, in dem Wissen, dass Amundsen das Rennen gewonnen hatte.

Cicero sagte, dass das Vermächtnis der großen Verstorbenen darin besteht, im Geist der Lebenden präsent zu sein. Ich bin mir sicher, dass die Geister von Amundsen, Scott und Shackleton mit uns an Bord der Plancius gereist sind.

Um 17:30 Uhr sichteten wir Clarence Island mit ihrer typischen bergigen Silhouette, die uns einen ersten Eindruck von der antarktischen Landschaft vermittelte. Nicht viel später tauchte Elephant Island vor uns auf.

Der Kapitän beschloss, näher heranzufahren, bis wir das Denkmal von Luis Pardo sehen konnten, dem chilenischen Kapitän, der die 22 Besatzungsmitglieder der Endurance rettete, die dort lebten und auf ihren Boss und die Hilfe warteten, die Shakleton ihnen versprochen hatte, bevor er im April 1916 Point Wild in Richtung Südgeorgien verließ.

Dieser großartige Anführer gab nie auf, bis seine Männer nach vier Versuchen gerettet wurden. Es ist fast unmöglich, sich die Strapazen vorzustellen, die sie alle während der fast zwei Jahre dauernden Expedition erdulden mussten, aber sie haben es geschafft! J

etzt verstehe ich, wie recht Albert Einstein hatte, als er die Relativitätstheorie entwickelte. Diese Männer erlebten sicherlich lange Tage der Traurigkeit und ebenso viele Tage, an denen sie an der Hoffnung festhielten, dass eine bessere Zukunft kommen würde. Für sie könnte das Ewige in ihren Momenten der Trauer eine Minute gewesen sein, und dann, so flüchtig wie dieses ewige Warten auch gewesen sein mag, als sie sahen, dass sie endlich gerettet werden würden.

Während des Abendessens wurden einige Geburtstage gefeiert. Die Stewards, angeführt von Maria, sorgten dafür, dass wir uns so glücklich fühlten wie in unserer Jugend.

Tag 14: Antarktis

Antarktis
Datum: 01.02.2026
Position: 63°06.4’S / 056°58.7’W
Wind: 1
Wetter: teils bewölkt
Lufttemperatur: +4

Als wir morgens aufwachten, war die Plancius auf dem Weg zum Antarctic Sound. Nach dem Vortrag von Marcelo über die schwedische Antarktisexpedition versammelten wir uns alle draußen an Deck, um die ersten riesigen Eisberge vorbeiziehen zu sehen. Bald darauf sahen wir am Horizont auch den Anfang der Antarktischen Halbinsel, die an den meisten Stellen mit einer dicken Eisschicht bedeckt war. Die Sonne schien über uns und fast keine Wolken bedeckten den blauen Himmel. Als wir in den Antarctic Sound einfuhren, kam unser Nachmittagsziel, Hope Bay, in Sicht. Als wir in die Bucht einfuhren, passierten wir die argentinische Esperanza-Station.

Sobald wir in Position waren, ging die eine Hälfte zuerst an Land, um sich die lokale Adélie-Pinguinkolonie anzusehen, während die andere Hälfte eine Zodiac-Fahrt um die Bucht unternahm. Es war ein wunderschöner Nachmittag mit vielen interessanten Dingen zu sehen, sowohl an Land als auch im Zodiac. Besonders faszinierend war die Vielzahl der im Wasser herumtollenden Pinguine. Nach diesem erfolgreichen Nachmittag fuhren wir tiefer in den Antarctic Sound hinein. Nach dem Abendessen überraschte uns Ali über die Lautsprecheranlage. Wir wurden erneut gebeten, uns für eine abendliche Zodiac-Fahrt durch das Eis bereit zu machen. Sobald wir in die Zodiacs stiegen, waren wir von der Schönheit um uns herum überwältigt. Das Licht war surreal, die Wasseroberfläche sah aus wie Glas. Während wir langsam durch das Eis fuhren, entdeckten wir Adélie-Pinguine auf Eisschollen, einen großen Seeelefanten auf einer Eisscholle und kurz vor Ende der Fahrt schwammen zwei Buckelwale an unseren Zodiacs vorbei. Der Abend hätte nicht besser sein können. Abgesehen davon, dass gerade als die meisten in ihre Kabinen gingen und die Dunkelheit hereinbrach, die Durchsage das Orcas gesichtet wurden über die Lautsprecher kam. Als wir nach draußen eilten, bot sich uns ein großartiger Anblick. Eine größere Gruppe von Orcas schwamm an der Plancius vorbei, einige sogar direkt neben dem Schiff. Das war wirklich das I-Tüpfelchen dieses Tages.

Tag 15: Paulet Island und Brown Bluff

Paulet Island und Brown Bluff
Datum: 02.02.2026
Position: 63°36.5’S / 055°59.8’W
Wind: 1
Wetter: teils bewölkt
Lufttemperatur: -1

Heute morgen sind wir wieder früher aufgestanden, da wir für den Tag ein volles Programm geplant hatten. Der Morgen war kalt und die Decks waren mit einer dünnen Schneeschicht bedeckt. Über Nacht hatten wir den Antarctic Sound durchquert und erreichten gegen 7 Uhr morgens Paulet Island. Direkt vor der Insel gab es eine starke Strömung, die den Eindruck erweckte, als würden die Eisberge auf einem Förderband treiben. Das Schiff musste kurz nach dem Ankern seinen Standort wechseln, da ein gigantischer Tafelberg auf uns zutrieb, der sicher zehnmal so groß war wie unsere Plancius.

Heute hatte unser Expeditions-team ein weiteres Mitglied, Hans, der sich seinen Platz im Team während der Süd-georgien-Auktion ersteigert hatte. Auf Paulet Island leben etwa 100.000 Brutpaare von Adélie-Pinguinen, und es war schwierig, einen Weg durch die dichtgedrängte Kolonie zu finden. Auf unserem Weg die Insel hinauf wurden wir von unzähligen neugierigen Küken begrüßt. Wir trafen Marcelo bei den Überresten der historischen Hütte, die Carl Anton Larson 1903 gebaut hatte, nachdem ihr Schiff, die Antarctic, vom Eis zerquetscht worden und gesunken war. 20 Männer überwinterten in dieser winzigen Steinhütte, bevor sie sich im nächsten Frühjahr auf die Suche nach den übrigen Mitgliedern der schwedischen Antarktisexpedition unter Otto Nordenskjöld machten. Wir gingen vorsichtig weiter durch die Pinguinkolonien, bis wir einen Aussichtspunkt erreichten, von dem aus wir einen Süßwassersee überblicken konnten, und einen weiteren, von dem aus wir die gesamte Bucht mit ihren vielen Eisbergen und den Massen von Pinguinen im Wasser sehen konnten.

Unsere Landung endete mit einer kurzen Zodiac-Fahrt entlang der Küste, wo wir die nistenden Antarktischen Kormorane und zwei Weddellrobben, die sich am Strand ausruhten, aus nächster Nähe beobachten konnten.

Nach dem Vormittag auf Paulet Island machten wir uns auf den Rückweg durch den Antarctic Sound – der übrigens nach dem Schiff benannt ist, das hier Anfang des 20. Jahrhunderts gesunken ist. Die Wolken lichteten sich, die Sonne kam heraus und wir genossen eine spektakuläre Fahrt durch hoch aufragende Eisberge. Um diesen Moment noch perfekter zu machen, begegneten wir einer Gruppe von Buckelwalen, die gerade fraßen – ein wahrhaft majestätischer Anblick inmitten dieser unglaublichen Landschaft.

Nach diesem wunderbaren Erlebnis stand für den Nachmittag eine weitere Landung auf dem Programm: Brown Bluff, eine zerklüftete Vulkanfelsenlandschaft in verschiedenen Braun-, Rot- und Gelbtönen. Die hohen, aufragenden Klippen werden von einer imposanten Gletscherfront begrenzt.

Als wir am Landeplatz ankamen, lag ein junger See-Elefant am Strand und schlief, ohne sich an unserer Anwesenheit zu stören. Das Expeditionsteam hatte einen Weg entlang der Küste durch die zahlreichen Esels- und Adélie-Pinguine und gestrandeten Eisbrocken markiert. Ein weiterer Weg führte über ein Schneefeld und ein Gebiet mit vulkanischem Geröll bis zum Rand des Gletschers. Wir genossen die großartige Aussicht und die schönen Begegnungen mit Pinguinen in der Nachmittagssonne. Bevor wir zum Schiff zurückkehrten, waren einige von uns mutig genug, in den eiskalten Gewässern der Antarktis zu schwimmen, umgeben von treibenden Eisbergen! Ein richtiger „Polar Plunge“! Die Rückfahrt mit den Zodiacs war aufgrund des auffrischenden Windes recht spritzig, aber schließlich kamen wir alle sicher und glücklich zurück an Bord, wo uns eine warme Dusche und heiße Getränke erwarteten. Der Abend endete mit einer kurzen Zusammenfassung und den Plänen für unseren letzten Expeditionstag, gefolgt von einem weiteren köstlichen Abendessen und einem wunderschönen Sonnenuntergang in der Bransfield Strait.

Tag 16: Half Moon Island und Edinburgh Hill

Half Moon Island und Edinburgh Hill
Datum: 03.02.2026
Position: 62°33.9’S / 059°51.5’W
Wind: W4
Wetter: bewölkt
Lufttemperatur: +2

Nach einer ruhigen Nacht an Bord der Plancius wachten wir in der Nähe der Südlichen Shetlandinseln auf. Das Ziel dieses Morgens war Half Moon Island – die Halbmond-Insel, deren Form den Namen gibt. Hier leben Hunderte von brütenden Zügelpinguinen. Da es heute morgen kaum Wind gab, erreichten wir den Strand nach einer gemütlichen Fahrt mit den Zodiacs. Am Strand lagt ein altes Holzboot, das zur Zeit der Walfänger im frühen 20. Jhd. Genutzt wurde. Wir gingen etwas bergauf und erreichten die Pinguinstraße, auf der heute morgen ziemlich viel Verkehr herrschte. Wir hielten respektvollen Abstand und solange wir das taten, störte unsere Anwesenheit die Zügelpinguine nicht wirklich. Durch eine schmale Lücke zwischen Felsformationen gelangten wir zu einem weiteren Strand. Ein See-Elefant ruhte sich auf dem Kies aus, während sich ein paar erwachsene männliche Pelzrobben um einige Felsen im Wasser stritten. Die Landschaft war wunderschön.

Die Insel besteht aus schroffen Felsformationen mit vielen verschiedenfarbigen Flechten und langen dunklen Kiesstränden. Im Hintergrund sahen wir von Gletschern bedeckte Inseln. Auf den höheren Felsen lagen die Kolonien der Zügelpinguine. Im Gegensatz zu den anderen Pinguinarten sind diese sehr lautstark. Sie riefen ununterbrochen, während sie ihre Hälse in die Luft streckten. Wir konnten beobachten, dass sie sehr territorial sind. Wer sich unbefugt Zutritt verschaffte, wurde ziemlich heftig angegriffen. Selbst die Küken beteiligten sich daran. Neben dem Besuch der Kolonie konnten wir uns die Beine vertreten, während wir über die langen Hügel bis zum Strand auf der anderen Seite der Insel wanderten, wo eine Weddell-Robbe ruhte. Hier entdeckten wir den Kieferknochen eines großen Wals, möglicherweise eines Finnwals. Die Größe war unglaublich.

Schließlich kehrten wir für ein schnelles Mittagessen zur Plancius zurück. Unser nächster geplanter Landeplatz war nur 30 Minuten entfernt. Unser Expeditionsteam beeilte sich mit dem Mittagessen, um dann die Bedingungen für den Nachmittag zu beurteilen. Leider hatte der Wind ziemlich zugenommen und der Seegang hatte sich verstärkt, sodass die Wellen zu brechen begannen. Das Expeditionsteam kehrte nach der Erkundung etwas nass zurück. Wir konnten nicht im Yankee Harbour anlanden. Stattdessen bot der Kapitän eine Schiffsfahrt zum Edinburgh Hill an, einer 180 m hohen Basaltfelsformation. Sie ragt vor den Gletschern aus dem Meer empor, wobei das Dunkelgrau einen starken Kontrast zu den weißen Gletschern und dem strahlend blauen Wasser bildet.

Dies war die letzte Station unserer Reise. Leider war es Zeit, die Segel zu setzen und den Rückweg nach Ushuaia anzutreten. Wir verabschiedeten uns mit einer Tasse heißer Schokolade von der Antarktis.

Tag 17: Drake Passage

Drake Passage
Datum: 04.02.2026
Position: 59°27.1’S / 062°16.8’W
Wind: W5
Wetter: bewölkt
Lufttemperatur: +3

Ein später Weckruf ließ uns gut ausgeruht in den letzten Tag dieser unvergesslichen Reise starten. Wir brauchten zusätzliche Energie, denn der Abschied rückte näher. Tage lang hatten wir unglaubliche und unberührte Orte kennengelernt, eine Flora und Fauna gesehen, wie wir sie zuvor nie erlebt hatten. Gleichzeitig teilten wir unsere Zeit mit erstaunlichen Menschen aus vielen verschiedenen Breitengraden, die uns von ihren Erfahrungen, Gefühlen und Erwartungen erzählten.

Der Kapitän studierte die Bedingungen sorgfältig und ordnete den besten Kurs an, um die Drake-Passage – oder, wie sie auf spanisch genannt wird, das „Mar de Hoces“ – zu überqueren. Anschließend nahm die Plancius Kurs auf Feuerland. Vor uns lagen noch mehrere hundert Seemeilen bis zum emblematischen Kap Hoorn, einer kleinen Insel, die den Pazifischen Ozean vom Atlantik trennt. In der Ära der großen Klipper war dieser Ort ein gefürchteter Winkel der Welt, als der Panamakanal noch nicht existierte.

Um 08:45 Uhr überquerten wir den 60. südlichen Breitengrad, der die nördliche Grenze des antarktischen Kontinents markiert. Für diesen ersten Tag auf der berüchtigten Drake-Passage hatte das Expeditionsteam erneut ein interessantes Vortragsprogramm zusammengestellt. Charlotte sprach über die Fortpflanzung der Wale und teilte wenig bekannte Informationen, insbesondere darüber, wie lange die einzelnen Lebensphasen dieser wunderschönen Meeressäuger dauern.

Etwas später berichtete Ali über die „Ice Maidens“ – Frauen in der Antarktis. Der Vortrag umfasste faszinierende Geschichten von Entdeckerfrauen, darunter die Ehefrauen einiger Polarforscher, die selbst nie in die Antarktis reisen konnten, aber auch Frauen, die durch ihre eigenen Leistungen Polargeschichte schrieben, wie Jackie Ronne oder Liv Arnesen.

Am Nachmittag gab es ein Programm mit drei kurzen, kombinierten Vorträgen, sowohl auf englisch als auch auf deutsch. In der Lounge erzählte Ali von Haustieren in Südgeorgien und der Antarktis, Karoline versetzte uns mit ihren Geschichten über riesige Isopoden in Schrecken und Charlotte sprach über faszinierende Orca-Arten. Im Restaurant referierte Annina über Plankton, die Grundlage des Nahrungsnetzes, Matthias teilte seine persönlichen Erfahrungen mit Skuas – seinem Lieblingsvogel – und Esther sprach über das Tourismusmanagement in der Antarktis.

Doch kehren wir noch einmal zum Abschied zurück. Sind Abschiede ein trauriger Moment? Mmmmm … Ich habe in „Illusions“, einem Buch von Richard Bach, gelesen: „Ein Abschied ist notwendig, bevor man sich wiedersehen kann. Und ein Wiedersehen – nach Momenten oder nach Lebenszeiten – ist für jene gewiss, die Freunde sind.“ Das bedeutet, dass Abschiede nicht das Ende sind, sondern der erste Schritt mit Blick in die Zukunft – auf einen Moment oder vielleicht einen Tag, der kommen wird und an dem wir uns wieder zusammenfinden, vielleicht für immer.

Ich erinnere mich an einen Gedanken von Benjamin Franklin. Es gibt zwei Arten von Menschen auf der Welt: jene, die glücklich sind, und jene, die es nicht sind. Die Glücklichen erkennen den Wert der Dinge in den schönen Teilen eines Gesprächs, in gut zubereiteten Speisen, in einem gut verbrachten Tag, in den feinsten Details des Lebens – und sie genießen all das mit Freude. Unglückliche Menschen denken, sprechen und verweilen stets beim Negativen. Glück ist keine Belohnung, sondern eine Konsequenz, und Leid ist keine Strafe, sondern ein Ergebnis.

Die Reise neigt sich langsam dem Ende zu, und jeder von uns wird zu den jeweiligen Aufgaben seines Lebens zurückkehren: zur Familie und zu Freunden, zur Arbeit, zu Treffen im Club oder im Café, um unsere Geschichten und Erlebnisse zu erzählen. Vielleicht werden wir an manchen Tagen nach der Reise traurig sein. Wir hatten Zeit, über unser Leben, unsere Wünsche und unsere zukünftigen Projekte nachzudenken. Und … falls noch etwas unbeantwortet geblieben ist, werden die rauen Wellen und der eisige antarktische Wind die Hüter dieses Geheimnisses sein – vielleicht bis zu unserer nächsten Reise und unserem nächsten Abenteuer.

Tag 18: Drake Passage

Drake Passage
Datum: 05.02.2026
Position: 55°46.6’S / 065°46.9’W
Wind: SW6
Wetter: bewölkt
Lufttemperatur: +3

In der Nacht erlebten wir auf der berüchtigten Drake-Passage einen kräftigen Sturm. Als wir morgens aufwachten, befanden sich einige Dinge in der Kabine nicht mehr dort, wo sie zuvor gewesen waren. An diesem Morgen wurden wir zudem von einem ganz besonderen Weckruf geweckt. Tobias und Sabine hatten während der Auktion in Südgeorgien Geld für einen Weckruf gespendet und durften deshalb heute das gesamte Schiff wecken. Sie waren sehr sanft zu uns – vielleicht hatten wir Heavy Metal erwartet, doch stattdessen hörten wir viele freundliche Worte und ruhige Musik.

Nach dem Frühstück ging unser lehrreiches Unterhaltungsprogramm an Bord weiter. Um 9:30 Uhr gab uns Karoline einen spektakulären Einblick in ihre sieben Jahre, die sie mit ihrem Partner, ihrem kleinen Sohn und vielen Hunden in einer abgelegenen Fanghütte auf Spitzbergen verbracht hatte. Auf sehr humorvolle Weise schilderte sie das Leben in der Einsamkeit, den Alltag des Fangens und Jagens sowie die Dunkelheit des Winters.

Kurz darauf folgten zwei Gastreferenten mit einer ganz außergewöhnlichen Geschichte: Janneke und Wietze aus den Niederlanden erzählten uns die Geschichte unseres geliebten Schiffes Plancius – aus der Zeit, als sie noch Tydeman hieß, von der niederländischen Marine betrieben wurde und für hydrographische Arbeiten, die Kartierung des Meeresbodens sowie viele weitere wissenschaftliche Zwecke im Einsatz war. Sie beendeten ihren Vortrag mit dem Hinweis, dass bereits beim Kiellegen eines Schiffes etwas darüber entscheidet, ob es ein glückliches Schiff sein wird oder nicht. Tydeman und heute Plancius war schon immer ein glückliches Schiff, und wir alle durften diese tiefe Wahrheit auf unserer Reise zu einigen der bemerkenswertesten Orte der Erde – gemeinsam mit einigen der bemerkenswertesten Menschen – erleben.

Am Nachmittag hatte Ali ein Unterhaltungsprogramm für uns vorbereitet. Wir nahmen an einem Pub-Quiz teil, bei dem unser Wissen über alle Elemente dieser Reise getestet wurde: die Falklandinseln, Südgeorgien, die Antarktis, das Schiff, die Tierwelt und unsere Guides. Es machte großen Spaß, sich zu einem gemeinsamen Spiel in der Lounge zu versammeln. Der Wind ließ am Nachmittag nicht nach, vielmehr schien er weiter zuzunehmen. Als wir uns dem berüchtigten Kap Hoorn näherten, erreichte er Geschwindigkeiten von bis zu 50 Knoten! Es war unglaublich zu sehen, wie der Sturm das Meer aufpeitschte.

Die Insel Kap Hoorn besitzt einen wunderschönen Leuchtturm, und einige Familien leben in der Nähe des Kaps. Seit 1992 steht dort eine beeindruckende Albatros-Skulptur, die den auf See verlorenen Seeleuten gewidmet ist. Man kann dort folgendes Gedicht von Sara Vial lesen:

Ich bin der Albatros, der dich erwartet am Ende der Welt.

Ich bin die vergessenen Seelen toter Seeleute,

Die Kap Hoorn passierten aus allen Ozeanen der Welt.

Doch sie starben nicht in den wütenden Wellen.

Heute fliegen sie in meinen Flügeln,

Der Ewigkeit entgegen, im letzten Riss

Der antarktischen Winde. Wir beendeten unseren letzten Tag an Bord mit einem Glas Sekt und einer schönen Ansprache von Kapitän Matei. Wir stießen mit Ali und ihrem Team an und durften die wunderbare Diashow sehen, die Sven und Annina für uns als Erinnerung an diese unvergessliche Reise vorbereitet hatten.

Ein letztes köstliches Abendessen an Bord, ein großer Applaus für das Küchen- und Hotelteam – und dann zogen sich einige von uns in ihre Kabinen zurück, um die Koffer zu packen, während andere noch für ein paar Drinks an der Bar zusammensaßen.

Tag 19: Ausschiffung Ushuaia

Ausschiffung Ushuaia
Datum: 06.02.2026
Position: 54°81’S/ 68°30’W
Wind: SW6/7
Wetter: teils bewölkt
Lufttemperatur: +12

Es war Zeit zu gehen. Zeit, Abschied zu nehmen, Zeit, Kontaktdaten mit neuen Freunden auszutauschen, die wir unterwegs kennengelernt haben, Zeit, weiterzureisen. Wir gingen die Gangway hinunter und zurück auf den Pier von Ushuaia, blickten noch einmal zurück auf das Schiff und die Crew.

Lebt wohl, auf Wiedersehen, bleibt sicher – und stets eine gute Brise, bis wir uns wiedersehen!

Gesamtstrecke unserer Reise: 3.225,6 Seemeilen

Südlichster Punkt: 63º37'S / 055º55'W

Im Namen von Oceanwide Expeditions, dem Kapitän, der Crew und dem Expeditionsteam möchten wir uns für eine wundervolle Zeit bedanken.

Es war uns eine Freude, mit euch zu reisen.

Einzelheiten

Reisecode: PLA27-26
Daten: 19 Jan - 6 Feb, 2026
Dauer: 18 Nächte
Schiff: MS Plancius
Einschiffung: Ushuaia
Ausschiffung: Ushuaia

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