PLA10-26, trip log, Northeast Greenland Solar Eclipse Explorer Voyage

by Oceanwide Expeditions

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Tag 1: Longyearbyen, Einschiffung

Longyearbyen, Einschiffung
Datum: 03.08.2026
Position: 78°14.0’N / 015°35.4’E
Wind: NE2
Wetter: bewölkt
Lufttemperatur: +8

Nachdem wir am Tag der Einschiffung in Longyearbyen angekommen waren, spürten wir endlich, wie die Vorfreude stieg, denn unser Arktis-Abenteuer stand kurz bevor. Den ganzen Nachmittag über beobachteten wir, wie unser Gepäck vom Kai zur MV Plancius transportiert wurde, die geduldig vor Anker in der Bucht lag. Um 16:00 Uhr standen wir aufgeregt in der Schlange, um in die Zodiacs einzusteigen und unsere erste Fahrt über das Wasser anzutreten. Zu unserer Freude spielte das Wetter mit und wir genoßen eine ruhige, trockene Überfahrt zum Schiff – etwas, das wir in der Arktis bekanntlich nicht als selbstverständlich ansehen konnten!

An Bord schien alles auf einmal zu passieren: Wir richteten uns in unseren Kabinen ein, erkundeten unser neues Zuhause für die Reise und nahmen an der obligatorischen Sicherheitseinweisung teil. Anschließend trafen wir uns mit Kapitän Christophe Colaris zu einem Begrüßungscocktail, der den offiziellen Start unserer Expedition markierte, bevor wir uns mit unseren Mitreisenden zu einem köstlichen ersten Abendessen zusammensetzten.

Später am Abend, als die MV Plancius aus dem Isfjorden glitt und Kurs nach Norden auf unser erstes Abenteuer nahm, versammelten sich viele von uns an Deck, um die unglaubliche Landschaft auf uns wirken zu lassen. Die markanten, von den Gletschern abgeschliffenen Berge, die den Fjord umgaben, leuchteten im sanften arktischen Abendlicht und gaben uns einen spektakulären ersten Eindruck von Spitzbergen. Während die Küste langsam in der Ferne verschwand, wuchs die Vorfreude auf die kommenden Tage immer weiter.

Tag 2: Smeerenburg & Ytre Norskøya

Smeerenburg & Ytre Norskøya
Datum: 04.08.2026
Position: 79°38.0’N / 010°55.2’E
Wind: NE2
Wetter: bewölkt
Lufttemperatur: +6

Nachdem wir uns alle ein wenig auf der Plancius eingelebt hatten, segelten wir über Nacht in den nordwestlichen Teil Spitzbergens.

Wir erreichten bereits früh die Umgebung von Danskøya, eine große Insel nördlich von Albert-I.-Land. Am Morgen durchquerte unser Kapitän die Meerenge Sørgattet, um in das weitläufige Gebiet einzufahren, das als Smeerenburgfjord bekannt ist. Langsam bahnten wir uns den Weg durch die schmale Passage und genossen die herrliche Aussicht auf die kleinen Buchten im Osten. In jeder von ihnen mündete ein Gletscher ins Meer.

Nach dem Frühstück begann unsere Expeditionsleiterin Chloé ihre Sicherheitseinweisung und erläuterte die Regeln, die in diesem abgelegenen norwegischen Archipel gelten. Zu Beginn der Einweisung gab sie Informationen darüber, wie wir uns gemäß den AECO-Regeln verhalten. AECO ist die Vereinigung der Betreiber arktischer Expeditionskreuzfahrten (Association of Arctic Expedition Cruise Operators) und setzt als solche Betriebsprotokolle um, um den Erhalt dieses wunderschönen Ortes zu gewährleisten. Anschließend beschrieb sie unsere Vorschriften an Bord zum Ein- und Aussteigen aus unseren Zodiacs, den kleinen Schlauchbooten, mit denen wir täglich an Land fahren. Schließlich erläuterte sie auch, wie man sich im Falle einer Begegnung mit einem Eisbären verhalten soll. Viele obligatorische Einweisungen, die darauf abzielten, unsere Sicherheit zu gewährleisten.

Gegen 10:00 Uhr ging es langsam los und das Expeditionsteam ließ die ersten Zodiacs zu Wasser, um die alte niederländische Walfangstation Smeerenburg zu besuchen, die zwischen 1619 und 1660 in Betrieb war. Angesichts der großen Anzahl gejagter Wale wurde die Station aufgegeben, nachdem in der Gegend keine Wale mehr zu finden waren. Was uns dorthin führte, war nicht nur der historische Aspekt des Ortes: heute gedeiht an seinen Stränden eine reiche Tierwelt. Großes Highlight des Morgens war die Gruppe von Walrossen (Odobenus rosmarinus), die sich an Land ausruhten. Wir schätzten die Anzahl der Tiere zum Zeitpunkt unseres Besuchs auf einige Dutzend. Es war schön zu sehen, wie respektvoll und ruhig sich alle den Tieren genähert haben, was das Erlebnis für alle ganz besonders machte.

Gegen 12:30 Uhr sollten wir zurück an Bord sein, dummerweise machte uns die Ebbe jedoch einen Strich durch die Rechnung, sodass das Ablegen von Land sich etwas komplizierter gestaltete, da die Zodiacs immer mal wieder auf Grund liefen und sich alles ein wenig nach hinten verzögerte. Zu guter Letzt waren wir jedoch alle heil zurück an Bord und genossen unser erstes Mittagessen auf der Plancius. Währenddessen brachten unsere Navigations-offiziere das Schiff in eine neue Position.

Wir lichteten den Anker und machten uns auf den kurzen Weg durch Fair Haven und den Cooksundet, um die Nordwestseite einer kleinen Insel namens Ytre Norskøya zu erreichen – den Ort, an dem wir unseren zweiten Landgang des Tages geplant hatten. Nachdem wir die Insel mit unserem Schiff umrundet hatten, um sicherzustellen, dass keine Eisbären an Land sind, ankerten wir und ließen die Zodiacs zu Wasser.

Bei allen Landgängen ist das Ziel, kleine Wanderungen mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden und Distanzen anzubieten. Charlotte und Koen führten die lange Wanderung an, die zum höchsten Punkt der Insel führte, einer kleinen Anhöhe namens Utkiken – der „Ausguck“, 151 m über dem Meeresspiegel. Dieser Ausguck diente im 18. Jahrrhundert den Walfängern, denn von hier oben hat man eine weite Sicht über die offene See. Die zweite Gruppe unter der Leitung von Urusula, Sven, Gaby und Eduardo hatte sich zum Ziel gesetzt, bis zum Fuß des Utkiken zu wandern. Im Laufe der Wanderung teilte sich diese Gruppe mit mittlerem Schwierigkeitsgrad in zwei Untergruppen auf: eine, angeführt von Urusula und Sven, stieg weiter in Richtung Utkiken hinauf, bis zu einer kleinen Kolonie von Krabbentauchern auf halber Höhe, während eine kleinere Gruppe unter der Leitung von Gaby und Eduardo zum Utkikpynten wanderte, einem Aussichtspunkt, der einen ruhigen Blick auf die Landschaft bietet. Michelle und Chloé organisierten einen kleineren Spaziergang für diejenigen, die im Bereich der Anlegestelle bleiben wollten. Wir alle genossen die schönen Ausblicke auf die Landschaft, unser Schiff und das Meer, beobachteten Schmarotzer-Raubmöwen und Küstenseeschwalben, die in Ufernähe nisteten und einige von uns hatten sogar das große Glück mehrere Polarfüchse und Papageitaucher zu sichten.

Der Letzte von uns kehrte um 18:30 Uhr zum Schiff zurück. Nachdem wir die Ausrüstung sortiert und geduscht hatten, fand in der Lounge unsere tägliche Nachbesprechung statt, in der Chloé die Pläne für den nächsten Tag vorstellte. Auch Charlotte hielt einen kleinen Vortrag über Walrosse und gab zusätzliche Informationen zu diesen beeindruckenden Tieren.

Das Abendessen wurde angekündigt und wir nahmen Kurs auf Nord-Nordwest, um am frühen Morgen das Packeis zu erreichen. In den nächsten Tagen werden wir die Framstraße durchqueren, eine Meerenge, die Grönland von Spitzbergen trennt. Unser nächstes Landziel ist Grönland, die größte Insel der Welt.

Tag 3: im Packeis

im Packeis
Datum: 05.08.2026
Position: 79°30.0’N / 003°38.9’E
Wind: NE2
Wetter: bewölkt
Lufttemperatur: +6

Am frühen Morgen wurden wir vom Knirschen des Eises an unserem Bug geweckt. Der Blick nach draußen zeigte eine Landschaft sondergleichen. Endlose Weite treibender Eisschollen, ein Farbspektrum aus Grau-, Weiß- und Blautönen. Um viertel vor sieben kam Chloés Weckruf gefolgt von Michelles deutscher Übersetzung. Wir genossen ein gemütliches Frühstück und ließen uns gelassen in den Tag treiben. Heute sollte es vor allem darum gehen, die Seele baumeln zu lassen und den Blick über das schier endlose Packeis schweifen zu lassen auf der Suche nach Leben. Auf den ersten Blick sieht diese Landschaft karg und tot aus, doch wenn man sich die Zeit nimmt, genauer hinzuschauen, so erkennt man die Vielfalt an Leben, die sich zwischen den Eisschollen tummelt. Große Gruppen der kleinen Krabbentaucher konnten wir sehen, immer wieder Eissturmvögel und Dreizehenmöwen, die das Schiff umflogen, Gryllteisten und Lummen, die im Wasser davon tauchten. Hier und da durchbrach eine neugierige Sattelrobbe die leicht gekräuselte Oberfläche.

Plötzlich tauchte direkt vor dem Schiff ein riesiger Wal auf! Eine große Fontäne spritzte hoch in die Luft als er ausatmete, dann versank er wieder zwischen den Eisschollen, als wäre er ein U-Boot. Dann kam die Durchsage. Ein Blauwal! Das größte Tier, das jemals auf unserem Planeten gelebt hat! Wir haben unglaubliches Glück, gleich an unserem zweiten Tag eine so besondere Begegnung zu erleben! Kurz darauf tauchte er wieder auf, knapp neben unserem Schiff. Nun konnte man deutlich die blau-graue Musterung sehen und die verhältnismäßig kleine Rückenflosse des Giganten.

Noch ein paar mal hatten wir die Freude, dass der Blauwal zum Atmen an die Oberfläche kam, bevor er wieder abtauchte und unter dem treibenden Packeis verschwand.

Gegen Mittag verließen wir das Packeis für eine Weile, um Seemeilen zurückzulegen und etwas schneller voran zu kommen.

Nach dem Mittagessen genossen wir eine kleine Pause, bevor wir uns alle in der der Lounge einfanden, um Chloés Vortrag über das Meereis zu lauschen. Darin erzählte sie uns, wie das Eis hier im Arktischen Ozean entsteht, warum es so unglaublich wichtig für die hiesige Tierwelt und das gesamte Weltklima ist und wie sehr es durch den Klimawandel gefährdet ist.

Einige Zeit nach dieser interessanten Vorlesung kam eine Durchsage von der Brücke. Es wurden eine große Anzahl von Robben gesichtet, die auf einigen Eisschollen ruhten. Der Kapitän lenkte das Schiff in deren Richtung und als wir uns näherten, erkannten wir, dass es sich um mindestens 50 Sattelrobben handelte. Eine weitere einzigarte Begegnung an diesem Tag im Packeis!

Am Abend lud das Expeditionsteam uns zum täglichen Recap in der Lounge ein. Chloé erzählte uns mehr über die morgigen Pläne, erklärte etwas mehr über die sogenannten „Entdecker-Wanderungen“ und die kleineren Wanderungen, die uns in Grönland erwarten werden. Im Anschluss hielt Koen einen kurzen Vortrag über den Blauwal, bei dem er uns Einblicke in die absolut faszinierende Welt des größten Tieres der Welt gab. Danach berichtete Michelle über ihr arktisches Lieblingstier: den Polarfuchs. Was uns besonders überraschte, war die Distanz, die einige Tiere bei ihren Erkundungstouren durch die Arktis zurücklegen können!

Wie ließen diesen gelungen Tag beim Abendessen und dem ein oder anderen Getränk an der Bar ausklingen.

Tag 4: auf See Richtung Grönland

auf See Richtung Grönland
Datum: 06.08.2026
Position: 76°08.7’N / 006°04.9’W
Wind: NW3
Wetter: bewölkt
Lufttemperatur: -1

Der Tag begann mit einer ruhigen Überquerung der Grönlandsee, über der sich unzählige Grautöne bis zum Horizont erstreckten. Die gedämpften Farben von Meer und Himmel schufen eine eindrucksvolle arktische Atmosphäre, während leichter Schneefall am Morgen das Gefühl verstärkte, sich tief in der Polarwelt zu befinden. Trotz des trüben Wetters blieb die See vergleichsweise ruhig, bei einer Temperatur von etwa 2°C.

Die Tierwelt war nie weit entfernt. Eissturmvögel begleiteten das Schiff mühelos und nutzten die Aufwinde, die durch das Schiff erzeugt wurden. Diese bemerkenswerten Seevögel sind hervorragend an das Leben auf dem offenen Meer angepasst. Den Großteil ihres Lebens verbringen sie über dem Ozean und kehren nur zur Brut an Land zurück. Gelegentlich wurden auch Schmarotzerraubmöwen gesichtet, während sich Trupps von Krabbentauchern auf der Wasseroberfläche ausruhten, bevor sie blitzschnell unter die Wellen tauchten, um dem herannahenden Schiff auszuweichen. Diese kleinen Seevögel gehören zu den häufigsten Vogelarten des Nordatlantiks und ernähren sich dank ihrer ausgezeichneten Tauchfähigkeiten von kleinen Krebstieren unter der Wasseroberfläche.

Gegen Ende des Vormittags machte sich spürbare Aufregung an Deck breit, als der erste Eisberg der Reise in Sicht kam. Vom Zusammenspiel aus Wind, Wellen und Schmelze kunstvoll geformt, leuchtete er in beeindruckenden Blautönen. Diese entstehen durch stark verdichtetes Eis, das den größten Teil seiner eingeschlossenen Luft verloren hat und deshalb blaues Licht tiefer eindringen lässt als andere Wellenlängen. Wenige Augenblicke später wurde das Erlebnis noch eindrucksvoller, als in der Nähe des Eisbergs ein Finnwal gesichtet wurde. Der Wal tauchte dreimal an der Oberfläche auf, bevor er wieder in den Tiefen verschwand und bescherte uns eine unvergessliche Begegnung mit dem zweitgrößten Tier der Erde.

Die Vorträge des Tages standen ganz im Zeichen der Wissensvermittlung und wurden sowohl auf Englisch als auch auf Deutsch angeboten, sodass alle von uns den Themen gleichermaßen folgen konnten. Eduardo erläuterte die faszinierenden wissenschaftlichen Hintergründe von Sonnenfinsternissen und erklärte die präzise Konstellation von Sonne, Mond und Erde, die eines der spektakulärsten astronomischen Ereignisse der Natur hervorruft. Charlotte und Ursula gaben spannende Einblicke in die Vielfalt, Biologie und das Verhalten der Wale und stellten die Arten vor, die in den arktischen Gewässern heimisch sind, sowie ihre bemerkenswerten Anpassungen an diese extreme Umwelt. Michelle sprach anschließend über die Menschen Grönlands und beleuchtete das reiche kulturelle Erbe der Insel, ihre Traditionen und die enge Verbindung ihrer Bewohner zur arktischen Landschaft. Esther und Charlotte führten außerdem die Einweisung für alle Gäste durch, die sich für die auf dieser Reise angebotenen „Entdecker-Wanderungen“ angemeldet hatten.

Den Abschluss des Tages bildete Chloes tägliche Zusammenfassung, in der sie die Ereignisse des Tages Revue passieren ließ und einen Ausblick auf die geplanten Anlandungen in Myggbukta und Kapp Humboldt am folgenden Tag gab. Darüber hinaus erwarteten uns zwei weitere Kurzvorträge: Gabi stellte das Werk des berühmten Kartografen und Astronomen Petrus Plancius vor, dessen Karten und Beiträge zur Navigation während des Zeitalters der Entdeckungen von großer Bedeutung waren. Ursula schloss das Recap mit einem informativen Vortrag über Sattelrobben ab und erläuterte deren Lebenszyklus, ihre bemerkenswerten Wanderungen sowie die Anpassungen, die ihnen das Überleben in den eisigen Gewässern des Nordatlantiks ermöglichen.

Obwohl der gesamte Tag auf See verbracht wurde, zeigte er eindrucksvoll, dass Expeditionskreuzfahrten ebenso sehr von Entdeckungen wie von ihren Reisezielen leben. Von den ersten Beobachtungen der arktischen Tierwelt und des ersten Eisbergs der Reise bis hin zu den spannenden Fachvorträgen konnten die Gäste ihr Verständnis für diese außergewöhnliche Region weiter vertiefen und mit Vorfreude auf die Abenteuer blicken, die sie am nächsten Tag an Land erwarteten.

Tag 5: Myggbukta und Kap Humboldt

Myggbukta und Kap Humboldt
Datum: 07.08.2026
Position: 73°28.9’N / 021°32.2’W
Wind: SW2
Wetter: bewölkt
Lufttemperatur: +6

Wir erreichten am Morgen Grönland und damit begann unser erster voller Tag mit Aktivitäten in dieser außergewöhnlichen arktischen Landschaft. Nach dem Frühstück an Bord machten wir uns auf den Weg zu unserer ersten Anlandung in Grönland, nach Myggbukta, was auf Norwegisch „Moskitobucht“ bedeutet. Myggbukta liegt bei etwa 73° nördlicher Breite an der Ostküste Grönlands, in der Nähe der „Hold with Hope“ Halbinsel, und ist ein abgelegener und historisch faszinierender Ort. Der 1922 gegründete Außenposten diente als norwegische Jagd, Wetter- und Funkstation und spielte zudem eine Rolle bei den historischen norwegischen Gebietsansprüchen in Ostgrönland. Die Erkundung der Gegend gab uns einen faszinierenden Einblick in die Geschichte der Menschen, die einst in diesem abgelegenen Teil der Arktis lebten und arbeiteten. Inmitten der weiten Landschaft Grönlands konnte man sich leicht vorstellen, wie herausfordernd das Leben für die Jäger, Fallensteller und Mitarbeiter der Station gewesen sein muss, die auf diesen abgelegenen Außenposten angewiesen waren.

Neben den historischen Überresten der norwegischen Fallensteller konnten einige von uns auch die Überreste von Thule-Winterhäusern in der Landschaft entdecken. Außerdem wurden in der Ferne einige Moschusochsen gesichtet, die durch die Landschaft streiften.

Nach unserer Erkundung am Vormittag kehrten wir zum Mittagessen auf das Schiff zurück, bevor wir uns am Nachmittag erneut auf den Weg zu unserer nächsten Anlandung nach Kap Humboldt, auch Kapp Humboldt genannt, an der Ostküste der Insel Ymer machten. Das Kap liegt am Eingang des Sofia Sund im Nordostgrönland-Nationalpark und ist von imposanten Bergen und unberührter Wildnis umgeben. Hier hofften wir, die Überreste einer alten norwegischen Fallensteller- und Jagdstation aus dem Jahr 1929 zu erkunden. Doch an diesem Nachmittag wurden wir daran erinnert, dass wir nicht allein an diesen Küsten unterwegs waren. Als wir uns darauf vorbereiteten zu wandern, tauchten plötzlich zwei Eisbären in der Ferne auf. Das bedeutete, dass wir Kap Humboldt sofort verlassen mussten. Wir stiegen alle schnell in die Zodiacs und verließen den Strand. Während das Schiff begann, sich vom Ufer zu entfernen, konnten wir die Eisbären aus einiger Entfernung beobachten, wie sie am Ufer entlanggingen. Für uns alle war das ein unglaubliches und unerwartetes Erlebnis.

Am Abend trafen wir uns mit dem Expeditionsteam zum täglichen Rückblick. Dabei erfuhren wir mehr über das Programm für den nächsten Tag und hörten Geschichten und Erlebnisse aus der arktischen Erfahrung des Expeditionsteams. Es war eine wunderbare Gelegenheit, unseren ersten Tag voller Aktivitäten in Grönland Revue passieren zu lassen und all das Erlebte noch einmal auf uns wirken zu lassen. Anschließend genossen wir gemeinsam das Abendessen im Speisesaal und ließen damit unseren ersten Erkundungstag in Grönland ausklingen. Es war ein unvergesslicher Auftakt in diesen außergewöhnlichen Teil der Welt – eine Kombination aus spektakulärer Landschaft, faszinierender Geschichte und der aufregenden Erfahrung, unser arktisches Abenteuer in Grönland zu beginnen.

Tag 6: Blomsterbukta und Teufelsschloss

Blomsterbukta und Teufelsschloss
Datum: 08.08.2026
Position: 73°24.2’N / 025°25.2’W
Wind: NE2
Wetter: bewölkt
Lufttemperatur: +16

In den frühen Morgenstunden war die „Plancius“ in den Kaiser-Franz-Joseph-Fjord eingelaufen und näherte sich unserem heutigen Ziel. Beim Weckruf ermunterte uns Chloé an Deck zu kommen, um die atemberaubende Bergkulisse anzusehen. Die Sonne im Osten kreierte einen Lichtstreifen unter den tief hängenden, dunklen Wolken. Doch dazwischen war ein kleines Fenster in den blauen Himmel zu sehen. Das Meer war ruhig und spiegelglatt. Direkt vor uns ragte das Teufelsschloss, ein beeindruckender Berg aus farbenprächtigen, geschichteten Felsklippen weit über uns in den Himmel.

Heute wurde ein besonderes Programm mit einer Tageswanderung angeboten. Der operative Ablauf, den Chloé, ihr Team, der Kapitän und die Besatzung auf die Beine stellen mussten, war äußerst komplex. Dank ihnen verlief unser heutiges Programm aber reibungslos. Während wir das Frühstück genossen, fuhren die Guides in den Zodiacs los, um die Gegend gründlich zu erkunden.

In der Zwischenzeit machten wir uns fertig und wurden kurz später an Land gebracht. Zunächst erreichten die „Explorer Hikers“ ihren Landeplatz östlich des Teufelsschlosses. Sie waren wahre Entdecker dieser beeindruckenden Landschaft, die noch kein anderer Gast von Oceanwide Expeditions zuvor erkundet oder betreten hat. Am Ende des Tages waren sie alle müde aber glücklich, sich für dieses besondere Programm entschieden zu haben.

Nachdem das Schiff seine Position geändert hatte, wurden die übrigen Passagiere nach Blomsterbukta, einem Lieblingsort der Guides, gebracht. Aufgeteilt in die üblichen drei Gruppen machten wir uns auf, um die einzigartige Landschaft aus Bergrücken, Felsklippen und horizontal liegender Tundraebenen zu erkunden. Viele Pflanzen wie die grönländische Nationalblume, das Arktische Weidenröschen, der Knöllchen-Knöterich, der Alpen Sauerampfer und der Moor-Steinbrech standen in voller Blüte. Wir entdeckten unsere ersten Zwergbirken, die wie die Polarweide, deren Blätter sich bereits gelb verfärbten, niedrig wuchsen.

Wir genossen es, zwei junge Schneehühner zu beobachten. Sie saßen regungslos in der Nähe von Felsen, die mit leuchtend orangefarbenen Flechten bedeckt waren. Sie bildeten einen wunderschönen Kontrast zur schwarzen Oberfläche. Die schnellen Wanderer waren längst in den Hügeln verschwunden, wo sie mehrere Schneehasen beobachteten. Ihr strahlend weißes Fell leuchtete wie weiße Schneeflecken in der Landschaft aus diversen Grautönen. Unterdessen wanderten die mittelschnellen Wanderer langsam, aber stetig zum Sattel hinauf. Edu entdeckte sogar ine alte Fuchsfalle aus Holz und Stein und erklärte uns kurz ihre Funktionsweise.

Am Ende bot sich ein atemberaubender Blick über die weite Landschaft mit einem rötlich schimmernden See. Während die meisten still standen um den Ausblick auf das unberührte Land zu genießen, entdeckten andere Sandregenpfeifer und Alpenstrandläufer, die eifrig hin und her liefen, um im Schlamm eines kleinen, farbenfrohen Teiches nach Futter zu suchen. Auf dem Wasser trieben zwei flauschige Küken. Aber kein Elterntier war zu sehen. Plötzlich erfüllte der Ruf des Sterntauchers die Luft und der erwachsene Vogel landete auf dem Wasser und schwamm zu den Küken. Er trug einen großen Fisch im Schnabel den er einem seiner Nachkommen verfütterte.

Dann war es an der Zeit zum Schiff zurückzukehren, um ein weiteres leckeres Mittagessen zu genießen. Gestärkt ruhten wir uns ein wenig aus bevor wir zur Gangway gingen um dort an Land zu gehen, wo die abenteuerlustigen Wanderer vor einigen Stunden ihr Abenteuer begonnen hatten. In Gruppen wanderten wir dem Hang entlang und gewannen langsam an Höhe. Das Gelände war nicht einfach, da zahlreiche kleine Bäche den Boden weich, nass und unberechenbar machten. In den Momenten, in denen wir tiefer einsanken als erwartet, waren wir echt froh über unsere Gummistiefel.

Mit Blick auf die weite Flussmündung entdeckten wir zwei erwachsene Moschusochsen mit einem Kalb. Sie wanderten durch das Wasser, welches in unzähligen kleinen Bächen floss und ein Kunstwerk schuf, wie es nur die Natur hervorbringen kann. Während einige Gruppen höher und weiter ins Tal wanderten, legten andere eine Pause ein, um die Aussicht zu genießen, den Klängen der Arktis zu lauschen und mehr über die Pflanzen und ihre verschiedenen Überlebensstrategien in der rauen arktischen Welt zu erfahren. Schließlich war es Zeit, zum Landeplatz zurückzukehren. Bald darauf kehrten auch die Erkundungswanderer zurück.

Die Crew bereitete alles vor um den Anker zu lichten und abzulegen. Doch einer unserer besonders aufmerksamen Gäste entdeckte einen Eisbären auf der anderen Seite der Flussmündung. genau gegenüber der Stelle, an der wir am Nachmittag gewandert waren! Er schwamm ganz nah an der felsigen Küste entlang und lief schließlich auf den Strand. Voller Begeisterung beobachteten wir ihn so lange wie möglich, während die Plancius ein letztes Mal am Teuffelsschloss vorbei und tiefer in den Fjord hineinfuhr.

Nach dem Abendessen blieben viele in der Lounge sitzen. Links und rechts glitt eine einzigartige Landschaft aus hohen Bergen mit unzähligen verschiedenfarbigen Gesteinsschichten an uns vorbei. Es fühlte sich an, als säße man im Kino und würde die Schönheit Grönlands wie in einem Film an sich vorbeiziehen sehen.

Schließlich ging ein langer und aufregender Tag voller einzigartiger Erlebnisse zu Ende. Und es wurde einfach Zeit ins Bett zu gehen und in die Welt der Träume abzutauchen.

Tag 7: Skipperdal und Kap Peterséns

Skipperdal und Kap Peterséns
Datum: 09.08.2026
Position: 72°25.9’N / 024°52.6’W
Wind: SW5
Wetter: bewölkt
Lufttemperatur: +5

Heute morgen wachten wir erneut unter besten Voraussetzungen auf. Ruhiges Wetter, vereinzelte Wolken und beeindruckende Panoramen. Nach dem Frühstück bereitete das Expeditionsteam eine Landung in Skipperdal am Segelsällskapet Fjord vor.

Dieser Fjord wurde vom schwedischen Arktis-Entdecker Alfred Gabriel Nathorst nach der “Kungliga Svenska Segelsällskapet”, der königlichen schwedischen Segelgesellschaft benannt. Er leitete eine Grönland-Expedition im Jahre 1899, deren Hauptziel es war, Überlebende der verschollenen Ballon-Expedition unter S. A. Andrée zu suchen, die zwei Jahre zuvor aufgebrochen war.

Skipperdal selbst ist ein Gletschertal, das berühmt ist für seine dramatische, farbenfrohe Geologie und raue Felsformationen, die oft als die „Knochen der Erde“ beschrieben werden. Die Felswände des Tals zeigen lebendige Farbstreifen, die aussehen, als hätte sich jemand mit dem Pinsel gemalt. Die Sedimentgesteinschichten machen die urzeitliche Geologiegeschichte dieses Ortes greifbar. Die Region bietet sich perfekt an für kleinere Wanderungen, die es uns ermöglichten, die einzigartige Geologie aus nächster Nähe zu erleben.

Wir brachen in den üblichen Gruppen auf und die meisten von uns erreichten einige wunderschöne Aussichtspunkte. Dort boten sich uns nicht nur die besonderen geologischen Formationen, sondern auch fantastische Ausblicke über den Fjord. Wie ein Großteil der weitläufigen Hochebenen Ostgrönlands weisen die umliegenden Berge uraltes Grundgebirge auf, das durch präglaziale Oberflächenerosion geformt und vor Jahrmillionen durch bedeutende vertikale tektonische Hebungen verändert wurde. Bei dem heutigen Wetter war die Aussicht einfach unschlagbar.

Das Wetter hatte sich sogar noch gebessert. Bei reichlich Sonnenschein war es vielen von uns sogar ein bisschen zu warm. Während der Wanderungen bekamen viele von uns Alpenschneehühner mit ihren Küken zu sehen und es wurde sogar ein marderartiges Tier gesichtet, später einigten die Guides sich darauf, dass es sich um ein Hermelin handelte. Während einiger Minuten arktischer Stille genoss die mittlere Gruppe die lauten Rufe eines Sterntaucher-Weibchens, das nach seinen Küken rief, da es gerade mit Futter zurückgekehrt war. Wir haben diesen besonderen Landgang wirklich sehr genossen und wollten eigentlich noch gar nicht zum Schiff zurückkehren. Unsere Wanderungen hatten jedoch Appetit gemacht, sodass wir uns am Ende über ein weiteres köstliches Mittagessen im Restaurant freuten.

Am Nachmittag nahmen wir Kurs auf Kap Peterséns – ein weiterer wunderschöner Ort, an dem das Expeditionsteam für zusätzliche Bewegung sorgte. Die Sonne schien immer noch kräftig und am Anlandungsplatz fühlte es sich ziemlich warm an. Wir hatten nicht erwartet, dass die Temperaturen hier in der Hocharktis so hoch sein würden. Aber wir beschwerten uns nicht, sondern brachen stattdessen zu weiteren Wanderungen zu wunderschönen Aussichtspunkten auf.

Die Langstrecken-Wanderer entschieden sich dafür, einen der nahe gelegenen, recht steilen Felshügel zu erklimmen. Schon bald erreichten sie eine Höhe von über 100 Metern und beschlossen, weiter ins Landesinnere in ein geschütztes Tal vorzudringen. Wie die anderen Gruppen sahen auch sie viele Schneehühner und genossen eine erfrischende Pause an einem kleinen Wasserfall. Die anderen Gruppen wanderten eher am Strand entlang, wo sie versuchten, eine alte Trapperhütte zu erreichen und einen Blick auf einige Moschusochsen zu erhaschen, die ganz in der Nähe grasten.

Ausgepowert und durstig von den Wanderungen kehrten wir alle zum Schiff zurück, wo wir uns auf eine erfrischende Dusche und ein kühles Getränk freuten. Schon bald war es Zeit für den Tagesrückblick, gefolgt vom Abendessen. Was für ein wunderschöner Tag! Gute Nacht zusammen!

Tag 8: Antarctic Havn und Fleming Fjord

Antarctic Havn und Fleming Fjord
Datum: 10.08.2026
Position: 72°01.2’N / 023°03.9’W
Wind: SE2
Wetter: Sonnig
Lufttemperatur: +13

Ein Expeditionstag in der Arktis verläuft nur selten genau nach Plan – und der heutige Tag war ein perfektes Beispiel dafür. Was mit der Aussicht auf eine morgendliche Anlandung im Antarctic Havn begann, entwickelte sich schnell zu einer unerwarteten Begegnung mit der Tierwelt, gefolgt von einem spektakulären Nachmittag in der Landschaft des Fleming Fjords.

Die für den Morgen geplante Anlandung im Antarctic Havn musste abgesagt werden, nachdem das Expeditionsteam bei der Erkundung des vorgesehenen Anlandungsplatzes eine außergewöhnliche Entdeckung gemacht hatte: In der Nähe befand sich ein Eisbär. Damit war dies bereits der fünfte Eisbär, dem wir während der Reise begegnet waren – für einige der an Bord befindlichen Guides sogar ein Rekord für Grönland. Die Sicherheit sowohl der Gäste als auch der Tiere hat während einer Expedition stets höchste Priorität, und die Anwesenheit des Eisbären bedeutete, dass die Anlandung nicht stattfinden konnte. Stattdessen wurden wir vom Schiff aus mit dem bemerkenswerten Anblick belohnt, als sich der Eisbär entlang der Küstenlinie bewegte.

Eine Zeit lang wanderte der Bär am Wasser entlang und bot uns die Gelegenheit, eines der bekanntesten Tiere der Arktis in seinem natürlichen Lebensraum zu beobachten. Schließlich begab er sich ins Wasser, was die Abfahrt des Schiffes aus diesem Gebiet auslöste.

Auch wenn die abgesagte Anlandung zunächst enttäuschend war, zeigte diese Begegnung eines der wichtigsten Prinzipien einer Expeditionsreise: die Pläne bleiben flexibel und die Natur hat immer Vorrang. Eine unerwartete Tierbeobachtung kann einen gewöhnlichen Morgen in eines der unvergesslichsten Erlebnisse einer Reise verwandeln.

Nach der Absage der morgendlichen Anlandung passte das Expeditionsteam das Programm schnell an. Wir konnten an zwei Vorträgen über Eisbären teilnehmen und dabei mehr über das Tier erfahren, das wir gerade erst mit etwas Glück in freier Wildbahn beobachten konnten. Gabi hielt ihren Vortrag auf Englisch, während Koen das Thema auf Deutsch präsentierte. Die Vorträge boten uns die Gelegenheit, mehr über das Verhalten und die Biologie der Eisbären sowie über ihre speziellen Anpassungen an das Leben in der Arktis zu erfahren. Einen Eisbären in freier Wildbahn zu beobachten und anschließend mehr über seine Ökologie zu lernen, war dabei eine besonders passende Kombination. So wurde der Morgen nicht nur zu einer außergewöhnlichen Tierbegegnung, sondern auch zu einer lehrreichen Gelegenheit, diese Beobachtung in einen größeren Zusammenhang einzuordnen.

Die unerwartete Beobachtung am Morgen bedeutete außerdem eine frühere Abfahrt als ursprünglich geplant aus dem Antarctic Havn. Das Schiff begann die lange Fahrt zum Ziel der Nachmittagsanlandung: dem Fleming Fjord.

Der Fleming Fjord ist für seine dramatische arktische Landschaft bekannt. Mächtige Berge, weitläufige Täler und ausgedehnte Vegetationsflächen bilden eine beeindruckende Kulisse für die Erkundung. Nach den unerwarteten Ereignissen des Vormittags wuchs die Vorfreude, während sich das Schiff dem nächsten Anlandungsplatz näherte.

Als das Expeditionsteam den Anlandungsplatz erreichte, hätten die Bedingungen kaum besser sein können. Strahlender Sonnenschein und nahezu völlige Windstille erwarteten uns im Fleming Fjord. Es waren genau die arktischen Wetterbedingungen, die einen spektakulären Nachmittag an Land versprachen.

Die drei Wandergruppen – lang, mittel und kurz – gingen an Land und machten sich auf ihre jeweiligen Routen. Jede Gruppe bot eine eigene Möglichkeit, die Landschaft zu erleben, sodass wir entsprechend unseren Interessen und körperlichen Möglichkeiten auf Erkundung gehen konnten.

Die Landschaft war atemberaubend, doch es war vor allem die Kombination aus Landschaft, Flora und Fauna, die diesen Nachmittag so besonders machte. Überall auf den Hängen war die arktische Natur voller Leben. Moschusochsen waren zu beobachten, wie sie sich gemächlich über die Hänge bewegten. Ihre kräftigen Körper sind perfekt an die anspruchsvollen Bedingungen des hohen Nordens angepasst. Ihre scheinbar entspannten Bewegungen standen dabei in starkem Kontrast zu der rauen Umgebung, an die sie sich im Laufe ihrer Evolution angepasst haben.

Etwas näher am Boden spielte sich ein weiteres faszinierendes Schauspiel ab. Hummeln bewegten sich von Blüte zu Blüte und suchten die Vegetation ab, die die Hänge bedeckte. Ihre Anwesenheit verdeutlichte die erstaunliche Produktivität des arktischen Sommers: die kurze Vegetationsperiode bringt eine regelrechte Explosion des Pflanzenlebens hervor und bietet Nahrung für eine Vielzahl von Insekten und anderen Tieren.

Für uns auf den Wanderungen waren diese Begegnungen eine eindrucksvolle Erinnerung daran, dass die arktischen Landschaften keineswegs karg oder leblos sind. Selbst in einer so abgelegenen und extremen Umgebung existiert ein komplexes Ökosystem, das sich über Berge, Täler und die Tundra erstreckt.

Nach der Rückkehr der Gruppen von unseren Wanderungen endete der Tag mit dem abendlichen Recap des Expeditionsteams. Chloé stellte die Pläne für den folgenden Tag vor und gab uns einen Einblick in das, was sie im weiteren Verlauf der Reise erwarten würde. Das Recap wurde außerdem durch zwei kurze informative Präsentationen ergänzt.

Mark stellte uns das Alpenschneehuhn vor, einen bemerkenswerten arktischen Vogel mit einer Reihe von Anpassungen, die ihm das Überleben in den anspruchsvollen Lebensräumen des Nordens ermöglichen. Anschließend sprach Ursula über die Anpassungen arktischer Blumen und erklärte, wie es den Pflanzen gelingt, trotz der kurzen Vegetationsperiode und des anspruchsvollen Klimas zu wachsen, zu blühen und sich fortzupflanzen.

Es war ein passender Abschluss für einen Tag, der sich unerwartet um das Thema Anpassung gedreht hatte – vom Eisbären, der in einer der unwirtlichsten Regionen der Welt überlebt, über die Moschusochsen bis hin zu den winzigen Blumen und Hummeln, die während des kurzen arktischen Sommers gedeihen.

Der Tag im Antarctic Havn und im Fleming Fjord zeigte eindrucksvoll, warum eine Expeditionsreise so anders ist als eine klassische Kreuzfahrt. Der ursprüngliche Plan mag durch die Anwesenheit eines Eisbären durchkreuzt worden sein, doch die Änderung führte zu einem völlig anderen Erlebnis. Wir konnten eine außergewöhnliche Tierbegegnung erleben, mehr über Eisbären vom Expeditionsteam erfahren, zu einem spektakulären Fjord weiterreisen und den Nachmittag bei strahlendem arktischem Sonnenschein in der Natur verbringen.

Von den größten Tieren an den Berghängen bis hin zu den kleinsten Blumen unter unseren Füßen bot jeder Teil des Tages eine Gelegenheit, mehr über die arktische Umwelt zu lernen.

Am Ende mag das Expeditionsteam die Pläne machen – doch in der Arktis haben die Tierwelt und die Landschaft immer das letzte Wort.

Tag 9: Scoresby Sund & Bjørne Øer

Scoresby Sund & Bjørne Øer
Datum: 11.08.2026
Position: 70°26.8’N / 023°38.6’W
Wind: NE2
Wetter: Sonnig
Lufttemperatur: +16

Heute fuhren wir in den Scoresby Sund ein, einer der größten Fjorde Nordost-Grönlands. Bereits am Abend zuvor hatten wir die hoch aufragenden Berge mit ihren imposanten Gletschern bestaunen können. Da wir einiges an Strecke zurücklegen mussten, um am nächsten Tag am perfekten Ort für die Sonnenfinsternis zu sein, waren an diesem Morgen keine Aktivitäten außerhalb des Schiffs geplant. Vielen von uns war der späte Weckruf und ein gemütlicher Morgen sehr willkommen, da wir in den letzten Tagen viel Programm hatten. So ließen wir es ruhig angehen und genossen nach dem Frühstück einen Vortrag von Mark, der uns mehr über die bunte Vielfalt und faszinierende Welt der arktischen Vögel erzählte. Im Anschluss fand eine weitere, diesmal verpflichtende Vorlesung von Edu zum Thema Sonnenfinsternis statt. Dabei ging es in erster Linie um die Sicherheit und wie wir unsere Augen und unsere Kameras am besten vor der gefährlichen UV-Strahlung schützen, während wir das einmalige Spektakel der Sonnenfinsternis am Himmel beobachten. Edu freut sich wie ein kleiner Junge und wir alle freuen uns mit ihm. Für viele von uns ist das der Grund, warum wir diese Reise gebucht haben, für manche ist es die Erfüllung eines Lebenstraums. Einige haben vielleicht im Leben schon ein, zwei oder mehrere Male eine Sonnenfinsternis gesehen, für andere ist es das aller erste Mal! Wir sind aufgeregt und euphorisch und fiebern dem morgigen Tag mit großer Spannung und Freude entgegen.
Am Mittag rief man uns wie immer ins Restaurant, heute gab es Burger, njam njam njam.

Nach dem Mittagessen geht es hinaus auf eine Zodiac-Tour durch die herrliche Insellandschaft der Bjørne Øer – der „Bäreninseln“. Wir genossen das milde Wetter und den Sonnenschein, während wir an haushohen Eisgiganten vorbeifuhren. Der Scoresby Sund ist berühmt und berüchtigt für die riesigen Eisberge, die hier auf Grund laufen und sozusagen einen Eisbergfriedhof erschaffen. Auf einigen treibenden Eisschollen konnten wir die hübschen Küstenseeschwalben beobachten. Wenn man sie so aus der Nähe sieht kann man sich kaum vorstellen, dass diese zierlichen Vögel die längste Migrationsroute der Welt haben und im arktischen Winter die rund 70.000 km bis in die Antarktis zurücklegen!

Im Skoresby Sund gibt es eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 5 Knoten, welche zum Schutz der lokalen Walpopulationen dient. Da wir uns recht weit von unserem Schiff entfernt hatten, dauerte unsere Tour zurück zur Plancius gemütliche 40 Minuten, in denen wir Zeit hatten, die imposante Kulisse rund um uns herum zu genießen.

Nach dem Abendessen fuhren wir mit dem Schiff durch den Øfjord mit seinen steil aufragenden Klippen. Wir machten Halt an einer besonders markanten Felsformation mit dem Namen „Grundtvigskirken“, benannt nach einer Kirche in der dänischen Hauptstadt Kopenhagen.

Tag 10: Sorte Ø und Totale Sonnenfinsternis

Sorte Ø und Totale Sonnenfinsternis
Datum: 12.08.2026
Position: 70°41.36’N / 027°44.9’W
Wind: NE2
Wetter: Sonnig
Lufttemperatur: +14

Die mit größter Vorfreude erwarteten Tage unserer Reise begannen mit dem üblichen Weckruf unserer Expeditionsleiterin um 07:15 Uhr. In ihrem Durchsage wies sie auf den klaren Himmel und die guten Wetterbedingungen hin, die den ganzen Vormittag über herrschten. Kurz nach dem Weckruf gab Marleen, unsere Hotelmanagerin, bekannt, dass das Frühstück im Speisesaal bereitstehe.

Währenddessen näherte sich unser Schiff der Nordseite von Sorte Ø, einer kleinen Insel an der Mündung des Snesund-Kanals in den Rødefjord, tief im Inneren des Scoresby-Sounds.

Unsere Navigationsoffiziere waren so freundlich, das Schiff ganz in der Nähe der Anlegestelle zu positionieren, und genau um 08:45 Uhr begannen unsere Guides mit den Vorbereitungen für die morgendliche Landung. Wie schon während der gesamten Reise erkunden wir jede Anlegestelle, die wir anlaufen. So war auch dieser Morgen keine Ausnahme, und sobald mehrere Guides den Strand erreicht hatten, begannen sie, das Gebiet um den Anlegeplatz zu Fuß zu erkunden. Ebenso fuhren zwei Zodiacs in entgegengesetzte Richtungen entlang der Küste der Insel, um nach Wildtieren und Eisbären Ausschau zu halten. Nach Abschluss der Erkundung starteten wir unser Programm, das die Möglichkeit zu einer langen Wanderung, einigen mittelschweren Wanderungen und einem kurzen Spaziergang rund um den Anlegeplatz bot. Als Erste gingen die Teilnehmer der langen Wanderung an Land, die, begleitet von zwei Reiseleitern, ins Landesinnere aufbrachen, sobald sie bereit waren. Auch die Teilnehmer der mittleren Wanderungen machten sich auf den Weg, und bald blieben am Strand nur noch zwei Reiseleiter und eine kleine Gruppe von Menschen zurück, die einen kurzen Spaziergang genießen wollten.

Alle Teilnehmer hatten großen Spaß an den Aktivitäten, denn das Wetter war einfach spektakulär: blauer Himmel, warme Temperaturen und eine außergewöhnliche Sicht. Wir alle konnten in der Ferne die Berge mit ihren eisbedeckten Gletschern sowie mehrere der umliegenden Fjorde sehen. Die Aktivität endete mit einem sogenannten „Polar Plunge“, einem kurzen Bad am Anlegestrand, bei dem man die belebende Wirkung des Wassers „spüren“ kann.

Wir kehrten alle zu unserem Schiff zurück, um – für die Schwimmer – eine wärmende Dusche und eine gute, warme Mahlzeit zu genießen.

Der Nachmittag hielt eines der spektakulärsten Naturschauspiele bereit: eine totale Sonnenfinsternis. Das ist der Moment, in dem die Mondscheibe die gesamte Sonnenscheibe verdeckt, und unsere Position lag genau unter dem Schatten des Mondes. Das gesamte Schiff, sowohl Passagiere als auch Besatzung, war von diesem Ereignis sehr begeistert, und die Stimmung an diesem Nachmittag war mitreißend. Ein Ereignis wie dieses kommt selten vor – etwa alle paar Jahre gibt es eine gute totale Sonnenfinsternis. Die Vorbereitungen für die Sonnenfinsternis begannen bereits früher während der Reise, als Eduardo, der Astronom an Bord, einen einführenden Vortrag hielt, in dem er detailliert erklärte, was Sonnenfinsternisse sind und wie sie entstehen. In einem zweiten Teil ging Eduardo näher auf die Umstände dieser Sonnenfinsternis ein und gab Erläuterungen zur Wettervorhersage, einige Tipps zum Fotografieren sowie weitere Hinweise dazu, was während der Totalphase zu erwarten war. Während dieses Treffens verteilten wir Brillen mit speziellen Filtern, um die Sonnenfinsternis zu beobachten.

Details zur Sonnenfinsternis:

Koordinaten unseres Standortes:

70˚ 47' N, 27˚ 47 W

Dauer:

Partiale Finsternis Beginn: 12.08. 16:34:44

Totale Finsternis Beginn: 12.08. 17:35:14

Totale Finsternis Ende: 12.08. 17:37:38

Partiale Finsternis Ende: 12.08. 18:35:52

Dauer der totalen Sonnenfinsternis:

2 Minuten 18 Sekunden.

Dauer der kompletten Sonnenfinsternis:

2 Stunden 1 Minute 8 Sekunden.

Verdunkelung der Sonne: 100%

Tag 11: Immikkeertigajik und Sydkap

Immikkeertigajik und Sydkap
Datum: 13.08.2026
Position: 71°16.5’N / 025°01.5’W
Wind: NNW2
Wetter: bewölkt
Lufttemperatur: +14

Nach der fantastischen Sonnenfinsternis gestern sind wir heute Morgen bei strahlendem Sonnenschein, kaum bis gar keinem Wind und ruhiger See aufgewacht. Es war, als wäre gestern überhaupt nichts geschehen. Es war ein unglaubliches und surrealistisches Erlebnis, das wir so schnell nicht vergessen.

Aber zurück zu den Ereignissen des heutigen Tages. Über Nacht hatte das Schiff seine Position gegenüber einem Ort namens Sidkapp oder Sydkap verändert. Expeditionsleiterin Chloe hatte alles darangesetzt, uns einen weiteren ganztägigen Wanderausflug anbieten zu können und hat dafür diesen atemberaubenden Ort ausgesucht. Die Teilnehmer der Ganztageswanderung erwartete dort ein wunderbares „Spielgelände“, auf dem sie sicherlich fantastische Aussichtspunkte erreichen und gleichzeitig eine gute Strecke zurücklegen konnten.

Für diejenigen von uns, die es etwas gemütlicher angehen wollten, hatte das Team die traditionellen Wandergruppen organisiert. Wir gingen nicht am selben Ort an Land wie die Langstreckenwanderer, sondern landeten auf dem wunderschönen Immikkeertikajik, einer kleinen Insel gegenüber von Sydkap. Der Name der Insel bedeutet auf Grönländisch „die kleine, abgelegene Insel“ oder „schlechte Insel“.

Nachdem die Langstreckenwanderer abgesetzt worden waren, war es Zeit für uns, an Land zu gehen. Das Wetter war einfach fantastisch, und als wir an Land gingen, konnten wir die üppige Vegetation riechen, die diese Insel zu bieten hat. Außerdem konnten wir hier gut erhaltene Überreste eines alten Thule-Dorfes sehen, dessen Bewohner zwischen 1000 und 1600 hier lebten. Wir konnten die Überreste der Häuser sehen, die etwa einen Meter tief in den Boden gegraben worden waren. Dies bot Schutz, und um die Wärme zu bewahren, befand sich der Eingang im tiefer gelegenen Bereich. Die Dächer wurden häufig aus Kieferknochen und Rippenknochen von Grönlandwalen errichtet, auf die Tierhäute und Torf gelegt wurden. Es war faszinierend zu sehen, wie die Menschen hier vor über tausend Jahren gelebt haben.

Dann war es Zeit, zu unseren Wanderungen aufzubrechen. Die Gruppe der Langstreckenwanderer bestand nur aus vier Teilnehmern, aber das hielt sie nicht davon ab, bis ganz nach oben auf die 250 Meter hohe Insel zu wandern. Auf dem Rückweg belohnten Koen und Gabi die Gäste mit einem zehnminütigen Nickerchen in der weichen Vegetation, während sie die warmen Sonnenstrahlen genossen.

Die anderen Gruppen ließen es etwas ruhiger angehen, genossen aber trotzdem jede Minute. Viele von uns sahen Schneehasen, und wir fanden auch Überreste von Moschusochsen.

Direkt neben unserem Anlandeplatz und unmittelbar vor der Insel konnten wir den Anblick eines wunderschönen, glänzenden Eisbergs genießen. Seine glatten, weichen Seiten schimmerten wunderschön in der hellen Sonne und brachten beeindruckende Blautöne zum Vorschein. Für diejenigen von uns, die etwas höher oben waren, bot sich außerdem die Gelegenheit zu sehen, wie tief das Eis unter die Wasseroberfläche reicht.

Dann war es Zeit zu essen, und kurz darauf informierte Chloe uns über die Pläne für den Nachmittag. Sie hatte sich große Mühe gegeben, uns eine gute Mischung verschiedener Aktivitäten anzubieten, und so hatte sie beschlossen, eine Zodiac-Fahrt zwischen den Eisbergen zu unternehmen, die in den Gewässern vor der Küste von Sydkap gestrandet waren. Wir fanden diese Idee großartig, denn nachdem wir am Morgen eine ausgiebige Wanderung gemacht hatten, konnten wir nun ganz entspannt die beeindruckenden Eisberge genießen.

Ein Gebiet, in dem gestrandete Eisberge liegen, wird oft als „Eisbergfriedhof“ oder „Eisberggarten“ bezeichnet. Wenn man bedenkt, dass wir nur etwa 10 % eines Eisbergs oberhalb der Wasseroberfläche sehen, wurde uns klar, dass viele der riesigen Eisberge Hunderte Meter tief reichen und leicht bis zum Meeresboden hinunterreichen können. Diese Eisberge schmelzen langsam, und wenn große Stücke abbrechen, können sie sich vom Meeresboden lösen und weiterdriften.

Für uns war es ein malerischer und spektakulärer Anblick. Wir sahen so viele unterschiedliche Formen und Gestalten, und aus jedem Blickwinkel sahen die Eisberge anders aus. Einige von uns hatten das Glück, das Kalben eines Eisbergs mitzuerleben, während andere Eisberge mit Höhlen oder sogar riesigen Löchern darin entdeckten. Was für ein atemberaubender Nachmittag!

Während wir uns für die Nachbesprechung („Recap“) umzogen, wurden die Langstreckenwanderer an einem nahegelegenen Strand abgeholt – sie hatten es geschafft!

Zum Abendessen gab es heute ein Barbecue, und das Wetter sowie die Landschaft hätten dafür nicht besser sein können. Wir aßen draußen, genossen die wunderschöne Aussicht und das Licht und ließen uns frisch gegrillte Würstchen, Hühnchen und Steaks schmecken. Nachdem wir mit dem Essen fertig waren, räumte das Expeditionsteam die Tische weg, sodass mehr Platz zum Tanzen und für einen weiteren Drink entstand.

Der Legende nach gehörten einige von uns zu den Letzten, die spät in der Nacht die Bar verließen – aber diese Information bleibt unbestätigt ;).

Gute Nacht euch allen – was für ein fantastischer Tag!

Tag 12: Roma Gletscher & Ittoqqortoormiit

Roma Gletscher & Ittoqqortoormiit
Datum: 14.08.2026
Position: 70°10.3’N / 022°58.9’W
Wind: NNE2
Wetter: Sonnig
Lufttemperatur: +13

Unser letzter Tag voller Aktivitäten in Grönland begann mit einer Zodiac fahrt vor der Front des Roma Gletschers. Der Gletscher liegt nahe der Öffnung des Scoresby Sund und bot uns noch einmal einen eindrucksvollen Einblick in die arktische Landschaft. Besonders gut waren die deutlich sichtbaren Moränen zu erkennen, die von der Bewegung des Gletschers zeugen. Gleichzeitig ragten die markanten Basaltberge und steilen Klippen entlang der Küste auf. Die charakteristischen Säulenstrukturen des Basalts sind ein Ergebnis des Paläogen-Vulkanismus in Ostgrönland und verliehen der Landschaft ein geradezu außergewöhnliches Erscheinungsbild. Die Fahrt mit den Zodiacs bot uns die Möglichkeit, diese beeindruckende Kombination aus Eis, Gestein und Landschaft aus nächster Nähe zu erleben.

Nach unserer Rückkehr zum Schiff genossen wir das Mittagessen, bevor am Nachmittag unsere letzte Anlandung in Grönland auf dem Programm stand. Wir erreichten Ittoqqortoormiit, eine der abgelegensten Siedlungen der Welt. In dem kleinen Ort leben ungefähr 350 Menschen, und der Besuch gab uns die besondere Gelegenheit, einen Einblick in das alltägliche Leben der lokalen Bevölkerung zu bekommen. Einige von uns wurden sogar in ein Haus eingeladen, wo wir bei einem Kaffee mit Einheimischen ins Gespräch kommen konnten. Viele von uns besuchten das Museum und die Kirche. Auch konnten wir beobachten, wie die Schlittenhunde gefüttert wurden. Auf den Straßen ergaben sich weitere Begegnungen mit den Bewohnern des Ortes, mit denen wir uns unterhalten und mehr über das Leben in dieser abgelegenen Gemeinschaft erfahren konnten.

Am Abend trafen wir uns zum täglichen Rückblick mit dem Expeditionsteam und ließen die Erlebnisse unseres letzten Tages in Grönland noch einmal Revue passieren. Anschließend genossen wir unser Abendessen an Bord. Doch der Tag hielt noch eine letzte spektakuläre Überraschung für uns bereit. Nachdem wir den Scoresby Sund verlassen hatten, konnten wir vom Schiff aus mehr als 50 Buckelwale beobachten, die sich in den Gewässern versammelt hatten und gemeinsam auf Nahrungssuche waren. Es war ein beeindruckender Anblick und ein wahrhaft außergewöhnlicher Abschluss unserer Zeit in Grönland. Während das Schiff schließlich Kurs auf Island nahm, konnten wir auf eine unvergessliche Expedition zurückblicken – geprägt von gewaltigen Landschaften, Gletschern, faszinierender Geologie, Begegnungen mit den Menschen Grönlands und unvergesslichen Momenten mit der arktischen Tierwelt.

Tag 13: auf See Richtung Island

auf See Richtung Island
Datum: 15.08.2026
Position: 78°14.0’N / 015°35.4’E
Wind: NE2
Wetter: bewölkt
Lufttemperatur: +8

Unser letzter Morgen an Bord begann mit einem sanften Weckruf um 07:45 Uhr. Nach so vielen ereignisreichen und unvergesslichen Tagen waren wir alle ein wenig müde und ließen uns beim Frühstück Zeit. Vielleicht waren wir auch noch dabei, all die unglaublichen Erlebnisse dieser besonderen Reise zu verarbeiten.

Der Vormittag bot uns eine letzte Gelegenheit, etwas Neues zu lernen und die vergangenen Tage Revue passieren zu lassen. Die deutschsprachigen Gäste trafen sich mit Esther in der Lounge zu einem spannenden Vortrag über die Wikinger, während die englischsprachigen Gäste gemeinsam mit Charlotte mehr über andere faszinierende Reiseziele von Oceanwide erfuhren. Es war ein entspannter Vormittag, an dem noch einmal viele Geschichten und Erinnerungen zwischen Gästen und Crew ausgetauscht wurden. Nach dem Mittagessen ging unser Programm mit „Drifting World: Die faszinierende Welt des Planktons!“ weiter. Ursula stellte den deutschsprachigen Gästen diese faszinierende Welt vor, während Chloé den englischsprachigen Gästen erklärte, welche wichtige Rolle Plankton im marinen Ökosystem spielt. Später am Nachmittag wurden die Vorträge getauscht. Koen stellte den deutschsprachigen Gästen weitere spannende Oceanwide-Reiseziele vor, während Esther die englischsprachige Gruppe erneut mit auf eine Reise in die Welt der Wikinger nahm.

Dann kam der Moment, auf den wir alle gewartet hatten: der Abschied des Kapitäns. Wir versammelten uns in der Lounge zu einem letzten gemeinsamen Toast auf eine außergewöhnliche Reise. Gabi präsentierte außerdem die Fotoshow, die sie für uns zusammengestellt hatte. Die Bilder brachten viele Erinnerungen zurück: an Gletscher, Berge, Eisberge, Eisbären, Wale, Wanderungen, abgelegene Siedlungen und natürlich an die unvergessliche totale Sonnenfinsternis.

Anschließend genossen wir unser letztes gemeinsames Abendessen im Restaurant. Eine Mischung aus Freude und Müdigkeit lag in der Luft. Wir waren alle erschöpft von dieser intensiven Reise, während unsere Köpfe gleichzeitig noch voller Eindrücke und außergewöhnlicher Momente der vergangenen Tage waren.

Es war eine fantastische Reise – voller spektakulärer Landschaften, unglaublicher Tierbeobachtungen, faszinierender Begegnungen und Erinnerungen, die uns noch lange begleiten werden. Nun geht unsere Expedition zu Ende. Wir verlassen das Schiff mit müden Körpern, vollen Herzen und unzähligen Geschichten im Kopf. Was für eine Reise!

Tag 14: Akureyri, Island, Ausschiffung

Akureyri, Island, Ausschiffung
Datum: 16.08.2026
Position: 65°41.06’N / 018°05.01’E
Wind: SSE1
Wetter: teils bewölkt
Lufttemperatur: +5

Unser letzter Morgen an Bord kam viel zu schnell. Nach einer so unglaublichen Reise fühlte es sich merkwürdig an, aufzuwachen und zu wissen, dass dies unser letzter Morgen auf der Plancius war.

Um 07:00 Uhr stellten wir unser Gepäck vor unsere Kabinen bevor wir zum Frühstück gingen. An Bord herrschte zum einen reges Treiben, zum anderen ein stilles, nachdenkliches Gefühl als wir gemeinsam unser letztes Frühstück genossen und uns langsam auf die Abreise vorbereiteten. Um 08:30 Uhr war es Zeit, das Schiff zu verlassen. Als wir die Gangway hinunter gingen verabschiedeten wir uns von unserem Expeditionsteam und der Crew, die diese wunderbare Reise mit uns geteilt haben. Der Abschied viel schwer nach so vielen gemeinsamen Erlebnissen.

An Land erwartete uns die isländische Grenzkontrolle und danach mehrere Busse, die uns nach Reykjavík bringen sollten. Nun ließen wir wirklich die Plancius und unser arktisches Abenteuer hinter uns. Wir reisten ab mit Leichter Erschöpfung, doch mit dem Herzen voller Erinnerungen, während unser Kopf damit beschäftigt war, all das Erlebte zu verarbeiten. Es war wirklich eine wundervolle Reise, von der wir viele schöne Geschichten mit nach Hause nehmen. Zwar ist die Expedition vorüber, doch das Abenteuer und die Erinnerungen werden noch lange in uns weiterleben.

Auf Wiedersehen, Grönland — und auf Wiedersehen an alle, die dieses unvergessliche Abenteuer mit uns geteilt haben. Bis zum nächsten Mal!

Totale Distanz auf unserer Reise: 1.897,2

Seemeilen Nördlichste Position: 79°52.38’N, 11°28.42’E

Im Namen von Oceanwide Expeditions, Kapitän Christophe Colaris, Expeditionsleiterin Chloe Marechal, Hotel Managerin Marleen Van Moorsel und der gesamten Besatzung der M/V Plancius, es war uns eine Freude mit euch zu reisen

Einzelheiten

Reisecode: PLA10-26
Daten: 3 Aug - 16 Aug, 2026
Dauer: 13 Nächte
Schiff: MS Plancius
Einschiffung: Longyearbyen
Ausschiffung: Akureyri

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