| Datum: |
22.06.2026 |
| Position: |
79°38.0’N / 011°30.8’O |
| Wind: |
S-1 |
| Wetter: |
bewölkt |
| Lufttemperatur: |
+7 |
Was für ein unglaublicher Start in unsere Arktisreise!
Nach einer ruhigen Nacht an Bord der Plancius segelten wir in den wunderschönen Smeerenburgfjord, benannt nach der legendären niederländischen Walfängerstadt aus dem 17. Jahrhundert, die sich auf der nahegelegenen Amsterdamøya befand. Schon am frühen Morgen konnten wir das Bergpanorama sehen, das diesem Archipel seinen niederländischen Namen gab: Spitzbergen. Nach dem Frühstück wurden wir alle in die Lounge zu unserer obligatorischen Zodiac- und Eisbären-Sicherheitseinweisung eingeladen. Unmittelbar nach diesem Treffen hörten wir eine Durchsage über die Lautsprecheranlage: In der Bucht vor dem Gletscher war ein Zwergwal gesichtet worden – ein guter Grund, sich warm anzuziehen, Kamera und Fernglas zu schnappen und nach draußen zu gehen.
Nur eine halbe Stunde später eilte Steve, ein begeisterter Vogelbeobachter und Naturliebhaber aus Großbritannien, zum Expeditionsteam. „Ich glaube, ich habe einen Bären entdeckt!“ Und tatsächlich hatte er einen Eisbären gesichtet, der vor dem Gletscher im Wasser schwamm – fast unmöglich zu erkennen! Die meisten von uns entdeckten das Tier erst, als es kurz darauf auf eine Eisscholle kletterte. Kurz darauf ging lieβ er sich zurück ins Wasser gleiten und wurde wieder beinahe unsichtbar. Der Bär schwamm ein Stück weiter, erkundete eine weitere Eisscholle, einen Eisberg, versuchte, hinaufzuklettern, sank wieder ins Wasser, schwamm noch ein Stück weiter… Viele von uns konnten den weit entfernten Bären im Wasser immer noch nicht sehen. Schließlich schwamm er ans Ufer und kletterte auf die Felsen. Er schüttelte sein nasses Fell und wälzte sich im Schnee, um das Wasser aus seinem Pelz zu entfernen. Was für ein beeindruckender Anblick, dieses majestätische Raubtier zu sehen, wie es sich wie ein Welpe im Schnee wälzt. Der Bär zog weiter entlang der Küste auf der Suche nach Nahrung. Einige Nonnengänse flogen davon, als er sich näherte. Wir hatten reichlich Zeit, den Eisbären in aller Ruhe mit unseren Ferngläsern und Kameras zu beobachten, bis er in der nächsten Bucht verschwand und außer Sichtweite war.
Wir konnten unser Glück kaum fassen, schon am ersten Expeditionstag unserer Reise in die Arktis einen Eisbären zu sehen!
Das Schiff setzte seine Fahrt in Richtung des Gletschers fort und schließlich weiter zum Fuglefjord, dem „Vogelfjord“, der nach den vielen verschiedenen Vogelarten benannt ist, die an seinen Ufern brüten und leben. Nach dem Mittagessen machten wir uns bereit für eine Zodiac-Tour. Das Wetter war wunderschön mit Sonnenschein und einer leichten Brise; dennoch waren wir froh, dass wir uns warm angezogen hatten, da kalte Fallwinde die Gletscherarme hinunterwehen und durch den Trichtereffekt der Täler an Geschwindigkeit gewinnen – diese Winde werden auch als „katabatische Winde“ bezeichnet.
Gleich zu Beginn der Zodiac-Tour sahen wir unsere ersten Papageitaucher, Dickschnabellummen und Küstenseeschwalben. Wir fuhren weiter und genossen das spektakuläre Panorama um uns herum. Als wir uns der Gletscherfront näherten, konnten wir das Grollen hören, und hin und wieder brach ein Stück ab – der Gletscher kalbte. Wir achteten darauf, unseren Sicherheitsabstand von 400 m einzuhalten und hatten groβe Freude daran, die hoch aufragende Gletscherfront zu beobachten und auf das nächste Kalben zu warten.
Die gesamte Bucht war mit Eisbergen übersät, die vom Svitjodbreen abgebrochen waren. Es war faszinierend, durch das zersplitterte Eis zu fahren, dem Geräusch zu lauschen, wenn die Luftblasen entweichen oder das Eis vom Rumpf des kleinen Bootes weggedrückt wird, die fantastischen Farben und Formen des Eises zu bewundern. Wir bahnten uns langsam unseren Weg durch dieses gefrorene Labyrinth zurück zum Schiff und beobachteten dabei Dreizehenmöwen, Küstenseeschwalben und Eiderenten entlang der Ufer. Schließlich kehrten wir zur Plancius zurück, glücklich über diesen großartigen Tag auf Spitzbergen!
Am Abend trafen wir uns für das tägliche Recap in der Lounge, wo Jan uns mehr über die Pläne für morgen erzählte, Karine erklärte, woran man erkennt, ob ein Eisbär dick und gesund ist, und Michelle uns von der Artenliste berichtete, in der wir alle Tier- und Pflanzenarten sammeln werden, die wir auf dieser Reise entdecken.
Nach dem Abendessen genossen wir eine malerische Schiffsfahrt entlang der Inseln Indre und Ytre Norskøya. Der Blick auf das offene Meer dahinter machte uns bewusst, dass sich nun nur noch Wasser zwischen uns und dem Nordpol befand. Wir konnten es kaum erwarten, weiter nach Norden zu fahren.
Gleich zu Beginn der Zodiac-Tour sahen wir unsere ersten Papageitaucher, Dickschnabellummen und Küstenseeschwalben. Wir fuhren weiter und genossen das spektakuläre Panorama um uns herum. Als wir uns der Gletscherfront näherten, konnten wir das Grollen hören, und hin und wieder brach ein Stück ab – der Gletscher kalbte. Wir achteten darauf, unseren Sicherheitsabstand von 400 m einzuhalten und hatten groβe Freude daran, die hoch aufragende Gletscherfront zu beobachten und auf das nächste Kalben zu warten.