PLA05-26, trip log, Nord-Spitzbergen-Entdecker Ins Packeis – Spezialreise zu den Eisbären & Walen

by Oceanwide Expeditions

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Tag 1: Einschiffung

Einschiffung
Datum: 21.06.2026
Position: 78°14.1’N / 015°37.1’O
Wind: WNW-3
Wetter: teils bewölkt
Lufttemperatur: +7.5

Viele von uns trafen am Tag der Einschiffung in Longyearbyen ein. Den ganzen Nachmittag über wurde das Gepäck vom Kai zur „Plancius“ transportiert, die in der Bucht vor Anker lag. Um 16 Uhr stand bereits eine eifrige Schlange bereit, um die Zodiac-Fahrt anzutreten! Dank unseres Glücks mit dem Wetter konnten wir uns die nassen Zodiac-Fahrten für später auf der Reise aufheben.

An Bord verging der Abend wie im Flug, wir hatten Sicherheits-Einweisungen, Sekt mit Kapitän Matei Mocanu und dem Expeditionsteam und unser erstes Abendessen an Bord der Plancius.

Am Abend fuhren wir aus dem Isfjord in Richtung Norden und genossen die groβartige Aussicht auf das Gebirgspanorama entlang der Küste. Selbst zu später Stunde stand die Sonne noch hoch am Himmel – ein auβergewöhnliches Erlebnis, die Mitternachtssonne hier auf Spitzbergen zu sehen!

Tag 2: Smeerenburg-Gletscher und Fuglefjord

Smeerenburg-Gletscher und Fuglefjord
Datum: 22.06.2026
Position: 79°38.0’N / 011°30.8’O
Wind: S-1
Wetter: bewölkt
Lufttemperatur: +7

Was für ein unglaublicher Start in unsere Arktisreise!

Nach einer ruhigen Nacht an Bord der Plancius segelten wir in den wunderschönen Smeerenburgfjord, benannt nach der legendären niederländischen Walfängerstadt aus dem 17. Jahrhundert, die sich auf der nahegelegenen Amsterdamøya befand. Schon am frühen Morgen konnten wir das Bergpanorama sehen, das diesem Archipel seinen niederländischen Namen gab: Spitzbergen. Nach dem Frühstück wurden wir alle in die Lounge zu unserer obligatorischen Zodiac- und Eisbären-Sicherheitseinweisung eingeladen. Unmittelbar nach diesem Treffen hörten wir eine Durchsage über die Lautsprecheranlage: In der Bucht vor dem Gletscher war ein Zwergwal gesichtet worden – ein guter Grund, sich warm anzuziehen, Kamera und Fernglas zu schnappen und nach draußen zu gehen.

Nur eine halbe Stunde später eilte Steve, ein begeisterter Vogelbeobachter und Naturliebhaber aus Großbritannien, zum Expeditionsteam. „Ich glaube, ich habe einen Bären entdeckt!“ Und tatsächlich hatte er einen Eisbären gesichtet, der vor dem Gletscher im Wasser schwamm – fast unmöglich zu erkennen! Die meisten von uns entdeckten das Tier erst, als es kurz darauf auf eine Eisscholle kletterte. Kurz darauf ging lieβ er sich zurück ins Wasser gleiten und wurde wieder beinahe unsichtbar. Der Bär schwamm ein Stück weiter, erkundete eine weitere Eisscholle, einen Eisberg, versuchte, hinaufzuklettern, sank wieder ins Wasser, schwamm noch ein Stück weiter… Viele von uns konnten den weit entfernten Bären im Wasser immer noch nicht sehen. Schließlich schwamm er ans Ufer und kletterte auf die Felsen. Er schüttelte sein nasses Fell und wälzte sich im Schnee, um das Wasser aus seinem Pelz zu entfernen. Was für ein beeindruckender Anblick, dieses majestätische Raubtier zu sehen, wie es sich wie ein Welpe im Schnee wälzt. Der Bär zog weiter entlang der Küste auf der Suche nach Nahrung. Einige Nonnengänse flogen davon, als er sich näherte. Wir hatten reichlich Zeit, den Eisbären in aller Ruhe mit unseren Ferngläsern und Kameras zu beobachten, bis er in der nächsten Bucht verschwand und außer Sichtweite war.

Wir konnten unser Glück kaum fassen, schon am ersten Expeditionstag unserer Reise in die Arktis einen Eisbären zu sehen!

Das Schiff setzte seine Fahrt in Richtung des Gletschers fort und schließlich weiter zum Fuglefjord, dem „Vogelfjord“, der nach den vielen verschiedenen Vogelarten benannt ist, die an seinen Ufern brüten und leben. Nach dem Mittagessen machten wir uns bereit für eine Zodiac-Tour. Das Wetter war wunderschön mit Sonnenschein und einer leichten Brise; dennoch waren wir froh, dass wir uns warm angezogen hatten, da kalte Fallwinde die Gletscherarme hinunterwehen und durch den Trichtereffekt der Täler an Geschwindigkeit gewinnen – diese Winde werden auch als „katabatische Winde“ bezeichnet.

Gleich zu Beginn der Zodiac-Tour sahen wir unsere ersten Papageitaucher, Dickschnabellummen und Küstenseeschwalben. Wir fuhren weiter und genossen das spektakuläre Panorama um uns herum. Als wir uns der Gletscherfront näherten, konnten wir das Grollen hören, und hin und wieder brach ein Stück ab – der Gletscher kalbte. Wir achteten darauf, unseren Sicherheitsabstand von 400 m einzuhalten und hatten groβe Freude daran, die hoch aufragende Gletscherfront zu beobachten und auf das nächste Kalben zu warten.

Die gesamte Bucht war mit Eisbergen übersät, die vom Svitjodbreen abgebrochen waren. Es war faszinierend, durch das zersplitterte Eis zu fahren, dem Geräusch zu lauschen, wenn die Luftblasen entweichen oder das Eis vom Rumpf des kleinen Bootes weggedrückt wird, die fantastischen Farben und Formen des Eises zu bewundern. Wir bahnten uns langsam unseren Weg durch dieses gefrorene Labyrinth zurück zum Schiff und beobachteten dabei Dreizehenmöwen, Küstenseeschwalben und Eiderenten entlang der Ufer. Schließlich kehrten wir zur Plancius zurück, glücklich über diesen großartigen Tag auf Spitzbergen!

Am Abend trafen wir uns für das tägliche Recap in der Lounge, wo Jan uns mehr über die Pläne für morgen erzählte, Karine erklärte, woran man erkennt, ob ein Eisbär dick und gesund ist, und Michelle uns von der Artenliste berichtete, in der wir alle Tier- und Pflanzenarten sammeln werden, die wir auf dieser Reise entdecken.

Nach dem Abendessen genossen wir eine malerische Schiffsfahrt entlang der Inseln Indre und Ytre Norskøya. Der Blick auf das offene Meer dahinter machte uns bewusst, dass sich nun nur noch Wasser zwischen uns und dem Nordpol befand. Wir konnten es kaum erwarten, weiter nach Norden zu fahren.

Gleich zu Beginn der Zodiac-Tour sahen wir unsere ersten Papageitaucher, Dickschnabellummen und Küstenseeschwalben. Wir fuhren weiter und genossen das spektakuläre Panorama um uns herum. Als wir uns der Gletscherfront näherten, konnten wir das Grollen hören, und hin und wieder brach ein Stück ab – der Gletscher kalbte. Wir achteten darauf, unseren Sicherheitsabstand von 400 m einzuhalten und hatten groβe Freude daran, die hoch aufragende Gletscherfront zu beobachten und auf das nächste Kalben zu warten.

Tag 3: Landung Jotunkjeldene und Mushamna

Landung Jotunkjeldene und Mushamna
Datum: 23.06.2026
Position: 79°27.3’N / 013°22.8’O
Wind: SW-5
Wetter: Klar
Lufttemperatur: +13

Am Morgen segelten wir in den Bockfjorden zu unserer ersten Anlandungsstelle. Wir besuchten Jotunkjeldene, die „heißen“ Quellen Spitzbergens. Bereits vom kleinen Kieselstrand aus konnten wir einen gelblichen Kegel, der sich über lange Zeit durch ausgewaschene Mineralien gebildet hat, sehen. Wie angekündigt teilten wir uns am Strand in drei Wandergruppen auf. Die sportlichen unter uns starteten eine längere Wanderung den Hängen des Berges Smørstabben entlang. Vom höchsten Punkt wurden sie später mit einem wunderschönen Blick auf den Friedrichbreengletscher belohnt. Auf dem Weg nach unten entdeckten sie ein Spitzbergen-Schneehuhn. Die mittleren Gruppen erkundeten das Tiefland rund um Jotunkjeldene. Obwohl noch früh in der Saison, gab es schon viele interessante Pflanzen wie die Silberwurz (Dryas octopetala) zu sehen.

In der Ferne entdeckten wir auch einige Rentiere. Die gemütliche Gruppe meisterte ebenfalls das schwierige Gelände und stieg langsam und stetig zum Jotunkjeldene hinauf. Auf grossen Steinen sitzend bewunderten wir die wunderschöne Sinterterrasse und aus der Nähe konnten wir das etwa 24 Grad Celsius warem Wasser entdecken, das langsam aus den Quellen herausfloss. Chloe begann zu schwärmen. Denn diese Quellen erwärmen weniger die Umgebung als dass sie ihre Lieblingsgeschöpfen, den Bärtierchen einen Lebensraum bieten. Dies ist ein winziger Organismus, der in sehr vielen unterschiedlichen Lebensräumen vorkommt und eine große Bandbreite an Temperaturen überstehen kann.

Zurück auf dem Schiff genossen wir ein wunderbares Mittagessen. Anschliessend informierte uns Jan in der Lounge über die bevorstehende Nachmittagslandung in Mushamna. Hier befindet sich eine relativ junge Trapperhütte. Sie wurde erst 1987 von Kjell Reidar Hovelsrud errichtet. Zuerst wurde ihm der Bau verweigert. Doch mit Hilfe des Svalbard-Vertrags gelang es ihm die Erlaubnis doch noch zu erhalten. Die gesamte Hütte ist aus Treibholz gebaut und im Vergleich zu anderen älteren Hütten sehr gross und komfortabel. Sie gehört zu den beeindruckendsten Fallenstellerhütten Spitzbergens. Wir betraten die Hütte und Kat erzählte uns von ihrer Feldarbeit in der Lagune von Mushamna. In dieser Zeit durfte sie im Februar während einer Woche hier wohnen. Es war sehr interessant ihren Geschichten zuzuhören.

Währenddessen machte die sportliche Gruppe eine längere Wanderung ins Landesinnere. Auf einem erhöhten Aussichtspunkt stehend, konnten wir die wunderschöne Landschaft des Tårndalen überblicken. Die mittleren Gruppen, die langsam gehend die Gegend erkundeten, gingen am Strand entlang zu der Hütte. Plötzlich entdeckten sie gegen zwanzig Belugas die in kleineren Gruppen in Ufernähe vorbeischwammen. Welch ein Glück und schöner Anblick! Zu unserer grossen Überraschung folgte ihnen ein einzelnes Walross. Von blossem Auge oder durch Kameras und Feldstecher guckend, verfolgten wir gebannt dieses einzigartige Schauspiel. Später trafen die Gruppen an der Landungsstelle ein. Wir stiegen in die Zodiacs und fuhren durch die nun etwas höheren Wellen zurück zum Schiff.

Tag 4: Landung Torellneset und Zodiac-Tour Alkefjellet

Landung Torellneset und Zodiac-Tour Alkefjellet
Datum: 24.06.2026
Position: 79°22.4’N / 020°40.4’O
Wind: S - 5
Wetter: teils bewölkt
Lufttemperatur: +9

Bereits um 7 Uhr wurden wir von Jans Stimme geweckt, der früh loslegen wollte, um das Beste aus dem Tag herauszuholen. Nach einer Stunde Frühstück wurden wir um 9 Uhr an der Gangway erwartet, um in Torellneset am südwestlichen Zipfel von Gustav-Adolf-Land auf Nordaustlandet an Land zu gehen. Im Jahr 1898 wurde dieser Ort nach Professor Otto Martin Torell, einem wegweisenden schwedischen Geologen, benannt. Er war zudem Zoologe, Botaniker, Glaziologe und Polarforscher. Für uns war heute der Tag gekommen, die Wüste der Hocharktis zu erkunden, wo es auf den ersten Blick kaum etwas anderes zu entdecken gibt als einen steinigen Boden, der einst Meeresboden war und durch den isostatischen Rückprall angehoben wurde. Auf den zweiten Blick zeigte sich jedoch, dass viel mehr dahintersteckte. In kleinen Gräben, in denen sich Schnee angesammelt und geschmolzen hatte, fanden sich kleine Oasen mit winzigen Pflanzen. Polarmausohr-Vogelmiere (Cerastium regelii), Purpur-Steinbrech (Saxifraga oppositifolia) und sogar die Nationalblume, der Spitzbergen-Mohn (Papaver dahlianum), sowie einige Moose können in dieser Wüste wachsen. Die sportliche Gruppe schaffte es bis zum Gletscher und begegnete dort einem Rentier.

Die anderen Gruppen hatten Spaß im Schnee, und in einer der Gruppen kam es zu einer Schneeballschlacht – die Schweiz gegen den Rest. Der Spaß endete, als in der Ferne ein Eisbär gesichtet wurde. Ohne Pause kehrten alle Gruppen zum Landeplatz zurück und gelangten von dort sicher wieder an Bord.

Unser Nachmittagsausflug war eine Zodiac-Fahrt entlang des Alkefjellet in der Hinlopen-Meerenge, einer Vogelklippe, die als Nistplatz für über 60.000 Brutpaare von Dickschnabellummen (Uria lomvia) dient. Die Klippen bestehen aus bis zu 100 m hohen Basaltsäulen, – einer Dolerit-Intrusion im älteren permischen Kalkstein. Wir werden den Anblick, die Geräusche und den Geruch dieser beeindruckenden Klippen nie vergessen – ebenso wenig wie die Unmengen an Vögeln, die den Himmel füllten wie Mücken an einem Sommertag. Bei so viel Trubel wusste man kaum, wohin man zuerst schauen sollte, und so hätte man leicht die Skua und die Eismöwen übersehen können, die sich von Dickschnabellummen ernährten, das Ei, das die Klippe hinunterrollte, oder die Dreizehenmöwen, die dazwischen nisteten. Glücklicherweise entgingen niemandem die beiden Polarfüchse (Vulpus lagopus), die am Fuße der Klippen auf der Suche nach Nahrung umherstreiften.

Nach dem Abendessen wurden wir mit einer Schiffsrundfahrt im Wahlenbergfjord verwöhnt, in dem noch einige Fjord-Eisbrocken trieben. Kurz vor Mitternacht war ein Eisbär mit zwei verspielten Jungen zu sehen.

Müde von so vielen schönen Eindrücken gingen wir zu Bett, um für den kommenden Tag fit zu sein.

Tag 5: Sorgfjord und am Packeis entlang

Sorgfjord und am Packeis entlang
Datum: 25.06.2026
Position: 79°56.2’N / 016°44.9’O
Wind: leichte Brise
Wetter: bewölkt
Lufttemperatur: +1.5

Heute morgen hatten wir ein weiteres frühes Frühstück, um uns für die morgendliche Landung in Eolusneset im Sorgfjord zu stärken. Wir waren begeistert zu erfahren, dass vier erwachsene männliche Walrosse am Strand lagen. Als alle an Land waren, teilten wir uns in die üblichen vier Wandergruppen auf. In den kleineren Gruppen machten wir uns ganz behutsam auf, um die enorm groβen Meeressäuger aus der Nähe zu beobachten. Sie waren recht aktiv, kratzten und streckten sich auf lustige Art und Weise und eines der Walrosse rollte sich den Strand hinunter zurück ins Wasser.

Die Wandergruppen schlugen dann verschiedene Routen durch die Landschaft ein. Zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten zählten die mit großen Steinhaufen markierten Gräber der Walfänger. Auf dem Friedhof von Eolusneset befinden sich 30 Gräber aus der Zeit des westeuropäischen Walfangs im 17. und 18. Jahrhundert. Die Zahl der Gräber nahm im Laufe der Jahre zu, da während der Zeit des Walfangs stets dieselben wenigen ausgewählten Orte als Begräbnisstätten genutzt wurden. Das Eolus-Kreuz auf der Anhöhe wurde von Kapitän C. Holmgren vom Schoner „Eolus“ aus Bergen errichtet, der 1855 im Sorgfjord im Eis festsaß. Er wollte den Gefallenen der Schlacht von Sorgfjorden im Jahr 1693 gedenken, da man glaubte, die Opfer seien in Eolusneset begraben worden. Dies stellte sich jedoch als Mythos heraus. Die Gräber in Eolusneset sind stille Denkmäler an den internationalen Walfang, der vor 300 bis 400 Jahren auf Spitzbergen stattfand. Sie erzählen die Geschichte eines gefährlichen Arbeitsortes aus einer Zeit, als die Walfänger die arktischen Meere und Küsten beherrschten. Auf den Tod vorbereitet, beluden sie ihre Schiffe auf ihren Reisen nach Norden mit Material für Särge.

Viele von uns hatten außerdem einen hervorragenden Blick auf Felsen-Schneehühner, während wir die Gräber betrachteten. Wir beobachteten ein Männchen, das noch sein weißes Wintergefieder trug und am Boden nach Futter suchte, zusammen mit einem wunderschön getarnten Weibchen, dessen Federn es im Moos und zwischen den Felsen verschwinden ließen.

Die Landung dauerte etwas länger als erwartet, da wir einen Umweg um einige Küstenseeschwalben machen mussten, die ihre Nistplätze vehement verteidigten. Am Nachmittag konnten wir uns jedoch ausruhen, während wir auf dem Meer in Richtung Packeis segelten. Nach dem Mittagessen machten viele von uns ein Nickerchen, um neue Energie zu tanken. Koen und Kat hielten zeitgleich einen Vortrag über Meereis, er auf englisch in der Lounge, sie auf deutsch im Restaurant. Es war faszinierend, mehr über diesen einzigartigen Lebensraum zu erfahren, und sehr besorgniserregend zu sehen, wie er aufgrund des Klimawandels jedes Jahr kleiner wird.

Am Nachmittag, als wir aufs offene Meer hinausfuhren, konnten wir einen Finnwal und einige Zwergwale beobachten. Am frühen Nachmittag versammelten wir uns zu einer ersten Nachbesprechung, bei der Jan uns die Pläne für unseren Tag im Eis erläuterte. Jess gab uns weitere Informationen über die beeindruckenden Dickschnabellummen, die wir an den Klippen von Alkefjellet gesehen hatten. Michelle erzählte uns mehr über die Polarfüchse und beeindruckte uns mit den Entfernungen, die diese Tiere zurücklegen können. Chloe gab uns anschließend einen Einblick in die winzige und wunderschöne Welt der Flechten. Zum Abschluss erzählte uns Ursula von ihren lebensgroßen Tierfiguren, die sie herstellt, um Menschen für die Natur zu begeistern und ihnen Wissen darüber zu vermitteln.

Wir waren ganz aufgeregt, als wir im Eis ankamen und verbrachten viel Zeit draußen, um diese neue, stimmungsvolle Eiswelt auf uns wirken zu lassen, in der wir uns wiederfanden. Wir hatten sogar die Gelegenheit, draußen zu Abend zu essen, da die Hotelabteilung für uns einen Grillabend auf dem Achterdeck organisiert hatte. Wir genossen es zu tanzen, Geschichten auszutauschen und freuten uns über den fantastischen Schokoladenbiskuitpudding, als ein Anruf kam, der uns mitteilte, dass in der Ferne ein Grönlandwal gesichtet worden war. Leider war es nur ein flüchtiger Blick und nur eine Handvoll Passagiere konnte ihn tatsächlich sehen, doch dann wurden überraschenderweise einige Blauwale gesichtet – die größten Tiere der Welt.

An diesem Abend wollte man nur ungern ins Bett gehen, denn das Abendlicht und die seidenglatte, ruhige See schufen eine wunderschöne Eislandschaft und perfekte Bedingungen, um große Gruppen vorbeischwimmender Sattelrobben und auf Eisschollen ruhende Bartrobben zu beobachten.

Tag 6: ein Tag im Eis

ein Tag im Eis
Datum: 26.06.2026
Position: 80°47.8’N / 013°45.9’O
Wind: SE - 2
Wetter: bewölkt
Lufttemperatur: +8

Nach den vergangenen Tagen, als wir immer sehr früh aufstanden, durften wir heute 30 Minuten länger schlafen. Viele von uns genossen dies, während andere wie gewohnt früh raus an Deck gingen. Wie auch immer, der erste Blick aus dem Fenster war überraschend und atemberaubend zugleich. Wir trieben mitten im Eis!

Nach dem Frühstück begann die Plancius sich langsam durch die dicht beieinander liegenden Eisschollen zu pflügen und sie nach links und rechts zu schieben. Die dadurch erzeugten Geräusche waren einzigartig. Wir standen alle an der Reling, um die Eisfläche nach Tieren abzusuchen. Sie erstreckte sich so weit das Auge reichte und darüber hinaus bis zum Horizont. Von oben runterschauend bewunderten wir die unterschiedlichsten Formen, subtilen Farben und Oberflächenstrukturen der Eisschollen. Eine Schönheit, welche nur die Natur kreieren kann.

Schon bald nach dem Frühstück ertönte die erste Ankündigung über die Lautsprecher. Die Guides auf der Brücke haben eine einzigartig schöne und seltene Elfenbeinmöwe entdeckt, die unser Schiff für eine Weile begleitete. Um nach Wildtieren Ausschau zu halten, fuhr die Plancius aus dem Eis ins offene Wasser, drehte nach Westen ab und folgte langsam und ziemlich nah der Packeisgrenze. Während der nächsten Stunden wurden immer wieder zahlreiche Feldstecher, Fernrohre und Kameras in die Höhe gehoben und noch mehr Augen begannen die Wasseroberfläche und die eisige Landschaft vor und neben uns abzusuchen. Immer wieder flogen kleine Schwärme von Dickschnabellummen und Krabbenfressern an uns vorbei und boten eine aufregende kleine Pause während dem intensiven Kundschaften. Ab und zu zeigte sich auch eine einzelne oder zahlreiche Sattelrobben, die gerne in größeren Gruppen schwimmen.

Wir alle spürten, wie sich wohl Walfänger früher gefühlt haben müssen; während Stunden zu schauen, zu warten, zu suchen und zu hoffen etwas zu entdecken. Dann endlich, der lang ersehnte Bing-Bong ertönte: Jess hat in der Ferne einen Eisbären entdeckt. Sofort begannen alle Guides an Deck rumzulaufen, um sicherzustellen, daß alle Gäste ihn sehen können. Der Bär lief schnell im Zick-Zack, ein typisches Suchverhalten, durch die Gegend. Wir folgten ihm langsam und genossen das Schauspiel, den König der Arktis in seinem wahren Lebensraum zu beobachten. Nach längerer Zeit mußten wir ihn ziehen lassen und wir kehrten zurück ins offene Wasser. Natürlich gaben wir nicht auf, suchten weiterhin die Landschaft ab und genossen die einzigartige Schönheit des Nordens.

Nach dem Mittagessen nahmen wir unsere Suche wieder auf. Wir hofften vielleicht doch noch einen Grönlandwal oder Narwal zu entdecken. Aber das Glück war nur fähig uns einen weiteren Bären in großer Ferne zu schenken. Schließlich mußten wir aufgeben. So nahmen wir Fahrt auf um entlang dem Kontinentalsockel Richtung Süden zu fahren. Strömungen treffen hier auf den steil abfallenden Meeresboden, und werden in die Vertikale umgeleitet. So werden Nährstoffe aus der Tiefe in die lichtdurchflutete Wasseroberfläche transportiert was zu erhöhter Produktivität führt. Darum hoffen wir hier auf jagende Wale zu stoßen.

Die Zeit auf offener See nutzten wir für einen weiteren Vortrag. Am Morgen hatten Michelle und Karin schon über den Eisbären berichtet. Sie öffneten ein Fenster in ihr faszinierendes Leben, ihre Rolle im arktischen Ökosystem und die Gefahren, denen sie heutzutage ausgesetzt sind. Nun am Nachmittag hielten Chloé und Ursula einen Vortrag über die Wale und Delphine und stellten uns diejenigen Arten vor, denen wir hoffentlich nächstens begegnen werden.

Und tatsächlich. Kaum waren die Vorträge beendet, als der uns bekannte Bing-Bong ertönte. Finnwale wurden gesichtet! Die Begeisterung an Bord erhöhte sich sofort und alle begannen schnell zu den Fenstern oder raus an Deck zu laufen. Einer dieser riesigen Giganten schwamm sehr langsam nur 15 m neben dem Schiff und atmete acht Mal ein und aus! So konnten wir ihn sehr gut anschauen und sein hell gefärbtes Kinn der rechten Seite erkennen. Ein gutes Identifikationsmerkmal dieser zweitgrößten Walart. Welch ein Geschenk für uns.

Dann war es auch schon Zeit für das tägliche Recap. Gerade als Jan begann den Plan unseres letzten Tages zu erklären, erschien eine Gruppe von Weißschnauzen-Delphinen. Das war eine weitere einzigartige Sichtung. Dann ließ uns Jess verschiedenste Tiergeräusche erraten. Die ersten tiefen Laute waren Buckelwale. Da sagte Jess, «Ich glaube, ich höre da hinten einen singenden Wal.» Und da begann ein junger einjähriger Buckelwal, ein von Ursula geschaffenes 1:1 Tier (www.121withanimals.ch) durch die Lounge zu schwimmen. Wir erlebten so seine wahre Größe. Unter grossem Applaus schwamm er wieder raus und verschwand.

Nach dem Abendessen sahen wir noch weitere Finn- und sogar Blauwale. Unsere Entscheidung hierher zu kommen hat sich sehr gelohnt.

Tag 7: Poolepynten und Dahlbreen

Poolepynten und Dahlbreen
Datum: 27.06.2026
Position: 78°26.8’N / 011°56.6’O
Wind: NW - 4
Wetter: bewölkt
Lufttemperatur: +6.3

Das war unser letzter Tag mit Aktivitäten, aber zum Glück gab es noch so viel zu sehen und zu erleben. Wir begannen unseren Tag mit einer Landung in Poolepynten. Hier hofften wir, Walrosse zu sehen, und zum Glück waren sie da. Die Landung erfolgte an einem Sandstrand, und das Gelände war recht offen und flach. Die Langwanderer stiegen als Erste aus, da sie die Walrosse zuvor verpasst hatten; nun hatten sie also die erste Gelegenheit, sie zu sehen. Die übrigen Gruppen entstanden an Land und wurden über die Tundra von Spitzbergen verstreut. Abgesehen von den Walrossen gab es noch vieles andere zu sehen. Es gab zahlreiche Blütenpflanzen wie die violette Austernpflanze und den Büschel-Steinbrech.

Man musste nur genau hinschauen zwischen all den Holzstämmen, die den oberen Teil des Strandes bedeckten. Aus der Tundra ragten zahlreiche Walknochen hervor, von denen jeder von einem eigenen kleinen Mikrogarten umgeben war. Flechten und Moose bildeten eine farbenfrohe Landschaft, und neben den Knochen ragten hängende Steinbrechpflanzen hervor. In der Umgebung nisteten viele Vögel, und die Reiseleiter mussten sorgfältig abwägen, wohin sie ihre Gruppe führten, um die nistenden Sandregenpfeifer und Purpurstrandläufer nicht zu stören oder von aggressiven Küstenseeschwalben angegriffen zu werden.

In der Ferne grasten zudem friedliche Rentiere, denen sich die meisten Gruppen nähern konnten. Das Männchen mit dem großen Geweih ließ sich von unserer Anwesenheit nicht stören und kam sogar auf uns zu, während wir ihn beobachteten. Es waren ziemlich viele Rothalstaucher in der Nähe, und hin und wieder flog ein Groß- oder Polarskuja vorbei. Das Highlight für viele waren natürlich die vier Walrosse, die am Strand lagen. Die vier Männchen schliefen die meiste Zeit und ließen sich auch nicht stören, als die Gruppen immer näher kamen. Die Entfernung von 30 Metern war kein Problem, und wir konnten viele Fotos und Videos von diesen majestätischen Tieren machen. Sie wachten zwar ein paar Mal auf, schauten herüber und beobachteten, was wir taten, schliefen danach aber schnell und ungestört wieder ein. Bei herrlichem Wetter und genügend Zeit zum Herumschlendern kehrten alle gut gelaunt zum Mittagessen auf das Schiff zurück.

Nach einem kurzen Mittagessen stand die Aktivität am Nachmittag schon vor der Tür. Genauer gesagt, direkt auf der anderen Seite des Fjords, wie wir von Poolepynten aus sehen konnten. Der Fjord hieß Dahlbreen Bukta, und am hinteren Ende des Fjords lag der wunderschöne Dahl-Gletscher. Bei diesem Landgang ging es vor allem darum, die faszinierende Geologie, Geografie und Glaziologie der westlichen Spitsbergen-Bergkette zu erkunden. Am Landeplatz wurden die Gruppen aufgeteilt, doch allen wurde erklärt, dass das Ziel darin bestand, den Hügel zwischen dem Landeplatz und dem Gletscher zu erklimmen, um einen atemberaubenden Blick auf den Dahl-Gletscher zu genießen. Das Gelände war aufgrund der vielen losen Steine nicht leicht zu begehen, doch alle gingen sehr vorsichtig vor und hatten sich inzwischen an die großen Gummistiefel gewöhnt. Oben auf dem Hügel nahmen sich alle Gruppen einen Moment Zeit, um die Ruhe und Stille zu genießen. Diese echte arktische Stille wurde zwar immer wieder durch das Kalben des Dahlbreen unterbrochen, doch die meisten Menschen konnten sie nur voller Staunen wahrnehmen. Wenn man diese unberührte Natur direkt vor sich sieht und das Donnern und Grollen des Kalbens hört, machen sich viele Menschen Gedanken über die Zukunft dieser arktischen Regionen. Es war ein Moment zum Nachdenken, und es machte glücklich, das alles mit eigenen Augen gesehen zu haben. Am Ende der Landung stand eine letzte Aktivität auf dem Programm, auf die einige Leute schon sehnsüchtig gewartet hatten: der „Polar Plunge“! Die Leute zogen eifrig ihre Kleidung aus, um in das eiskalte arktische Wasser zu springen, das von Eisbergen umgeben war. Eine Erinnerung fürs Leben – ganz gleich, ob es sich gut oder schlecht anfühlte.

Am Abend gab es unser letztes Abendessen an Bord. Während dieses Abendessens stellte der Hotelmanager Jeroen viele Mitglieder der Besatzung vor, und sie erhielten großen Applaus für all ihre Bemühungen, diese Reise so erfolgreich und angenehm zu gestalten. Nach dem Abendessen gab es in der Lounge den Abschiedscocktail des Kapitäns. Hier bedankte sich der EL Jan, und der Mann des Abends, Kapitän Matei, hielt seine Rede. Endlich konnten wir uns die Diashow von Jess ansehen, die uns anhand von Fotos und Videos noch einmal unsere großartige Reise Revue passieren ließ. Eine gelungene und abenteuerreiche Reise mit vielen Höhepunkten. Viele gönnten sich danach noch einen Drink, um dieses gemeinsame Erlebnis zu feiern.

Tag 8: Ausschiffung

Ausschiffung
Datum: 28.06.2026
Position: 78°14.5’ N, 015°32.6’O
Wind: S4
Wetter: bewölkt
Lufttemperatur: +5

Heute früh kommen wir in Longyearbyen an. Während wir an Bord ein letztes Frühstück genießen, werden unsere Koffer vom Schiff gebracht. Es ist ein wehmütiger Moment, von der „Plancius“ von Bord zu gehen, die uns während dieser unvergesslichen Reise ein komfortables und gemütliches Zuhause war. Wir haben viele einzigartige Momente gemeinsam erlebt, eine Vielzahl selten zu sehender Wildtiere beobachtet und neue Freunde gefunden. Voller schöner Erinnerungen müssen wir uns nun auf den Heimweg machen.

Vielen Dank an euch alle, dass ihr uns auf dieser Reise begleitet habt, für eure Begeisterung, eure Unterstützung und die nette Gesellschaft. Wir hoffen sehr, euch in Zukunft wiederzusehen, wo auch immer das sein mag!

Auf unserer Reise zurückgelegte Gesamtstrecke: 1.043 Seemeilen Nördlichste Position: 80°50,1’ N, 014°23,7’ O

Im Namen von Oceanwide Expeditions, Kapitäm Matei Mocanu, Expeditionsleiter Jan Belgers, Hotel Manager Jeroen Barnes und der gesamten Crew der M/V Plancius bedanken wir uns herzlich bei euch, es war uns eine Ehre, mit euch zu reisen!

Einzelheiten

Reisecode: PLA05-26
Daten: 21 Jun - 28 Jun, 2026
Dauer: 7 Nächte
Schiff: MS Plancius
Einschiffung: Longyearbyen
Ausschiffung: Longyearbyen

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An Bord von MS Plancius

Unser ältestes Schiff, die Plancius, ist eine klassische Wahl für einige unserer beliebtesten Polarreisen.

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