Im Reich von Eisbären und Eis

by Oceanwide Expeditions

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Tag 1: Longyearbyen, Einschiffung

Longyearbyen, Einschiffung
Datum: 07.07.2026
Position: 78°20.2’N / 015°26.7’E
Wind: leichte Brise
Wetter: bewölkt
Lufttemperatur: +10

Viele Gäste wurden am Morgen des Einschiffungstages in Longyearbyen abgeholt und verbrachten den Tag damit, den Ort zu erkunden und erste Eindrücke von Spitzbergen zu sammeln, bevor die Expedition begann. Am Nachmittag trafen sich alle um 16 Uhr am Kai, wo der Einschiffungsprozess startete. Das Gepäck wurde vom Kai hinaus zur auf Reede liegenden MV Plancius in der Bucht gebracht, während eine erwartungsvolle Gruppe von Gästen bereitstand, um mit den Zodiacs zum Schiff überzusetzen. An Bord verging der Abend wie im Flug, während sich alle mit dem Leben auf dem Expeditionsschiff vertraut machten. Auf dem Programm standen die Schiffseinweisung, wichtige Sicherheitsbriefings, ein Begrüßungscocktail mit Kapitän Christophe Colaris und natürlich unser erstes gemeinsames Abendessen. Als die MV Plancius am Abend den Isfjord verließ und Kurs nach Norden auf unsere erste geplante Aktivität nahm, blieb Zeit, die beeindruckende Landschaft zu genießen. Im sanften Licht des späten Abends zeichneten sich die markanten, flachen Tafelberge rund um den Fjord ab und boten einen spektakulären ersten Eindruck der arktischen Landschaften, die uns auf dieser Reise erwarteten.

Tag 2: Lilliehöökbreen, Signehamna, Ny Ålesund

Lilliehöökbreen, Signehamna, Ny Ålesund
Datum: 08.07.2026
Position: 79°21.8’N / 011°40.8’E
Wind: NNE3
Wetter: bewölkt
Lufttemperatur: +9

Heute erlebten wir den ersten vollständigen Tag unserer Spitzbergen-Expedition. Wir begannen mit einer spektakulären Schiffsfahrt entlang des beeindruckenden Lilliehöökbreen. Dieser gewaltige Gezeitengletscher, der sich über den Lilliehöökfjorden erstreckt, begrüßte uns mit mächtigen Eiswänden, die in faszinierenden Blau- und Weißtönen leuchteten. Während wir den Gletscher in aller Ruhe vom Schiff aus bewunderten, hielten wir aufmerksam Ausschau nach Wildtieren und lauschten dem gelegentlichen Krachen und Grollen kalbender Eismassen, ein unvergesslicher Auftakt in die arktische Wildnis. Im Anschluss an unsere Gletscherfahrt versammelten wir uns in der Lounge zur obligatorischen Einweisung in die AECO-Richtlinien sowie zur Zodiac-Sicherheitsunterweisung, damit alle bestens auf die spannenden Erkundungen der kommenden Tage vorbereitet waren.

Unsere erste Anlandung führte uns nach Signehamna, einer wunderschönen Bucht an der Nordseite des Krossfjorden, umgeben von schroffen Bergen, angehobenen Strandterrassen und farbenfroher Tundra. Aufgeteilt in drei Wandergruppen erkundeten wir die Landschaft in unterschiedlichem Tempo und nahmen uns Zeit, die vielfältige arktische Flora, die geologischen Besonderheiten und die Spuren der faszinierenden Geschichte dieser Region zu entdecken. Unterwegs begegneten wir der widerstandsfähigen Vogelwelt Spitzbergens und genossen weite Ausblicke über den Fjord, während wir erfuhren, wie Gletscher, die postglaziale Landhebung und das raue Polarklima diese außergewöhnliche Landschaft geformt haben.

Während unserer Weiterfahrt am Nachmittag nach Ny-Ålesund im Kongsfjorden überraschte uns die Tierwelt erneut. Mehrere Zwergwale tauchten rund um das Schiff auf, ihre schlanken Rücken durchbrachen für kurze Augenblicke die ruhige Wasseroberfläche, bevor sie wieder in den Tiefen verschwanden. Der Höhepunkt folgte, als ein prächtiger Buckelwal erschien und uns über längere Zeit faszinierende Beobachtungen ermöglichte, während er durch den Fjord zog, eine wunderbare Erinnerung an das reiche Meeresleben, das während der Sommermonate in diesen arktischen Gewässern gedeiht.

Bei unserer Ankunft in Ny-Ålesund, einer der nördlichsten dauerhaft bewohnten Siedlungen der Welt, gingen wir an Land, um diese einzigartige internationale Forschungsgemeinschaft zu erkunden. Unsere Guides erzählten die bemerkenswerte Geschichte von Roald Amundsen und den historischen Luftschiffexpeditionen, die in den 1920er-Jahren von hier aus zum Nordpol aufbrachen. Außerdem erfuhren wir mehr über die hochmoderne wissenschaftliche Forschung, die heute in Ny-Ålesund betrieben wird, von Klimaüberwachung und Atmosphärenforschung über Glaziologie bis hin zur arktischen Ökologie. Dabei wurde deutlich, welche zentrale Rolle Ny-Ålesund für das Verständnis unseres sich rasch verändernden Planeten spielt.

Als der Abend näher rückte, blieben wir an Deck und genossen eine stimmungsvolle Fahrt durch den Krossfjorden. Umgeben von imposanten Berggipfeln, eindrucksvollen Gletschern und dem sanften Licht des arktischen Sommers blickten wir auf einen Tag zurück, der die Vielfalt Spitzbergens eindrucksvoll widerspiegelte, von gewaltigen Gletschern und einer reichen Tierwelt über spannende Geschichte bis hin zu weltweit bedeutender Forschung. Es war ein unvergesslicher Auftakt unserer Expedition und weckte große Vorfreude auf die kommenden Tage.

Tag 3: Tag im Packeis

Tag im Packeis
Datum: 09.07.2026
Position: 80°31.0’N / 011°16.6’E
Wind: NNW2
Wetter: Klar
Lufttemperatur: +3

Nach einer sehr ruhigen Nacht auf spiegelglatter See erreichte die MV Plancius gegen 08:00 Uhr morgens den Rand des Packeises. Schon bald wurde das Eis dichter, bis wir uns in einem Gebiet mit überwiegend 8/10 Packeisbedeckung befanden. Die Eisbedeckung wird in Zehnteln angegeben, 0/10 bis 1/10 bedeutet offenes Wasser mit wenig Treibeis, während 8/10 bis 9/10 dichtes Packeis bezeichnet. Eine vollständige Eisbedeckung von 10/10 wird als Festeis bezeichnet.

Neben der beeindruckenden Landschaft hatte unser Aufenthalt im Packeis natürlich noch einen weiteren Grund: den Eisbären zu finden. Das Packeis ist der Lebensraum der Robben und somit auch das bevorzugte Jagdgebiet der Eisbären. Im Laufe des Tages beobachteten wir mehrere Robbenarten, darunter Ringelrobben, Bartrobben und Sattelrobben. Letztere gelten hier als Gäste, die aus den Eisgebieten östlich von Grönland eingewandert sind. Das Ausbleiben der Elfenbeinmöwen war jedoch ein eher ungünstiges Zeichen dafür, dass wir an diesem Tag vermutlich keinen Eisbären finden würden, denn diese Möwen folgen den Bären häufig und ernähren sich von den Überresten ihrer Robbenbeute.

Besonders am Vormittag zog immer wieder Nebel auf und erschwerte die Sicht, was die Suche zusätzlich erschwerte. Im Laufe des Tages verbesserten sich die Sichtverhältnisse jedoch deutlich und gegen Abend war die Luft außergewöhnlich klar. Mehrfach änderten wir unsere Position im Packeis, doch unser Glück wollte sich nicht einstellen. Jede auffällige Struktur im Eis, die sich auch nur leicht von der weiß-blauen Umgebung abhob, wurde sorgfältig überprüft, doch Eisbären konnten wir keine entdecken. Stattdessen fanden wir erstaunlich viele Baumstämme und sogar ganze Bäume, die im Packeis trieben. Diese stammen aus Sibirien, wo sie über die großen Flüsse aus den südlicher gelegenen Waldgebieten bis in die Schelfmeere, wie die Karasee oder die Laptewsee, und schließlich in den Arktischen Ozean transportiert werden. Das Meereis trägt sie anschließend in Richtung Spitzbergen, wo sie häufig an den Küsten stranden. Daher findet man an manchen Küstenabschnitten so große Mengen an Treibholz. Gibt es einen besseren Ort für heiße Schokolade mit Rum und Sahne als mitten im Packeis? Vermutlich nicht. Deshalb servierten William und Marleen die heiße Schokolade auf dem Außendeck hinter der Brücke, während wir weiterhin die faszinierende Eislandschaft genießen konnten.

Während des täglichen Recaps erläuterte Frits die Entstehung von Meereis, die physikalischen Eigenschaften von Eis und Eisbergen sowie die Veränderungen der Eisbedeckung rund um Spitzbergen, die der Klimawandel in den vergangenen Jahren verursacht hat. Dabei erfuhren wir unter anderem, dass sich nur etwa 10 % eines schwimmenden Eisbergs über der Wasseroberfläche befinden, während rund 90 % unter Wasser verborgen bleiben. Außerdem zeigte er anhand der Gletscher Kongsvegen und Kronebreen im Kongsfjorden, den wir gestern besucht hatten, wie stark sich Gletscher innerhalb weniger Jahre verändern und an Masse verlieren. Dort, wo unser Kapitän das Schiff gestern nahe an den Gletscher heransteuerte, befand sich vor etwa zehn Jahren noch eine geschlossene Gletscherfront. Anschließend hielt Katie einen Vortrag über den Belugawal. Sie erklärte, wie diese Wale an das Leben im arktischen Packeis angepasst sind und wovon sie sich ernähren. Besonderes Augenmerk legte sie auf den berühmten Belugawal Hvaldimir, der von norwegischen Fischern entdeckt wurde, als er noch ein Geschirr mit der Aufschrift „Property of St. Petersburg“ trug.

Bis kurz vor Mitternacht konnten wir im Packeis verweilen. Anschließend nahm die MV Plancius wieder Kurs nach Süden, um den Programmpunkt des nächsten Tages rechtzeitig zu erreichen. Zu dieser späten Stunde war das Licht besonders stimmungsvoll und die Eislandschaft wirkte beinahe magisch. Ich sage bewusst beinahe, denn letztlich ist all das vor allem eines: faszinierende Physik.

Tag 4: Monacobreen, Liefdefjorden und Bockfjorden, Gråhuken

Monacobreen, Liefdefjorden und Bockfjorden, Gråhuken
Datum: 10.07.2026
Position: 79°31.7’N / 012°29.2’E
Wind: leichter Brise
Wetter: bewölkt
Lufttemperatur: +6

Am Morgen besuchten wir den Monaco- und den Seeligergletscher. Bis 2015 waren beide Gletscher miteinander verbunden und teilten sich eine gemeinsame, insgesamt etwa fünf Kilometer lange Gletscherfront. Heute haben sie sich jedoch so weit zurückgezogen, dass sie durch den Stortingspräsidenten-Berg voneinander getrennt sind.

Während unserer Zodiacfahrt vor dem Monacobreen beobachteten wir Tausende von Dreizehenmöwen vor und auf dem Gletscher. Zwischen dem Brucheis schwammen Belugas, von denen einige bis dicht an unsere Boote herankamen. Außerdem konnten wir mehrere eindrucksvolle Kalbungen des Monacobreen miterleben. Vor dem Seeligerbreen trieb viel wunderschönes Brucheis, und einige von uns nutzten die Gelegenheit, echtes Gletschereis für ihr wohlverdientes abdendliches Getränk mit zurück an Bord zu nehmen.

Am Nachmittag segelten wir in den Bockfjord zu unserer zweiten Aktivität des Tages. Wir besuchten Jotunkjeldene, Spitzbergens „heiße“ Quellen. Vom Landeplatz aus konnten wir den gelblichen Kegel sehen, der dort entstanden ist, wo sich die „heißen“ Quellen befinden. Am Strand teilten wir uns wieder in drei Wandergruppen auf. Die Bergziegen unternahmen eine lange Wanderung an den Hängen des Berges Smørstabben und kletterten über zahlreiche Felsen. Vom höchsten Punkt ihrer Wanderung aus wurden sie mit einem wunderschönen Blick auf die Gletscher Friedrichbreen und Adolfbreen belohnt. Die mittlere Gruppe erkundete das Tiefland rund um Jotunkjeldene und fand einen abenteuerlichen Rückweg zum Landeplatz. Während ihrer Wanderung entdeckte sie etwas sehr Seltenes: einen Hybriden aus Eiderente und Königseiderente. Die gemütliche Gruppe überwand ebenfalls das anspruchsvolle Gelände und schaffte es bis nach Jotunkjeldene, wo sie die schönen Sinterterrassen bewundern und beobachten konnte, wie das Wasser langsam aus den Quellen floss. Die Temperatur der Quellen liegt bei etwa 24°C, und das Gebiet des Bockfjords ist der einzige Ort auf Spitzbergen, an dem noch Spuren von Vulkanismus zu finden sind. Im Hintergrund konnten wir den inaktiven Vulkan Sverrefjellet sehen. Am Abend, nach dem Abendessen, segelten wir nach Gråhuken, wo Christiane Ritter zusammen mit ihrem Mann und einem weiteren Jäger ein Jahr auf Spitzbergen lebte und den Winter verbrachte 1934. Wir gingen an Land, um die Hütte aus nächster Nähe zu betrachten. Isabelle und Nathalie erzählten uns von Christiane Ritters Leben und lasen einige Passagen aus ihrem Buch Eine Frau in der Polarnacht, einem wahren Klassiker der Polarliteratur. So konnten wir uns das entbehrungsreiche Leben von Christiane Ritter in dieser abgelegenen Umgebung besonders gut vorstellen und uns in ihre Erlebnisse hineinversetzen.

Tag 5: Chermsideøya and Phippsøya

Chermsideøya and Phippsøya
Datum: 11.07.2026
Position: 80°31.6’N / 019°25.7’E
Wind: SE6
Wetter: bewölkt
Lufttemperatur: +6

Heute Morgen wachten wir erneut unter einem strahlend blauen Himmel, bei Windstille und spiegelglatter See auf. Was für ein Privileg, noch einmal solch perfekte Bedingungen erleben zu dürfen.

Unser erster Programmpunkt des Tages war eine Anlandung auf Chermsideøya. Die karge, 14 Quadratkilometer große Insel liegt vor der Nordküste von Nordaustlandet und ist durch den Beverlysundet von der Hauptinsel getrennt. Sie gehört zum Nordaust-Svalbard-Naturreservat und ist vor allem für ihre raue arktische Landschaft, ihre vielfältige Vogelwelt und ihre außergewöhnlichen historischen Geoglyphen bekannt.

Nach dem Frühstück stiegen wir in die Zodiacs und fuhren an Land. Wir landeten an einem Sandstrand und genossen die herrliche Umgebung sowie das wunderschöne Wetter, während nach und nach alle Gäste an Land gebracht wurden. Wie gewohnt gab Phillip zunächst eine kurze Einführung in das Gebiet, bevor er und die anderen Wanderführer die verschiedenen Touren vorstellten und erklärten, welche Ziele sie für ihre Gruppen vorgesehen hatten.

Die ambitionierte Wandergruppe stieg auf den Bergrücken hinauf, um einige spektakuläre Aussichtspunkte zu erreichen. Die gemütliche und die mittlere Wandergruppe gingen es etwas ruhiger an und entschieden sich für weniger steile Routen. Dennoch war das Gelände anspruchsvoll genug: An manchen Stellen mussten wir von einem großen Felsblock zum nächsten springen. Die Herausforderung machte jedoch ebenso viel Spaß wie die Wanderung selbst, und die beeindruckende Landschaft machte das Erlebnis vollkommen.

Die gemütliche Wandergruppe verbrachte den Vormittag am Strand und entschied sich, einen großen Haufen angeschwemmten Mülls einzusammeln. Dieser Abfall stammt nicht von Besuchern Spitzbergens, sondern wurde über Meeresströmungen aus weit entfernten Regionen bis an diesen ansonsten unberührten Strand getragen. Nach einem wunderbar warmen Vormittag kehrten wir zum Schiff zurück, wo ein wohlverdientes Mittagessen auf uns wartete.

Am Nachmittag stand eine weitere Anlandung auf dem Programm. Inzwischen waren wir weiter nach Norden gefahren und wollten auf Phippsøya, einer der sogenannten Sieben Inseln, an Land gehen. Phippsøya ist die größte Insel des Archipels Sjuøyane und liegt nur etwa 540 Seemeilen (rund 1.040 Kilometer) vom Nordpol entfernt.

Das Expeditionsteam hatte uns bereits darauf hingewiesen, dass Phippsøya als ausgesprochenes Eisbärengebiet gilt und daher vor einer Anlandung sorgfältig erkundet werden musste. Während das Team das Gelände absicherte, konnten wir vom Schiff aus bereits einige Walrosse am Strand beobachten; auch im Wasser tauchten immer wieder einzelne Tiere auf.

Da das Wetter weiterhin traumhaft war, machten wir uns schnell bereit und setzten schließlich unseren Fuß auf die Insel. Wie gewohnt teilten wir uns in unsere Wandergruppen auf. Die mittlere Gruppe machte sich als Erstes auf den Weg zu den mächtigen Walrossen, die dicht gedrängt am Strand ruhten.

Das Expeditionsteam hatte uns zuvor ausführlich erklärt, wie wir uns Walrossen nähern sollten, ohne sie zu stören. Da Walrosse nur schlecht sehen können, erschrecken sie leicht und flüchten dann häufig ins Wasser. Unsere Tiere jedoch schliefen tief und fest, sodass wir sie aus kurzer Distanz in aller Ruhe beobachten konnten. Alle genossen die Anlandung auf Phippsøya. Viele von uns beendeten die Wanderung mit fünf Minuten arktischer Stille, bevor wir zum Schiff zurückkehrten. Am Abend erwartete uns kein klassisches Abendessen im Restaurant. Stattdessen hatte das Hotelteam auf dem Achterdeck ein Barbecue vorbereitet. Bei herrlichem Wetter genossen wir das Essen unter freiem Himmel. Kaum waren die letzten Teller abgeräumt, wurden die Tische zur Seite gerückt und das Achterdeck verwandelte sich in eine Tanzfläche.

Unsere Beine waren von den Wanderungen des Tages zwar ziemlich müde, doch einige von uns hatten noch genügend Energie für ausgelassene Tanzrunden. Für andere war es dagegen Zeit, den Tag gemütlich ausklingen zu lassen und schlafen zu gehen.

Gute Nacht!

Tag 6: Torellneset und Alkefjelet

Torellneset und Alkefjelet
Datum: 12.07.2026
Position: 79°25.0’N / 020°18.5’E
Wind: SSE5
Wetter: bewölkt
Lufttemperatur: +6

Wir erwachen bei strahlendem Sonnenschein und blauem Himmel, während die MV Plancius ruhig auf Torellneset zusteuert. Noch bevor wir die Zodiacs besteigen, entdecken wir bereits die ersten Walrosse. An Land angekommen, unternimmt eine Gruppe einen kurzen Spaziergang, während sich die übrigen von uns langsam und möglichst lautlos der Walrosskolonie am Strand nähern.

Die Landschaften Nordaustlandets unterscheiden sich deutlich von der zerklüfteten Gebirgsküste Westspitzbergens. Hier im Nordosten sind die Berge niedrig und sanft gerundet, geformt von den Gletschern der letzten Eiszeit. Die Vegetation ist spärlich. Nur wenige nickende Steinbrechgewächse und die widerstandsfähigen Spitzbergenmohnblumen setzen farbige Akzente in der Tundra. In der Ferne genießen wir einen freien Blick auf Vegafonna, die nächstgelegene Eiskappe.

Die Walrosse zu beobachten ist ein ganz besonderes Erlebnis. Über den Strand verteilt liegen sie dicht beieinander, oft sogar übereinander. Sie grunzen, kratzen sich, liefern sich spielerische Rangkämpfe oder ruhen einfach entspannt aus. Besonders glücklich schätzen wir uns, zwei Jungtiere zu entdecken. Das ältere wurde wahrscheinlich im vergangenen Jahr geboren, trägt bereits kleine Stoßzähne und blickt neugierig in die Runde. Das zweite Kalb stammt vermutlich aus diesem Jahr und liegt eng an seine Mutter geschmiegt. Lange beobachten wir diese beeindruckenden Tiere, bevor wir uns leise wieder zurückziehen. Inzwischen ziehen Wolken auf und der Wind frischt spürbar auf.

Während die MV Plancius zur Mittagszeit zwischen den kargen Inseln hindurchfährt, erklingt das vertraute „Ding Dong“ der Borddurchsage. Diesmal bringt sie besonders aufregende Neuigkeiten. Expeditionsleiter Philipp hat einen Eisbären entdeckt. Sofort eilen wir an Deck. Zunächst ist nur ein heller Punkt vor dem dunklen Basalt einer felsigen Insel zu erkennen. Als sich das Schiff nähert, wird der Bär immer deutlicher sichtbar. Ruhig wandert er über die Landschaft und sucht nach Nahrung. Über ihm kreisen zahlreiche Küstenseeschwalben, die den Eisbären immer wieder attackieren, um ihre Nester zu verteidigen. Nach der Hartnäckigkeit der Vögel zu urteilen, dürfte der Eisbär heute wohl bereits das eine oder andere Ei gefrühstückt oder zu Mittag verspeist haben.

Nur ungern lassen wir den Eisbären hinter uns, denn am Nachmittag wartet bereits das nächste spannende Abenteuer.

Als wir Alkefjellet erreichen, hat sich das Wetter vollständig verändert. Kräftiger Wind peitscht über das Meer, graue Wolken ziehen auf und starker Seegang lässt die MV Plancius rollen, während die Zodiacs zu Wasser gelassen werden. Die Bedingungen wirken wenig einladend, doch wir sind alle sehr froh, dass wir uns dennoch für den Ausflug entscheiden.

Alkefjellet ist schlicht atemberaubend. Gewaltige Basaltsäulen steigen senkrecht aus dem Meer empor und wirken umso beeindruckender, je näher wir ihnen kommen. Das Erlebnis ist überwältigend. Rund 60.000 Paare Dickschnabellummen drängen sich Schulter an Schulter auf den schmalen Felsvorsprüngen. Die Altvögel sitzen mit dem Blick zur Felswand und schützen ihre frisch geschlüpften Küken. Die Luft ist erfüllt von Vögeln. Tausende starten und landen in einem ununterbrochenen Strom, während ihre lauten Rufe die steilen Klippen und die gesamte Bucht erfüllen. Hoch oben auf den Felsen halten Eismöwen Ausschau nach unbewachten Eiern oder Küken. Diese Zodiacfahrt bleibt unvergesslich.

Zurück an Bord gibt Kati einen informativen Rückblick über die Walrosse, während Ross Spannendes über das Leben der Dickschnabellummen erzählt.

Doch dieser außergewöhnliche Tag ist noch immer nicht zu Ende. Während des Abendbriefings verkündet Philipp, dass unser Kapitän noch eine letzte Überraschung für uns bereithält. Wir unternehmen eine Panoramafahrt entlang des beeindruckenden Bråsvellbreen. Dieser Gletscher bildet den südlichsten Auslass des Austfonna, der größten Eiskappe Europas, deren Kalbungsfront sich über mehr als 200 Kilometer erstreckt.

Schon lange bevor wir den Gletscher erreichen, beherrscht er den Horizont. Eisberge, von denen einige fast so hoch sind wie die MV Plancius, treiben lautlos an uns vorbei. Der Anblick ist einzigartig. Über 30 Meter hohe Eiswände ragen aus dem Meer empor, während zahllose Wasserfälle von der Gletscheroberfläche in den Arktischen Ozean hinabstürzen. Im warmen Licht des späten Abends gleiten wir etwa eine Stunde lang langsam an dieser gewaltigen Eisfront entlang und genießen ihre überwältigende Größe und Schönheit. Es ist kaum vorstellbar, welche Ausmaße der Austfonna besitzt, die drittgrößte Eiskappe Europas.

Der kräftige Wind hat eindrucksvolle Wellen aufgebaut und verleiht dieser ohnehin unvergesslichen Kulisse noch zusätzliche Dramatik. Schließlich verlassen wir nur widerwillig das Außendeck und gehen unter Deck. Damit endet ein weiterer außergewöhnlicher Tag in der Hocharktis.

Tag 7: Negeribreen, Sundneset and Dunerbukta

Negeribreen, Sundneset and Dunerbukta
Datum: 13.07.2026
Position: 78°33.0’N / 019°19.4’E
Wind: SSN3
Wetter: Klar
Lufttemperatur: +9

Für einige von uns beginnt dieser Morgen früher als für andere. Bereits am Vorabend wurden wir darüber informiert, dass wir auf unserer Fahrt südwärts von Bråsvellbreen, der gewaltigen Eiswand, die wir am Abend zuvor entlanggefahren sind, die Meerenge Heleysundet passieren würden. Die Durchfahrt durch diesen schmalen Kanal zwischen kleinen Inseln ist etwas ganz Besonderes, denn Schiffe können ihn nicht jederzeit befahren. Aufgrund des flachen und anspruchsvollen Fahrwassers ist eine sichere Passage nur möglich, wenn die Strömung sowie der richtige Zeitpunkt im Gezeitenzyklus zusammenpassen. Für diejenigen unter uns, die früh aufstehen, um die Landschaft zu genießen, lohnt sich das frühe Aufstehen: Auf einer der kleinen Inseln entdecken wir einen weiteren Eisbären. Wir nehmen uns Zeit, die beindruckende Szenerie mit ihren kargen Inseln und den zahlreichen Seevögeln auf uns wirken zu lassen, bevor wir die Meerenge hinter uns lassen. Anschließend geht es noch einmal kurz zurück in die Koje, ehe uns der gewohnte Weckruf endgültig aus den Federn holt.

Als wir erneut aufwachen, erreichen wir den Negribreen, einen gewaltigen Gletscherkomplex an der Ostküste Spitzbergens. Riesige Eismassen in allen Formen, Größen sowie Blau und Weiß treiben an uns vorbei, während wir uns der beeindruckenden Gletscherfront nähern. Zeit für eine weitere Zodiacfahrt! Angesichts der Wettervorhersage mit kräftigem Wind sind wir überrascht, auf dem Wasser von vergleichsweise ruhigen Bedingungen und strahlendem Sonnenschein empfangen zu werden. Die nächsten zwei Stunden vergehen wie im Flug, während wir zwischen einigen der größten Eisberge hindurchgleiten, denen wir auf dieser Reise bisher begegnet sind. Über uns kreisen zahlreiche Elfenbeinmöwen, und einige der hinteren Zodiacs haben sogar das Glück, kurz Belugawale zu beobachten. Als wir schließlich den Rückweg zur MV Plancius antreten, fällt es uns schwer, uns von dieser faszinierenden Eiswelt zu verabschieden. Doch kalte Finger und Zehen freuen sich bereits auf eine heiße Tasse Tee oder Kaffee in der Lounge.

Am Nachmittag erreichen wir eine geschützte Bucht an der Ostküste und gehen in der Dunerbukta erneut an Land. Die Lands chaft unterscheidet sich deutlich von allem, was wir bisher gesehen haben. Karge Hügel und ein Wechsel aus Sediment- und Basaltgestein prägen das Bild. Schon bald machen wir Bekanntschaft mit dem berüchtigten Svalbard-Schlamm, dem wir auf unserer Wanderung durch die kleinen Hügel entlang der Küste möglichst ausweichen. Wir entdecken zahlreiche Spuren von Eisbären und Rentieren, finden sogar ein vollständiges Rentiergeweih und erfahren mehr über den Permafrost, dessen Auftauen und Erosion den Boden hier aufbrechen und verändern. Ein eindringlicher Hinweis auf die Auswirkungen des Klimawandels an den abgelegenen Küsten dieser Inselwelt. Als der Wind weiter auffrischt, sind wir froh, uns mit einem heißen Getränk in der Lounge aufzuwärmen, während Koen uns Wissenswertes über den Star des gestrigen Tages erzählt, den Eisbären. Nun heißt es, Kurs auf den äußersten Südwesten Spitzbergens zu nehmen, und wir bereiten uns auf eine stürmische Überfahrt vor.

Tag 8: Gåshamna, Samarinbreen und Treskelen

Gåshamna, Samarinbreen und Treskelen
Datum: 14.07.2026
Position: MW7
Wind: 76°57.3’ N, 015°45.2’E
Wetter: bewölkt
Lufttemperatur: +4

An diesem Morgen begrüßt uns ein kalter Wind, als wir uns der Anlandestelle in Gåshamna im Hornsund nähern. Die Fahrt mit den Zodiacs ist lebhaft, die Wellen halten alle wachsam, doch sobald wir an Land sind, teilen sich die Gruppen rasch für die Aktivitäten des Vormittags auf. Unsere selbsternannten „Bergziegen“ machen sich auf den Weg zu einem nahegelegenen Bergrücken, um den weiten Blick über den Hornsund zu genießen, während die übrigen Gruppen zwischen den faszinierenden Überresten einer Walfangstation aus dem 17. Jahrhundert umherstreifen.

Gåshamna ist ein Paradebeispiel für eine frühe Walfangsiedlung, eine geschützte Bucht mit ruhigem Wasser, ein sanft abfallendes Ufer, an dem die Walkadaver verarbeitet wurden, sowie ein kleiner Hügel, der als Aussichtspunkt diente. Noch heute liegen Walknochen über die Landschaft verstreut, eine eindringliche Erinnerung an die kurze, aber verheerende Phase des intensiven Walfangs im 17. Jahrhundert, als viele küstennahe Walbestände wegen ihres wertvollen Blubbers beinahe ausgerottet wurden. Die kreisförmigen Steinfundamente der ehemaligen Tranöfen sind noch immer sichtbar. Sie wurden aus Steinen und Kies errichtet und einst mit Walöl und Blubber zusammengehalten.

Nach einem frischen und windigen Vormittag ist ein warmes Mittagessen an Bord besonders willkommen. Anschließend beschert uns unser Kapitän eine weitere unvergessliche Schiffsfahrt und bringt uns ganz nah an die beeindruckende Gletscherfront des Samarinbreen.

Am Nachmittag ändert sich die Stimmung völlig, als wir bei strahlendem Sonnenschein und tiefblauem Himmel erneut in die Zodiacs steigen. Vor uns entfaltet sich das atemberaubende Panorama des Treskelen, ein wahrhaft außergewöhnlicher Anblick, denn diese markanten alpinen Gipfel sind häufig hinter Wolken verborgen. Jede Wandergruppe erreicht spektakuläre Aussichtspunkte mit Blick auf schneebestäubte Berggipfel, leuchtend grüne Tundra und zahllose kleine Seen, die die umliegenden Berge wie Spiegel reflektieren.

Die Gruppe der langen Wanderung setzt ihren Weg in ein Gebiet fort, das reich an geologischen Schätzen ist. Große Blöcke aus Sedimentgestein prägen die Landschaft, und versteinerte Muscheln sind erstaunlich häufig zu finden. Unterwegs entdecken wir außerdem mehrere riesige Eisbärenspuren, eine deutliche Erinnerung daran, dass wir in dieser Wildnis nur Gäste sind. Der Weg ist lang, doch jeder Schritt lohnt sich, und die Kameras füllen sich mit unvergesslichen Aufnahmen.

Zurück an Bord ist es bereits Zeit für den abendlichen Rückblick. Frits stellt die faszinierenden Ergebnisse seiner Forschung zu Quecksilber und PFAS (per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen) Belastungen bei Robben vor und gewährt dabei einen ungewöhnlichen Einblick in die praktische Feldforschung, von Probenahmetechniken und Ausrüstung bis hin zu den Laborergebnissen. Anschließend greift Ross die bemerkenswerten Beobachtungen von Elfenbeinmöwen am Negribreen vom Vortag noch einmal auf und erklärt, warum diese Sichtungen so außergewöhnlich waren. Nathalie rundet die Präsentation mit einer Reise durch die Geschichte Spitzbergens ab und erzählt die Geschichten hinter einigen der Ortsnamen des Archipels.

Nach dem Abendessen genießen wir eine letzte Schiffsfahrt entlang der bedeutenden Gletscherfront des Brepollen. Im warmen Licht des Abends bietet sie den perfekten Abschluss eines weiteren unvergesslichen Tages auf Spitzbergen.

Tag 10: Zurück in Longyearbyen

Zurück in Longyearbyen
Datum: 16.07.2026
Position: 78°15.9’ N, 015°17.5’E
Wind: NE2
Wetter: bewölkt
Lufttemperatur: +7

Heute Morgen erreichen wir Longyearbyen, wo unsere gemeinsame Reise zu Ende geht. Während wir ein letztes Frühstück an Bord genießen, wird unser Gepäck bereits von der MV Plancius an Land gebracht. Schon bald ist es Zeit, Abschied zu nehmen, von einem Schiff, das uns in den vergangenen Tagen ein komfortables Zuhause in der Arktis war.

Mit vielen unvergesslichen Erinnerungen im Gepäck blicken wir auf eine außergewöhnliche Expedition zurück. Gemeinsam haben wir spektakuläre Landschaften erkundet, faszinierende Wildtiere beobachtet, das Packeis erlebt und unzählige besondere Momente miteinander geteilt. Nun heißt es Abschied nehmen von der MV Plancius, von der großartigen Crew, die uns jeden Tag umsorgt hat, vom Expeditionsteam, das sein Wissen und seine Begeisterung mit uns geteilt hat, und natürlich auch voneinander.

Im Namen der gesamten Oceanwide Crew und des Expeditionsteams möchten wir uns herzlich bei euch bedanken. Danke für eure Begeisterung, eure Neugier, eure Flexibilität und die vielen schönen gemeinsamen Erlebnisse. Es war uns eine Freude, diese Reise mit euch zu teilen.

Wir wünschen euch eine angenehme Heimreise und hoffen, euch eines Tages auf einer weiteren Expedition wieder an Bord begrüßen zu dürfen, vielleicht in der Arktis, vielleicht in der Antarktis oder an einem anderen faszinierenden Ort dieser Welt. Bis dahin wünschen wir euch alles Gute und viele weitere unvergessliche Abenteuer.

Total distance sailed on our voyage: 1,302 nm

Northernmost position: 80°40.7’N, 012°33.2’E

Im Namen von Oceanwide Expeditions, Kapitän Christophe Colaris, Expeditionsleiter Philipp Schaudy, Hotel Manager Jeroen Barnes und der gesamten Crew der M/V Plancius bedanken wir uns herzlich bei euch, es war uns eine Ehre, mit euch zu reisen!

Tag 9: Alkhornet and Dahlbrebukta

Alkhornet and Dahlbrebukta
Datum: 15.07.2026
Position: 78°08.6’ N, 013°37.2’E
Wind: SW5
Wetter: bewölkt
Lufttemperatur: +10

Nach einer weiteren Nacht mit etwas Seegang wachen wir zu unserem morgendlichen Weckruf auf, während wir uns noch auf dem Weg zu unserer ersten Anlandung befinden. Vor uns erscheint die beeindruckende Felswand des Alkhornet im Nebel. Draußen ist es neblig und noch immer windig, doch als wir in die Zodiacs steigen, um die kurze Überfahrt an Land anzutreten, bricht die Sonne durch die Wolken und ein Regenbogen begrüßt uns über der üppig grünen Landschaft.

Man hatte uns erzählt, dass diese Anlandestelle und die 417 Meter hohe Steilwand Heimat von mehr als 10.000 Brutpaaren der Dickschnabellumme sowie zahlreicher Dreizehenmöwen sind. Es überrascht daher nicht, dass wir ihre Rufe schon hoch über uns hören, als wir unsere Wanderungen beginnen. Noch bevor wir eine größere Strecke zurückgelegt haben, begegnen wir einigen Rentieren, die auf der üppigen Vegetation grasen, welche den gesamten Hang unterhalb der Vogelklippen bedeckt. Ruhig beobachten wir sie, während sie ganz in unserer Nähe fressen, völlig unbeeindruckt von unserer Anwesenheit und unserer Begeisterung. Eine Schmarotzerraubmöwe brütet am Boden und verteidigt ihr Nest entschlossen gegen ein Rentier, das ihr Revier betritt. Wir verfolgen das Schauspiel eine Weile, bevor wir unseren Weg weiter bergauf fortsetzen, vorbei an kleinen Bächen und wunderschönen Moospolstern. Nach einigen Tagen mit steinigen Wanderungen danken es uns unsere Knie, dass der Boden hier so weich ist. Die feuchte Landschaft hat unzählige Pilze zwischen den Teppichen aus Gegenblättrigem Steinbrech hervorgebracht. Im Vergleich zu unseren Ausflügen in den Norden fühlt es sich an, als würden wir durch ein üppiges Märchenland wandern. Während der gesamten Wanderung sind Rentiere nie weit entfernt. Immer wieder bleiben wir stehen, um sie zu beobachten, und entdecken schließlich sogar ein junges Kalb, das im weichen Moos liegt.

Am Nachmittag nimmt die MV Plancius Kurs auf unsere letzte Anlandung der Reise. Philip reißt uns mit einer Durchsage aus der Müdigkeit nach dem Mittagessen, als er einen Blauwal voraus am Bug meldet. Etwa dreißig Minuten lang können wir die mächtigen Blasfontänen und das Tauchverhalten des größten Tieres beobachten, das jemals auf der Erde gelebt hat. Schließlich verabschieden wir uns und setzen unseren Kurs nach Dahlbrebukta fort. Dort erreichen wir eine Bucht unweit des Dahlbreen. Wir wandern zu einem Aussichtspunkt und genießen noch ein letzztes Mal den atemberaubenden Blick auf eine gewaltige Gletscherfront. Dieser Anblick verliert einfach nie seinen Reiz, deshalb halten wir ihn auf einigen letzten Fotos fest, bevor wir zur Bucht zurückkehren.

Dann ist es endlich Zeit für den Polarsprung. Das eiskalte Wasser wirkt durch die Nähe des Gletschers noch kälter, als wir lachend in die Wellen laufen. Nachdem wir wieder herausgekommen sind, fühlt sich selbst die Luft angenehm warm an, und wir ergattern einen Platz in den ersten Zodiacs, die uns ein letztes Mal zurück zum Schiff bringen.

Am Abend versammeln wir uns in der Lounge, um uns gemeinsam mit Philip und dem Hotelteam bei einem Glas Prosecco zu verabschieden. Wir bedanken uns beim Kapitän und dürfen schließlich die legendäre Diashow von Ross genießen, von der während der gesamten Reise immer wieder die Rede war. Während die MV Plancius im Laufe des Abends langsam Longyearbyen entgegenfährt, genießen wir noch einmal die Aussicht aus der Lounge, bevor uns unsere Kojen ein letzztes Mal rufen.

Einzelheiten

Reisecode: PLA07-26
Daten: 7 Jul - 16 Jul, 2026
Dauer: 9 Nächte
Schiff: MS Plancius
Einschiffung: Longyearbyen
Ausschiffung: Longyearbyen

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An Bord von MS Plancius

Unser ältestes Schiff, die Plancius, ist eine klassische Wahl für einige unserer beliebtesten Polarreisen.

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