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Logbuch

Einschiffung in Longyearbyen, Adventfjord
  • Datum: 29.08.2017
  • Position: 78°14.0’ N / 015°35.8’ O
  • Wind: leichter Zug
  • Wetter: bedeckt
  • Lufttemperatur: +7°C

Wir waren in Longyearbyen angekommen, der nördlichsten Siedlung der Welt, und gingen nach einem kleinen Ausflug in die Stadt an Bord der Plancius. Dort konnten wir gleich unsere Kabinen beziehen, unser Zuhause für die nächsten zwei Wochen.

Expeditionsleiter Christian Engelke hieß uns in einem ersten Treffen an Bord willkommen, und wir lernten sein Expeditionsteam kennen. Unser Kapitän Evgeny Levakov gesellte sich auch dazu, informierte uns über seine Mannschaft und stieß dann mit uns auf eine gute Reise an. Nach einer Pause, in der wir das Ablegen verfolgen konnten, ging es weiter mit dem Sicherheitsbriefing. Wir absolvierten die Sicherheitsübung, alle in unseren leuchtend orangefarbenen Schwimmwesten.

Nach dem Ausflug nach draußen ging es zum Abendessen. An diesem ruhigen ersten Abend fuhren wir aus dem Isfjord hinaus, Kurs: Nord.

Nordwest-Spitzbergen: Raudfjord und Magdalenefjord
  • Datum: 30.08.2017
  • Position: 79°47,9‘ N / 010°28,0’ O
  • Wind: N-8
  • Wetter: Schnee
  • Lufttemperatur: +1°C

Der Morgen begrüßte uns arktisch. Über 30 Knoten Wind und leichter Schneefall verwandelten die Landschaft in eine mystische Szenerie. Da wusste man das warme Schiff erst recht zu schätzen.

Nach dem Frühstück begaben wir uns in die Lounge, um von Christian über die Vehaltensregeln gegenüber Eisbären unterrichtet zu werden; die AECO-Richtlinien wurden uns näher gebracht, und auch über die Abläufe im Zusammenhang mit den Zodiacs wurden wir informiert. Außerdem bekamen wir unsere Gummistiefel ausgehändigt. Und das alles bei ziemlichem Seegang, was den einen etwas mehr und den anderen weniger zusetzte.
Als wir in den Raudfjord (norwegisch für den „roten Fjord“) einbogen, wurde das Meer etwas ruhiger, und man konnte die bezaubernde, leicht eingeschneite Landschaft Nordwest-Spitzbergens bewundern.
Also freuten wir uns auf unsere erste Landung in Alicehamna. Es schneite noch immer, was es konnte, und die Landschaft schien fast unwirklich, als wir mit den Zodiacs in Richtung Landestelle fuhren.

Dort stand eine kleine Trapperhütte, vom Schweden Stockholm-Sven 1938 gebaut, die wir uns kurz ansehen konnten. Als wir alle versammelt waren, durften wir uns in drei Gruppen aufteilen. Diejenigen, die sich die Beine etwas mehr vertreten wollten, gingen mit Christian und Vale los. Die mittlere Gruppe zog mit Sandra, Sebastian, Steffi und Kasper los, um die Gegend zu erkunden, und die gemütliche Gruppe blieb mit Miriam und Gérard in Strandnähe und guckte, was es dort zu entdecken gab.

Mit weiß eingeschneiten Mützen wurden wir per Zodiac wieder zum Schiff zurückgebracht, wo wir uns erst mal aufwärmen und am Mittagsbuffet stärken konnten.
Am Nachmittag war es immer noch sehr windig und bedeckt, weswegen die Plancius im Zickzack durch den wunderschönen Nordwestens Spitzbergens fuhr, um für uns eine geeignete Landestelle ausfindig zu machen. Als wir in Richtung Magdalenefjord einbogen, tat sich plötzlich der Himmel auf, und das Licht war atemberaubend. Also genossen wir alle den Nachmittag an Deck oder in der Lounge und bestaunten die Szenerie.

Gegen 18 Uhr fand das Expeditionsteam dann einen ausreichend geschützten Ort, um uns eine kleine Anlandung anzubieten: Gravneset, was so viel wie „die Gräberhalbinsel“ heißt. Ein zauberhafter und zugleich ein trauriger Ort – 130 Gräber von Walfängern aus dem 17. Jahrhundert waren dort zu bestaunen. Diese historisch wichtigen Hinterlassenschaften wurden eingezäunt, da bis vor ein paar Jahren die großen Kreuzfahrtschiffe hier anlanden durften und ein Großteil der Vegetation und wertvolle Relikte zerstört wurden.
Wir teilten uns wieder in drei Gruppen ein, die in alle Himmelsrichtungen ausschwärmten. Die schnelle Gruppe zog mit Miriam und Seba in Richtung Moräne los, um sich dort dahinter den Gullygletscher anzuschauen. Auf ihrem Weg fanden sie ziemlich frischen Eisbärenkot... Die mittlere und die gemütliche Gruppe blieben in der Nähe des Strandes und konnten dort Weißwangengänse, Schmarotzerraubmöwen und Eismöwen bestaunen.

In diesem schönen Licht hätte man es trotz des bissigen Windes noch lange ausgehalten, doch die Zeit lief uns davon, und wir mussten uns wieder bei der Landestelle einfinden, um zu unserer geliebten Plancius zurückzukehren. Das Hotelteam wartete schon mit einem leckeren Abendessen auf uns.

Auf See
  • Datum: 31.08.2017
  • Position: 78°18.8’ N / 006°8.0’ O
  • Wind: N-4
  • Wetter: bewölkt
  • Lufttemperatur: +4°C

Ausschlafen! Unser erster Seetag auf dem Weg nach Grönland begann ohne Weckruf. Erst als das Frühstück angekündigt wurde, ergab sich eine gewisse Notwendigkeit zum Aufstehen. Plancius eilte zielstrebig gen Südwesten – 600 Seemeilen Strecke sind keine Kleinigkeit.
Nach dem Frühstück lud das Expeditionsteam zum Recap in die Lounge, einem Rückblick auf das Erlebte und einem Ausblick auf das kommende Programm. Christian stellte uns die Pläne für die kommenden Stunden und Tage vor, Steffi brachte uns das abenteuerliche Leben der Trapperin Wanny Woldstad näher. Sandra entführte uns auf vergnügliche Weise in die Welt von Griechisch und Latein und erklärte uns die Bedeutung einiger Vogelnamen. Und nachdem wir gestern einen Blick auf Smeerenburg geworfen hatten, einen der Hauptschauplätze des Walfangs auf Spitzbergen, erzählte Vale von einem der ärgsten Feinde der Walfänger und Seefahrer: Skorbut. Parallel dazu stellte Gérard in seinem Vortrag im Restaurant den englischsprachigen Passagieren Spitzbergen vor.

Als sich Christian gerade darauf vorbereitete, seinen Vortrag über Salomon August Andrée und dessen Ballon-Abenteuer zu beginnen, erfuhr „Plan A“ seine erste Änderung: Von der Brücke aus waren die Blasfontänen von Walen gesichtet worden. Wir schnappten uns Jacken und Kameras und verteilten uns auf den Außendecks. Das englische Recap wurde ebenfalls ein wenig verschoben – Tierleben hat absoluten Vorrang.

In die Zeit unseres Verdauungsschläfchens nach dem Mittagessen fiel die Sichtung des ersten größeren Eisbergs. Zwei Finnwale, wohl Mutter und Kind, besuchten das Schiff und entzückten die Fotografen. Am Nachmittag nahm die Zahl der Eisstücke im Wasser kontinuierlich zu, und schließlich erreichten wir einen dichten Eisgürtel, in den der Kapitän die Plancius hineinsteuerte. Robben wurden gesichtet, dazu trugen einige Eisschollen eindeutig eisbärige Tatzenabdrücke. Die Sonne schien über dieser eisigen Wunderwelt – kaum jemanden hielt es da noch in der Kabine. Junge Dreizehenmöwen segelten über der Plancius. Die charakteristischen Schreie der Elfenbeinmöwen erklangen, und bald sahen wir zwei, drei, fünf der schneeweißen Vögel. Auch Jungtiere mit schwarzen Punkten im Gefieder waren darunter. Manch einer konnte sogar beobachten, wie eine Spatelraubmöwe Jagd auf eine der Elfenbeinmöwen machte. Schließlich hatten wir das Eis hinter uns gelassen, und Plancius nahm wieder Fahrt auf. Der Weg nach Grönland war noch weit …

Auf See
  • Datum: 01.09.2017
  • Position: 75°23,2‘ N / 009°42,6‘ W
  • Wind: W-4
  • Wetter: bewölkt
  • Lufttemperatur: +3°C

Gegen 8 Uhr ertönte der Frühstücks-Weckruf, die Türen zum Restaurant waren offen. Diese Nacht hatten wir sogar eine Stunde mehr Schlaf erhalten: Weil wir auf unserer Reise die Zeitzone wechselten, durften wir am Abend vorher die Uhren eine Stunde zurückstellen.

Um 10 Uhr wurde in der Lounge zum Recap eingeladen, wo wir von Christian über die Pläne informiert wurden und erfuhren, wie man Wale identifizieren kann. Danach führten Steffi und Christian in Person vor, wie sich die Erde (Christian) um die Sonne (Steffi) dreht und warum es deswegen hier oben im Norden Mitternachtssonne und Polarnacht gibt. Seemeilen und (Wind-)Knoten wurden dann noch von Sandra erläutert, bevor wir uns um kurz nach 11 Uhr ins Restaurant umpositionierten, um Miriams Vorlesung über den Lebensraum Meereis anzuhören.

Nach dem Mittagessen wurde das Wetter draußen genossen, die See war sehr still, und die Sonne strahlte über uns. Am Nachmittag sollte es dann noch eine Vorlesung geben über Walfang, diese wurde aber kurzerhand abgesagt, da wir draußen wieder einen Meereisgürtel entdeckt hatten – und überhaupt sollte man bei so einem Wetter lieber draußen sein. Und es sollte sich lohnen!
Die Plancius steuerte immer noch gen Eiskante, da erklang Christians Stimme über den Lautsprecher: drei Eisbären direkt vor uns! Bei dem Satz sprangen dann auch die letzten Leute aus der Lounge auf die Außendecks, und wir warteten gespannt auf die Eisbären. Die Plancius steuerte sich mit der Nase direkt an die Eiskante heran, und in nicht allzu weiter Ferne, aber besser mit Fernglas sichtbar, sah man Mamabär mit zwei Jungen an einer Robbe speisen.

Die Guides gingen herum und erzählten, dass noch zwei Bären in der Nähe gesichtet worden waren, der eine besser sichtbar als der andere. Bär Nr. 4 war ganz in der Nähe von der Bärenmama und sonnte sich auf dem Meereis – das Tier hatte sicherlich schon vorher eine Robbe verspeist und hielt nun ein Verdauungsschläfchen. Bär Nr. 5 lag relativ versteckt auf einem Eisrücken und war nicht mehr in Sicht, nachdem sich die Plancius etwas umpositionierte.
Irgendwann war es dann aber doch Zeit, die Meereiskante zu verlassen und weiter gen Grönland zu schippern. Das Wetter und die See waren immer noch atemberaubend, und viele genossen den Anblick von den Außendecks oder der Lounge, bis es zum Abendessen im Restaurant läutete.

Christian kam dann noch mit der Nachricht, dass wir wieder eine Stunde Schlaf gewannen, die Uhr musste noch eine Stunde zurückgestellt werden vor dem Schlafengehen. Nun erwarteten wir alle mit Spannung den morgigen Tag mit unserer ersten Landung auf Grönland.

Myggbukta und Kejser Franz Joseph Fjord
  • Datum: 02.09.2017
  • Position: 73°24.7’ N / 021°14.9’ W
  • Wind: N-3
  • Wetter: bedeckt
  • Lufttemperatur: +1°C

Was für ein aufregender Morgen! Zum ersten Mal sahen wir grönländisches Festland.
Unsere erste Landung stand bevor. Das Wetter begrüßte uns nordisch: nicht allzu frostig, doch es schneite in großen Flocken.
Also packten wir uns nach dem Frühstück in warme Klamotten und begaben uns erwartungsvoll an die Gangway. Die Landestelle hieß Myggbukta, was so viel bedeutet wie die Bucht der Mücken. Da wir uns bereits im grönländischen Herbst befanden, bekamen wir von den kleinen Plagegeistern aber nichts zu spüren, ihre Zeit war vorüber. Doch unsere Zeit in Nordostgrönland begann erst, also waren wir alle voller Hoffnung auf eine schöne Landung.

Wir sammelten uns bei der Mygghytta, einem eindrucksvollen Gebäude, das 1922 von norwegischen Jägern erbaut wurde und noch heute genutzt wird.
Nachdem wir alle einen Blick in die luxuriöse Hütte werfen konnten, teilten wir uns in drei Gruppen auf: die Bergziegen, die sich mal wieder richtig die Beine vertreten wollten, die mittlere Gruppe, die ab und an auch mal ein Foto machen wollte, und die Gemütlichen, die sich bei der Hütte und deren Geschichte mehr Zeit lassen konnten.

Viel gab es zu entdecken. Moschusochsen-Skelette, vielfältige Tundra und faszinierende Flora, Historie und atemberaubende Landschaft – und das alles überzuckert mit Neuschnee.

Ziemlich durchfeuchtet kamen wir wieder an der Landestelle an, wo uns auch schon die Zodiacs erwarteten und uns nach Hause auf die Plancius brachten.

Erst mal trockene Kleider überstreifen und sich am reichen Mittagsbuffet stärken!
Den Nachmittag ließen wir ruhiger angehen. Nebel zog auf und hüllte alles in eine gespenstische Atmosphäre.
Also genossen wir die Vorlesungen zum Thema Eisbären auf Deutsch von Christian und auf Englisch von Gérard. Nach einer kurzen Kaffee- und Kuchenpause ging es gleich weiter mit der Wissens-Erweiterung. Miriam hielt auf Englisch eine Vorlesung zum Thema Meereis, und Christian und Sandra gaben eine Lesestunde zum Thema Walfang: Es wurde aus dem Buch von Arthur Conan Doyle „Heute dreimal ins Polarmeer gefallen“ vorgelesen.
Die gespenstisch neblige Stimmung draußen mochte nicht weichen, also saßen wir gemütlich in der Lounge zusammen.

Alsbald war es auch schon wieder Zeit fürs Recap. Die Pläne von morgen wurden uns von Christian und Sandra nähergebracht, und Kapser führte uns in die Welt der Grönländer ein.
Nach so vielen diversen Informationen, die man uns hatte zukommenlassen, hatten wir uns das Abendessen redlich verdient. Einige von uns ließen den Abend in der Bar ausklingen, andere versuchten, nach den erlebnisreichen Tagen eine Mütze Schlaf zu kriegen.
Für morgen wurde uns ein unvergesslicher Sonnenaufgang angekündigt – schwer zu glauben angesichts der Nebelstimmung …

Sonnenaufgang beim Teufelsschloss, Blomster Bugt und Maria Ø
  • Datum: 03.09.2017
  • Position: 73°19.7’ N / 025°17.5’ W
  • Wind: leiser Zug
  • Wetter: klar
  • Lufttemperatur: +1°C

5 Uhr. 5 Uhr?! Die Versuchung war groß, sich einfach umzudrehen und weiterzuschlafen, als der Weckruf erklang. Aber der Blick nach draußen verhieß Lohnenswertes: Die Wolken lösten sich auf, und wer es erst einmal in die Lounge (Kaffee! Tee! Süße Teilchen!) oder an Deck geschafft hatte, kam so schnell nicht wieder nach drinnen.

Der Tag begann vor der markanten Felsformation des Teufelsschlosses (1340 m), und allmählich fanden sich die Farben des Morgens ein: Kühles Blau, zartes Rosa, dazu der Neuschnee auf den dunklen Felsen – ein Fest für Fotografen kündigte sich an. Und als schließlich die Sonne auf die zerklüfteten Felsen traf und sie in allen Rottönen erstrahlen ließ, waren schon tausen-de Fotos im Kasten, zu denen nun weitere hinzu-kamen. Das frühe Auf-stehen hatte sich absolut gelohnt!

Prompt setzte die Müdigkeit während des Frühstücks ein, aber zum Glück sorgte das Expeditionsteam rasch für Bewegung an frischer Luft: Es war nicht weit bis zur Landestelle in der Blomsterbugt. Die schnelle Wandertruppe machte sich umgehend auf den Weg zu einem Aussichtsgipfel, erspähte einen Gerfalken und in der Ferne Moschusochsen. Währenddessen erklommen die mittleren Wandergruppen einen Sattel und genossen die Aussicht – die Panoramablicke reichten zum See Noa Sø, weit in den Kejser Franz Joseph Fjord hinein und hinüber zum Teufelsschloss. Tief drunten nahm sich Plancius wie ein Spielzeug aus.

Nach dem Mittagessen wäre theoretisch Zeit für ein Schläfchen gewesen, aber tatsächlich ging es um die Ecke und durch den Antarctic Sund, dessen fantastische Geologie keine Langeweile aufkommen ließ und jeden Gedanken an Schlaf verjagte. An den Hängen entdeckten wir Moschusochsen und sogar einen fernen Eisbären.

Die spätnachmittägliche Anlandung an der Insel Maria Ø ließen dann einige von uns sausen, um Schlaf nachzuholen. Wer den Inselabstecher mitmachte, konnte mit den schnellen Wanderern einen aussichtsreichen Rücken erklimmen, und selbst für die gemütliche Wandergruppe war ein Aussichtshügelchen in Reichweite. Still und glatt lag das Meer.

Nach dem Abendessen dauerte es nicht lange, und die meisten von uns lagen in einem wohlverdienten Schlummer – bis auf die Fotografen, die immer noch Bilder sortierten …

Segelsällskapet und Holm Bugt
  • Datum: 04.09.2017
  • Position: 72°28,8‘ N / 024°44,6‘ W
  • Wind: SW-3 - 4
  • Wetter: bedeckt
  • Lufttemperatur: +3°C

Nach dem Frühstück gingen wir an Land bei Segelsällskapet. Dieses Fleckchen Erde ist ein Paradies für jeden Geologen, und jeder, der Steine bislang nicht so interessant fand, würde hier sicherlich seine Meinung ändern.
Die Guides hatten sich in einem großen Halbkreis um uns herum aufgestellt und bewachten die Gegend. In diesem sogenannten Perimeter durften wir uns „frei bewegen“, wir konnten unsere Füße dorthin laufen lassen, wo wir hinwollten, und stehenbleiben, wann wir wollten, um die Landschaft einfach zu genießen oder sie mit der Kamera zu verewigen.

Die Gesteinsformationen, die uns in vielerlei Farben in gestreiften Mustern anstrahlten, haben sich vor über 450-900 Mio. Jahren gebildet, als Grönland noch in der Höhe der Tropen lag. Durch Steigen und Senken des Meeresspiegels und verschiedene Ablagerungen von Mineralien und biologischen Material, was zugegen war (z. B. Korallen und Sandstein = hellbraune Ablagerungen), entstanden diese fantastischen Formen.

Neben der wunderschönen Geologie war dies eine Ecke Grönlands mit noch recht viel blühender Tundra, so dass auch die Pflanzenfreunde unter uns viel zum Knipsen kamen, da u. a. die Silberwurz, das Stengellose Leimkraut und das Arktische Weidenröschchen noch in voller Blüte standen.

Nach einer guten Stunde luden dann Steffi und Gérard zu einer etwas schnelleren Wanderung ein, gefolgt von Sandra und Kasper, die eine mittlere Gruppe anführten. Beide Gruppen hatten das Glück, eine kleine Herde Moschusochsen bestaunen zu können.

Nach dem Mittagessen ging es an Land bei der Holm Bugt. Das Wetter war uns leider nicht mehr treu, denn es hatte begonnen zu nieseln. Alle Gruppen bekamen einen guten Spaziergang in einer Tundra mit viel Knöllchenknöterich und Blaubeeren – und einige unter uns hatten sogar das Glück, einen Sandregenpfeifer zu entdecken.

Zurück an Bord war es Zeit für das Recap, wo Gérard die Geologie von Segelsällskapet zusammenfasste, Sandra erklärte die Namen unserer Landestellen, und Christian berichtete über die Pläne von morgen, die uns wegen einer Sturmwarnung schon einen Tag früher in den Scoresbysund bringen sollten als geplant.

Auf See und im Scoresbysund
  • Datum: 05.09.2017
  • Position: 70°22,9‘ N / 022°13,8‘ W
  • Wind: NW-5
  • Wetter: Regen
  • Lufttemperatur: +1°C

In der Nacht hatte uns die Grönlandsee richtiggehend auseinandergenommen. Wir segelten aus dem Kong Oscar Fjord hinaus in die Grönlandsee, um in den Scoresbysund zu gelangen, wo wir die nächsten Tage verbringen wollten.
Auf offener See hatte die Plancius mit fast 60 Knoten Wind zu kämpfen, was uns alle ziemlich durchschüttelte. Gegen 23 Uhr begann der Spaß, da blieb man zur eigenen Sicherheit am besten gleich im Bett. An viel Schlaf war nicht zu denken, und so waren wir alle am nächsten Morgen etwas gerädert. Da kam ein gemütliches Innen-Programm gerade recht.

Es gab keinen Weckruf, wir durften ausschlafen. Das Frühstücksbuffet wurde aber natürlich trotzdem nicht ausglassen. Man will ja gestärkt in den Tag starten. Um 10 Uhr durften wir dann den englischen Worten von Kasper lauschen, der uns die Geschichte Grönlands vorstellte in seinem Vortrag. Christian übersetzte über Kopfhörer simultan.

Da war der Vormittag auch schon vorüber, und das Wetter klarte allmählich etwas auf. Also segelten wir im Scoresbysund umher und bestaunten die riesigen Eisberge, die dort herumschwammen. Das Wetter wurde immer besser, und das Licht war fantastisch. Wirklich ein Highlight, diese mächtigen Eisberge, einige davon circa 400 Meter lang und 50 Meter hoch. Da kamen Tonnen von Eis zusammen!

Danach gab es ein vorgezogenes Recap, und wir wurden über die Pläne der kommenden Tage informiert von Christian. Außerdem brachte uns Steffi die Welt der Blumen etwas näher. Josef stellte uns die Moschusochsen vor, und Sandra erzählte uns interessante Fakten über Flechten.

Da das Wetter so herrlich war, begaben wir uns danach alle wieder an Deck und genossen die eindrückliche Kulisse. So verflogen die Stunden, und das Abendessen stand schon wieder bevor.
Den Abend ließen wir an der Bar oder draußen an der frischen Luft ausklingen und erfreuten uns einfach an der immensen Schönheit der Natur.

Sydkap, Jytte Havn (Bjørneøer) und arktischer Grillabend
  • Datum: 06.09.2017
  • Position: 71°17,4‘ N / 025°00,7‘ W
  • Wind: leiser Zug
  • Wetter: bewölkt
  • Lufttemperatur: +4°C

Nach einer erholsamen Nacht vor Anker – was für eine Wohltat! – dämmerte der Tag grau und nieselig. Diesmal war schon vor dem Frühstück etwas los: Wer wollte, konnte sich in die Liste für eine Schlauchboot-Ausfahrt als Alternative zum Landgang eintragen. Schließlich nutzten rund 60 von uns diese Option und verbrachten einen Großteil des Vormittags auf Eisberg-Cruise, während die anderen am Sydkap an Land gingen, den scheuen Polarhasen nachstellten und die Aussicht über das Eisberg-Labyrinth genossen. Die Tundra leuchtete in ihren schönsten Herbstfarben, und die Regentropfen auf dem Rot, Gelb und Grün intensivierten den bunten Eindruck weiter. Irgendwann hörte es auf zu regnen, und die Wolken zeigten wie gestern schon zarte Nuancen, während Nebelschwaden an den Bergen umherschlichen.

Über Mittag setzten wir zu den Bäreninseln um, den Bjørneøer. Das war gar nicht so einfach, weil immer wieder große Eisberge im Weg lagen. Schließlich hatte der Kapitän die Plancius aber doch in die Nähe der Landestelle Jytte Havn manövriert, und während das Wetter – und damit auch das Licht – im Minutentakt besser wurde, erkundeten wir die Insel in den gewohnten Gruppen. Das markante Felsmassiv der Grundtvigskirken mit ihren 1977 Metern spiegelte sich in zahllosen Tümpeln – ein wunderschöner Anblick und Grund für jede Menge Fotos.

Plancius lag ebenfalls sehr fotogen vor einem mächtigen Eisberg. Der nasse Untergrund war nicht überall einfach zu begehen, und wer zu lange an einer Stelle stehenblieb, machte doch tatsächlich Bekanntschaft mit Mücken, aber wir alle genossen die Bewegung und die fantastischen Ausblicke.

Voller neuer Eindrücke, zugleich aber auch erwartungsfroh machten wir uns auf den Rückweg zum Schiff – das finale Highlight des Tages stand ja noch bevor: das arktische BBQ auf dem Achterdeck! Nachdem uns Christian kurz in die Pläne für den morgigen Tag eingeweiht hatte, gab es vor der fantastischen Kulisse des Ø Fjord Leckereien vom Grill und süffigen Glühwein, Musik, Tanz und gutgelaunte Gespräche satt … Allerdings war es ratsam, die Kamera nicht zu weit wegzulegen; das Abendlicht auf den Bergen war schlichtweg sensationell und ein absolut würdiger Abschluss dieses Expeditionstags.

Ø Fjord, Harefjord und Rypefjord
  • Datum: 07.09.2017
  • Position: 70°57,7‘ N / 026°21,3‘ W
  • Wind: SW-6-7
  • Wetter: bewölkt
  • Lufttemperatur: +3°C

Schon früh um 6 Uhr erklang Sandras Stimme durch das Schiff. „Guten Morgen“ hieß es, das Wetter sei grandios und die Sonne gehe in etwa 20 Minuten im wunderschönen Ø Fjord (Inselfjord) auf. Der Wind wehte ordentlich draußen auf den Außendecks, aber der Anblick machte die frische Brise wett! In der einen Richtung des Ø Fjords stand noch der Vollmond über den Bergen, in der anderen ging die Sonne langsam auf und färbte die Bergspitzen rosa. Wow!
Für die Frühaufsteher hatte es sich gelohnt ... alle anderen wurden dann nochmals lieblich durch Sandras Stimme um 7.15 Uhr geweckt.

Die Sonne schien, eine steife Brise wehte immer noch und die Plancius suchte sich ihren Weg vorbei an vielen Eisbergen tiefer hinein in den wunderschönen Ø Fjord. Kurz vor 11 Uhr erreichten wir unser Vormittagsziel: den Harefjord (Hasenfjord). Hier waren wir ziemlich gut geschützt vor dem Wind, und die See war mehr oder minder spiegelglatt, die Sonne strahlte nieder auf die herbstlich gefärbte Tundra, und wir waren bereit für einen weiteren Perimeter. Für etwas weniger als zwei Stunden trugen uns unsere Füße, wohin wir wollten, über dieses traumhafte Fleckchen Erde – oder wir setzten uns in die Tundra und genossen die Sonne. Im Wasser tauchte ab und an eine kleine Ringelrobbe auf, und über unseren Köpfen flog eine Gruppe von Raben vorbei. In der Ferne gab es sogar eine Gruppe von Moschusochsen zu bestaunen.

Zurück an Bord lud der Hotelmanager zum Mittagessen, und die Plancius machte sich auf den Weg zu unserer Nachmittags-Landestelle im Rypefjord (Schneehuhnfjord).

Der Rypefjord war eine Schönheit. Im spiegelglatten Wasser rund um die Plancius tummelten sich viele Eisberge; in der Ferne konnte man den Eielson-Gletscher bestaunen. An Land teilten wir uns in unsere üblichen Gruppen ein und schritten über die rotorange gefärbte Tundra landeinwärts oder in Strandnähe, der ein oder andere sogar im T-Shirt. Ja, es war wirklich so warm!

Die schnelle Gruppe wollte so schnell wie möglich hoch hinaus, so weit das hier ging im Rypefjord. Die mittleren Gruppen spazierten über die Tundra und entdeckten einige Gruppen von Moschusochsen, sogar mit Jungtieren. Die eine Gruppe von Moschus ließ sich sogar recht gut aus der Nähe beobachten, bis sie davonstolzierte, um sich der nächsten mittleren und der schnellen Gruppe als Fotomodell anzubieten.

Die Fotogruppe um Sandra herum, die mehr in der Nähe der Landestelle geblieben war, bekam sogar zwei Arktishasen vor die Linsen, bevor es Zeit war, zur Plancius zurückzufahren.

Vor dem Abendessen erzählten dann Sandra und Christian über die Pläne von morgen bzw. der kommenden Nacht: Da womöglich gute Chancen auf Nordlichter bestanden, sollte man darauf vorbereitet sein, vielleicht geweckt zu werden... Danach erzählte Miriam noch etwas über den Arktischen Hasen, bevor zum Essen geläutet wurde.

Wie versprochen blieb die Nacht kurz: Christians Stimme ertönte bereits gegen 23 Uhr über den Lautsprecher mit der freudigen Nachricht, dass Nordlichter zu sehen waren. Warm angezogen genossen wir dann auf den Außendecks die fantastische Lichtshow der Aurora borealis.

Røde Fjord und Røde Ø
  • Datum: 08.09.2017
  • Position: 70°41,5‘ N / 027°53,7‘ W
  • Wind: W-2
  • Wetter: klar
  • Lufttemperatur: +4°C

An Schlaf war diese Nacht einmal mehr nicht zu denken. Die tanzenden grünen Nordlichter am grönländischen Nachthimmel und der Vollmond erlaubten uns nicht, zu Bett zu gehen. Lange standen wir an Deck und staunten in den Himmel. Sternenklar war es.

Doch schlafen können wir wieder, wenn wir zuhause sind. Nach der kurzen Nacht wurden wir erneut von einem wundervollen Sonnenaufgang erwartet. Die roten Berge des Rødefjords leuchteten im Morgenlicht. Nach dem Frühstück galt es, sich warm anzuziehen. Ein Zodiac-Cruise am Rolige Bræ stand uns bevor.

Bei der Anfahrt zu der mächtigen Gletscherfront etdeckten wir plötzlich einen Polarfuchs in den Steilwänden, die den Fjord einrahmten. Ein Rabe, der den Fuchs umkreiste, hatte uns auf ihn aufmerksam gemacht. Diese beiden hatten wohl etwas auszufechten. Wir konnten alle einen guten Blick auf das Füchslein erhaschen, bevor wir dann zum Gletscher vorstießen. Die Front war einige Kilometer lang und vielleicht 70 Meter hoch. Über eine Stunde lang drifteten wir umher, legten eine stille Minute ein zwischen den kleinen Eisstücken. Sogar eine Bartrobbe, auf einer Eisscholle liegend, zeigte sich uns. Schweren Herzens und ein wenig verfroren fuhren wir wieder zur Plancius zurück, wo uns Sava mit einer heißen Schokolade überraschte, die uns wieder aufwärmte.

Nach einer kurzen Rast am Mittagsbuffet ging es auch gleich wieder los: in die warmen Klamotten und dann in die Zodiacs – ein weiterer aufregender Zodiac-Cruise stand bevor.
Etwas südöstlich von unserer Morgenaktivität lag die Røde Ø. In deren Umgebung stranden immer wieder riesige, hochhausgroße Eisberge, die vom Inlandeis aus dem Vestfjord hinaustreiben und vor der kleinen Insel auf Grund laufen.

Es war sehr eindrücklich, um diese Kolosse herumzufahren, man spürte richtiggehend, wie klein man eigentlich ist, und das war ein gutes Gefühl. Wir hielten respektvollen Abstand, da man nie weiß, was diese Eisriesen als Nächstes vorhaben. Nachdem wir uns fast anderthalb Stunden vergnügten, gab es sogar noch eine kleine Anlandung auf der Røde Ø.

Wir landeten alle gemeinsam an und wanderten dann die paar Höhenmeter auf die Anh he, um uns die ganze Szenerie noch einmal von einem anderen Blickwinkel anzusehen. Magnifique! Irgendwann musste man aufhören zu photographieren, weil es einfach zu schön war, um es auf ein Bild zu bekommen. Einfach schauen und genießen. Wir waren zu unserem Glück zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort: Ein immenser Eisberg barst direkt vor unseren Augen, während wir in sicherer Entfernung oben auf dem Hügel den Logenplatz hatten. So wurde uns auch augenscheinlich, warum wir uns nicht allzu nahe heran wagten. Was für ein Highlight.
Gesegnet mit all diesen schönen Erlebnissen, wurden wir von unseren Guides zu unserem Mutterschiff zurückgefahren.
Nach dem Tagesrückblick beim Recap gönnten wir uns ein leckeres Abendessen und ließen den Abend gemächlich ausklingen.

Igterajik (Hurry Inlet) und Ittoqqortoormiit
  • Datum: 09.09.2017
  • Position: 70°25,3‘ N / 022°45,1‘ W
  • Wind: W-2
  • Wetter: bewölkt
  • Lufttemperatur: +5°C

Einer wunderbar ruhigen Nacht, in der wir endlich unseren wohlverdienten Schlaf nachholen konnten, folgte ein ebensolcher Morgen. Der Scoresbysund lag beinahe spiegelglatt, einzelne Eisberge tupften Weiß in die vorherrschende Melange aus Blau- und Grautönen. Nach dem Frühstück sollte es am exponierten Kap Stewart an Land gehen, aber als wir uns gerade angehost hatten und zur Gangway kamen, kehrte das Guide-Team von der Erkundungstour zurück: keine Landung möglich – zu viel Dünung am Strand! Zum Glück hatte uns Christian gestern schon darauf vorbereitet, dass sich der heutige Morgen zu einem echten Expeditionsvormittag auswachsen könnte. Im Nu stand Plan B: Kasper lud in die Lounge für seinen spannenden Vortrag über die Sirius-Hundeschlittenpatrouille, simultan übersetzt von Christian.

In der Zwischenzeit setzte Plancius ans Ostufer des Hurry Inlet um, und direkt nach dem Vortrag kam die Durchsage, dass das Expeditionsteam eine alternative Landestelle gefunden hatte, an der es gut erhaltene Überbleibsel alter Inuit-Kulturen zu sehen gab. Wir machten uns bereit und wurden wenig später an Land gebracht, wo die Guides einen weiten Halbkreis um uns bildeten, innerhalb dessen wir uns frei bewegen konnten. Die Hausfundamente aus der Thule-Zeit waren in der Tat beeindruckend gut zu sehen, und Kasper und Gérard – der die Stelle mit seinem Adlerblick erspäht hatte – erklärten, was es mit den Winterhäusern auf sich hatte.

Die Rückkehr zur Plancius wurde zu einem kleinen Abenteuer, weil der Wind gedreht hatte und direkt auf dem Strand stand, aber schließlich waren alle wohlbehalten wieder an Bord und konnten umgehend das Mittagsbuffet in Angriff nehmen.

Nach dem nötigen Energieschub trafen wir uns in der Lounge und bekamen von Christian und Kasper alle Informationen zu unserer bevorstehenden Landung in Ittoqqortoormiit. Die Zodiacs brachten uns zu einem kleinen Strand direkt im Ort, und von dort aus erkundeten wir die Siedlung mit ihren bunten Häusern, der kleinen Kirche, dem Souvenirshop und den Schlittenhunden. Manch einer spazierte hinauf zum Fußballplatz und zum Friedhof, andere besuchten die Kunstgalerie oder ließen sich den Reisepass stempeln. Die Zeit verging jedenfalls wie im Flug, und dann hieß es schon Abschied nehmen von Grönland.

Beim Recap ließen Christian und Kasper den Tag noch einmal Revue passieren – so viel hatten wir allein heute erlebt! Das Abendessen nahmen wir noch im Schutz des Scoresbysundes zu uns, erst danach machte sich Plancius auf den Weg hinaus aufs offene Meer nach Island.

Auf See gen Island
  • Datum: 10.09.2017
  • Position: 67°59,4‘ N / 019°57,3‘ W
  • Wind: N-7
  • Wetter: bedeckt
  • Lufttemperatur: +2°C

Endlich mal wieder ausschlafen! Es gab kein Weckruf, nur einen Frühstücksruf gegen 8 Uhr, während die Plancius bei um die 30 Knoten auf der Dänemarkstraße schaukelte. Gestern hatten wir unseren letzten Tag im schönen Grönland, dem Land der Menschen, und heute waren wir schon auf dem Heimweg, na ja, zumindest auf dem Weg nach Island.

Um 10.30 Uhr stand ein Film über die Sirius-Patrouille auf dem Programm, den Kasper netterweise von Freunden zur Verfügung gestellt bekommen hatte.
Um 12.30 Uhr wurde zum Mittagessen ins Restaurant geladen; wegen des starken Wellengangs gab es diesmal kein Buffet, sondern es wurde Nasi Goreng am Tisch serviert.

Am Nachmittag lud Christian in die Lounge ein, um eine Fotoshow von einem seiner Abenteuer in Ostgrönland zu zeigen. Unser Expeditionsleiter ist ein erfahrener Kajakpaddler und hat bereits mehrere Kajaktouren in den Fjorden Grönlands unternommen, als Guide, aber auch privat. Tolle Bilder und Videoclips flackerten über die Leinwand und die TVs der Lounge. Die Präsentation wurde kurzerhand unterbrochen, als von der Brücke die Durchsage kam, dass Steuerbord Delphine zu beobachten waren... die allerdings hatten die Durchsage wohl mitbekommen und tauchten daraufhin nicht mehr auf. Danach ging es ans Eingemachte: Der Hotelmanager rief Deck nach Deck auf zum Begleichen der Rechnungen an der Rezeption...

Währenddessen näherten wir uns mehr und mehr Island, und die See wurde etwas ruhiger. Vogelkundler waren glücklich, denn der eine oder andere Piepmatz konnte beobachtet werden, sogar ein Basstölpel wurde gesichtet.
Der letzte Abend war dann aber noch sehr vielseitig: Wir segelten in die Fjordsysteme Islands, hatten einem Abschiedstrunk mit dem Kapitän und den Guides, das letzte Festmahl im Restaurant und natürlich die Gummistiefelrückgabe. Nun hieß es Koffer packen!

Ausschiffung in Akureyri (Island)
  • Datum: 11.09.2017
  • Position: 65°41.6’ N / 018°05.0’ W

Kurz nach dem Frühstück war es Zeit, Abschied zu nehmen – von den fantastischen Tagen an Bord, von der Plancius, vom Team, von neu gefundenen Freunden… Die Busse standen schon bereit, und das kleine blaue Expeditionsschiff, das uns in den vergangenen zwei Wochen ans Herz gewachsen war, blieb zurück, während wir mit den Bussen nach Reykjavik fuhren, um unsere Heim- oder Weiterreise anzutreten.

Wir werden diese Reise und ihre vielen unvergesslichen Momente, die – auch für die Vielgereisten unter uns – außergewöhnlichen Erlebnisse und einzigartigen Eindrücke lange in Erinnerung behalten. Und schon jetzt fühlt es sich so an, als ob uns das Polarvirus endgültig erwischt hat – manch einer hat schon unterwegs die nächste Reise in den hohen Norden oder tiefen Süden geplant.

Vielen Dank für die schöne Reise, für Eure Flexibilität und Euren Enthusiasmus. Wir würden uns freuen, Euch zukünftig wieder an Bord begrüßen zu dürfen – wo auch immer das sein mag!

Auf unserer Reise zurückgelegte Strecke: Seemeilen: 2044
Nördlichster Punkt: 79°55.1’ N / 011°04.8’ O

Im Namen von Oceanwide Expeditions, Kapitän Evgeny Levakov, Expeditionsleiter Christian Engelke, Hotelmanager Dejan Nikolic sowie des gesamten Teams: Wir wünschen Euch eine gute und sichere Heimreise!

Schiff-Info

Cabin

MS Plancius

Das eisverstärkte Schiff Plancius ist ein ideales Schiff für polare Expeditionsfahrten in die Arktis und Antarktis.

Alle Schiff-Informationen

Details

Tripcode:PLA15-17

Daten:29 Aug – 11 Sep, 2017

Dauer:13 Nächte

Schiff:MS Plancius

Einschiffung:Longyearbyen

Ausschiffung:Akureyri / RKV

Trip-Log als PDF-Datei

Google Earth route

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