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Logbuch

Longyearbyen
  • Datum: 21.08.2016
  • Position: 78° 13.7’ N / 015° 36.1’ E
  • Wind: NW 4
  • Wetter: bewölkt
  • Lufttemperatur: +7°C

Wochen und Monate des Wartens hatten ein Ende – unser arktisches Abenteuer stand unmittelbar bevor! Manche von uns waren schon am Tag zuvor in Longyearbyen angekommen, diesem Außenposten der Zivilisation; andere landeten am frühen Nachmittag und wurden per Bus in die Stadt gebracht. Auf dem Weg kamen wir am Hafen vorbei, wo die Plancius gut sichtbar am Pier lag.

Als wir uns am Schiff einfanden, begrüßte uns das Hotelteam und brachte uns zu unseren Kabinen. Dann starteten wir zu einem ersten kleinen Erkundungsgang – es war anfangs gar nicht so einfach, die Orientierung zu behalten. Wenig später hörten wir die erste Ansage aus den Lautsprechern: Hotelmanager André stellte uns in der Lounge das Schiff und seine Einrichtungen vor. Anschließend war es Zeit für das obligatorische Sicherheits-Briefing. Der Erste Offizier machte uns mit den Spielregeln an Bord bekannt und erklärte uns, was im Fall eines Notfalls zu tun wäre. Gleich danach hatten wir die Chance, das Gelernte auszuprobieren: Der Kapitän ließ den Generalalarm ertönen. Wir gingen in unsere Kabinen, nahmen warme Kleidung und die orangefarbenen Rettungswesten mit und kehrten zur Lounge zurück. Hier wurden wir namentlich aufgerufen, und dann hörten wir den Alarm zum Verlassen des Schiffs. Also setzten wir uns in Bewegung, um uns an Deck zu sammeln und einen Blick in die Rettungsboote zu werfen.

Als die Plancius abgelegt hatte, lernten wir das internationale und vielseitige Expeditionsteam kennen, und schließlich kam sogar der Kapitän vorbei, um mit uns auf unsere Reise anzustoßen.

Während die Plancius aus dem Isfjorden hinausfuhr, genossen wir das erste Abendessen an Bord. Wer Lust hatte, machte danach noch einen kleinen Rundgang an Deck und genoss das Abendlicht; viele von uns waren nach der Anreise aber auch reichlich müde, und die sachte Schiffsbewegung kam gerade recht, um uns in den Schlaf zu wiegen.

Kongsfjord: Lilliehöökbreen und Ny-Ålesund
  • Datum: 22.08.2016
  • Position: 79° 18,3‘ N, 011° 37,3‘ E
  • Wind: SSW 4
  • Wetter: bedeckt
  • Lufttemperatur: +5°C

Gleich nach dem Weckruf um 7 Uhr gab es schon den ersten Gletscher zu bestaunen. Über Nacht waren wir in den Norden Spitzbergens und in den Krossfjord hineingefahren, in dessen westlichem Arm sich der Lilliehöökbreen (breen = Norwegisch für Gletscher) ausbreitet. Seine 7 km lange Glet-scherfront leuchtete blau im Morgenlicht. Der bedeckte Himmel brachte die Farben des Eises be-sonders gut zur Geltung. Im Wasser schwammen kleinere Eisstücke. 1906 wurde dieser Gletscher von Albert I. von Monaco vermessen, hundert Jahre später von seinem Großenkel Albert II. – in diesem Zeitraum hat der Gletscher 40 Prozent seiner Eismasse verloren.

Während wir vom Krossfjord in den Kongsfjord fuhren, standen einige obligatorische Sicherheitsin-formationen auf dem Programm: richtiges Verhalten im Zodiac und der umweltbewusste Umgang mit der empfindlichen arktischen Natur. Nach der Ausgabe der Gummistiefel waren wir angemes-sen gerüstet für unseren ersten Landgang in Ny-Ålesund, früher eine Bergbausiedlung, heute ein internationaler Wissenschafts-Standort. Verschiedene Länder betreiben hier Forschungsstationen (Deuschland, Indien, Niederlande, Korea, Italien, China usw.). Für uns waren vor allem der kleine Laden, das Postamt, der Hundezwinger und die Amundsenbüste interessant. Unser Guide Henryk nahm uns mit zu dem Mast, der einst als Anker für das Luftschiff Norge gedient hatte, mit dem Amundsen und Nobile 1926 erfolgreich den Nordpol überquerten. Er erklärte, wie Nobile 1928 mit dem Luftschiff Italia zurückgekehrt war und damit eines der größten Dramen der arktischen Luft-fahrt seinen Lauf nahm. Wer seinen Blick während Henryks Vortrag schweifen ließ, konnte im Meer einige Seehunde entdecken, die hier ihr nördlichstes Verbreitungsgebiet haben. Auch der Rücken eines Zwergwals wurde kurz gesichtet.

Zurück in Bord lichteten wir den Anker und machten uns bei schönsten Sonnenschein auf den Weg weiter in den Norden. Während die Landschaft Spitzbergens vorbeizog, genossen viele von uns die Sonne an Deck. Einige Papageitaucher drehten ein paar Runden ums Schiff. Später am Nachmittag hielt Henryk einen Vortrag über die Eroberung des Nordpols. Danach erklärte uns Andrew, wie wir uns in den kommenden Tage im Eisbärenland verhalten sollten: bitte zusammen und beim Guide bleiben, wachsam sein – und Finger weg von den Waffen!

Kapitän Alexey hatte dann eine besondere Überraschung für uns parat: Er manövrierte die Plancius durch Sørgattet in den Smeerenburgfjord, vorbei an den Inseln Danskøya (øya = Norwegisch für Insel) und Amsterdamøya. So konnten wir die wilde Landschaft aus Gletschern und zerklüfteten Bergen bewundern und am Strand einige Walrosse beobachten, die dort auf der faulen Haut lagen.

Am Abend trafen wir uns in der Lounge, und Andrew sprach über die morgigen Pläne, die sehr von der Windstärke abhängig sein würden. Aber schließlich waren wir auf einer Expeditionsreise, und wenn die nächsten Tage genauso aufregend werden würden wie dieser erste, dann wäre das gar nicht mal schlecht.

Nordspitzbergen und der Weg ins Eis
  • Datum: 23.08.2016
  • Position: 80° 29,1‘ N, 020° 05,9‘ E
  • Wind: NW 7-8
  • Wetter: bedeckt
  • Lufttemperatur: -1°C

Waren wir gestern bei stimmungsvollem Wetter schlafen gegangen, sah die Welt beim Aufwachen heute ein bisschen anders aus. Schon durch das Bullauge konnte man die rollenden Wellen sehen – und die Schiffsbewegung war überdies auch spürbar. Ein Besuch auf der Brücke bestätigte den ers-ten Eindruck: Der Wind blies mit bis zu 30 kn (Knoten), was Stärke 7 auf der Beaufort-Skala ent-spricht.

Wir näherten uns der Inselgruppe Sjuøyane, den Siebeninseln. Unser „Plan A“ sah eine Anlandung auf Phippsøya vor, aber bei so viel Wind aus nordwestlicher Richtung war daran nicht zu denken. Die Plancius änderte den Kurs nach Süden in der Hoffnung, dass im Schutz der Insel Chermsideøya vielleicht eine Landung möglich sein würde. Doch bei den heftigen Windstößen hielt der Anker nicht, und damit war auch „Plan B“ hinfällig. Es sah so aus, als ob wir einen echten Expeditionstag erwischt hatten – Flexibilität ist an solchen Tagen unumgänglich!

Im Nu hatten Kapitän und Expeditionsteam einen „Plan C“ geschmiedet, und wir nahmen Kurs auf den Duvefjord und die Minebukta, die mit ihrer Ausrichtung nach Osten theoretisch Schutz für eine Anlandung bieten sollte. Währenddessen öffnete um 10 Uhr die Plancius-Akademie ihre Pforten: Katja brachte uns in der Lounge viel Wissenswertes zum Thema Eis nahe, und Henryk setzte zu-gleich im Restaurant seinen Vortrag über die Entdeckung des Nordpols auf Englisch fort.

Schon während des Mittagessens erreichte uns jedoch die Information, dass auch der Minebukta-Plan geplatzt war: Statt des erhofften Windschattens fanden wir lokale Winde vor, die die allgemein stürmische Situation weiter verschärften. Also musste „Plan D“ her, und die Plancius nahm Kurs nach Norden mit dem Ziel Packeis. Auf dem Weg dorthin entdeckte Christian einen Bären am Ufer – den ersten unserer Reise, zwar weit weg, aber mit einem guten Fernglas eindeutig zu erkennen! Das Tier wanderte direkt am Ufer entlang entgegen unserer Fahrtrichtung. Pünktlich um 15 Uhr setzte die Plancius-Akademie ihr Programm fort. Henryk erzählte diesmal auf Deutsch, was es mit der Eroberung des Pols auf sich gehabt hatte, und Gérard machte die englischsprachigen Gäste mit dem Thema Eis vertraut. Nach einer kleinen Pause folgten zwei Vorträge von Sandra und Beau zum Thema Fotografie. Inzwischen drifteten die ersten Eisbrocken vorbei, und die Spannung stieg. Das Recap drehte sich diesmal – passend zu den Ereignissen des Tages – darum, wie Admiral Beaufort zu seiner Windstärke-Skala gekommen war und was es mit der Seemeile sowie der Angabe der Schiffsgeschwindigkeit in Knoten auf sich hat.

Wir hatten gerade den Hauptgang unseres Abendessens serviert bekommen, als eine Durchsage von Andrew für Aufregung sorgte: Ein Eisbär hatte sich Christians Adleraugen gezeigt! Langsam schob sich die Plancius unter kundigem Kommando von Kapitän Alexey näher an das im Windschat-ten eines Eiswalls ruhende Tier heran. Wir holten schleunigst warme Jacken, Mützen, Handschuhe und Kameras und bezogen auf den Außendecks Stellung. Hui, wie das zog! Der Wind zerrte und zupfte an Kapuzen und Kamerariemen, aber wir ließen uns nicht entmutigen – und wurden belohnt: Erst hob der Bär nur träge den Kopf, später mochte er sich die Plancius aber doch aus stehender Position ansehen. Am Schnee schnüffelnd wanderte er entlang der Schmelzwasserpfützen, und wir verfolgten gebannt jede seiner Bewegungen. Letztendlich wollte das Bärenmännchen dann doch lieber allein sein, und wir ließen ihn ziehen. Ein abenteuerlicher Tag hatte ein spektakuläres Finale gefunden, und ganz zum Schluss zeigte sich noch ein wunderbares Abendrot – schließlich begann jetzt auf Spitzbergen wieder die Zeit, in der die Sonne nachts unter den Horizont taucht!

Im Eis nördlich von Spitzbergen
  • Datum: 24.08.2016
  • Position: 81° 10,3‘ N, 022° 36,7‘ E
  • Wind: WSW 5
  • Wetter: Schnee und Nebel
  • Lufttemperatur: +1°C

Bereits um 5.15 Uhr wurden wir heute von Andrew und Christian geweckt. Grund dafür war ein Eisbär, der von unserem Ersten Offizier Jaanus gesichtet worden war. Die Bedingungen am Morgen waren fantastisch: jede Menge Eis, gute Sicht und strahlender Sonnenschein. Der Bär schlummerte auf einer Eisscholle. Er schien von unserem Auftauchen nicht sonderlich beeindruckt, zeigte aber auch kein großes Interesse. Kopf heben, wittern, schauen, wieder hinlegen – so ging das eine ganze Weile. Letztendlich erhob er sich und zog von dannen, um bald darauf von einer rasch aufziehenden Nebelbank verschluckt zu werden.

Langsam schob sich die Plancius durch die Eisfelder, durchquerte offenes Wasser, tauchte ins nächste Eisfeld ein. Das Team war mit Ferngläsern und Teleskop unermüdlich im Einsatz, und viele von uns beteiligten sich an der Suche nach dem weißen (oder eher gelben) Bären im Weiß.

Wir beobachteten zahlreiche Elfenbein-möwen, die ebenfalls seltenen Spatel- und Falkenraubmöwen, sahen Dreizehenmöwen beim Fischen zu und verfolgten die Versuche einer Elfenbeinmöwe, den üblichen Spieß herumzudrehen und eine Raubmöwe zu verfolgen, die der weißen Schönheit das Futter abjagen wollte.

Es war ein tolles Erlebnis, mit der Plancius durch das Eis zu fahren – keine Scholle war wie die andere, die Vielfalt der Weiß-, Grau- und Blautöne überraschte uns, und es gab so viel zu sehen! Unterbrochen wurde die kalte Erlebnisjagd auf den Außendecks nur durch einen Eisbär-Vortrag von Katja – es war schön, das gerade Erlebte mit Wissen zu vervollständigen!

Vor dem Mittagessen öffnete das Hotel-Team den Plancius-Shop, und der Ansturm auf die Sou-venirs begann. Begehrt waren vor allem die Plüsch-Eisbären – kein Wunder nach den Erlebnissen von gestern und heute!

Und auch nach dem Mittagessen ging die Suche weiter. Entlang des Packeises, immer weiter nach Norden bis maximal 81 Grad 31.3 Minuten Nord führte uns unser Kapitän. Und hier, am nördlichs-ten Punkt unserer Reise, folgte etwas ganz Besonders! Das Team entschied, ein sonniges, windstilles Wetterfenster zu nutzen und einen Zodiac-Cruise im Packeis zu unternehmen – durch relativ lose Eisschollen, mit Elfenbeinmöwen und Raubmöwen über unseren Köpfen und mit einer „Landung“ auf einer größeren stabilen Scholle. Ein spezielles Erlebnis!

Als wir abends langsam den eisigen hohen Norden verließen, strahlten wir alle über beide Ohren ob des heute Erlebten!

Kvitøya und Nordaustlandet
  • Datum: 25.08.2016
  • Position: 80° 05,4‘ N, 031° 21,3‘ E
  • Wind: N 4
  • Wetter: bedeckt
  • Lufttemperatur: +1°C

Andrew weckte uns gegen 6 Uhr mit guten Nachrichten: Es sah ganz danach aus, als ob „Plan A“ diesmal tatsächlich aufgehen würde. Über Nacht war die Plancius zur Kvitøya gefahren, zur „Weißen Insel“, und wir sahen vor dem Schiff einen Dom aus Schnee und Eis aufragen. Die Eiskappe Kvitøyjøkulen bedeckt den allergrößten Teil der Insel. Der Wind hatte sich gelegt, und so machten wir uns auf, um in der Lounge ein erstes kleines Frühstück mit süßem Blätterteig und Kaffee oder Tee zu uns zu nehmen.

Dann war es auch schon an der Zeit, sich warm anzuziehen – das Team hatte inzwischen die Zodiacs startklar gemacht, und einer nach dem anderen stiegen wir die Gangway hinab und hinein in die Schlauchboote. Die kleine Flottille näherte sich zügig der Landestelle Andréeneset, benannt nach Salomon August Andrée, der hier 1897 mit seinen Mitstreiter ausgeharrt hatte, nachdem sein Versuch gescheitert war, den Nordpol im Ballon zu erreichen. Die Männer starben nach der missglückten Ballonfahrt und einem entbehrungsreichen Marsch über das Eis jedoch wenige Wochen später. Erst 1930 wurden ihre Überreste gefunden.

Leider erwies sich die Dünung an der Landestelle als zu stark, also machten wir uns erst einmal auf, um einen in einiger Entfernung wandernden Eisbären in Augenschein zu nehmen. Aber auch die Lichtspiele über dem Gletscher und seinen Schmelzwasserbächen waren eine Pracht! Dann fuhren wir in die entgegengesetzte Richtung, erreichten eine kleine geschützte Bucht, in der wir sogar Walrosse im Wasser beobachten konnten, und setzten schließlich einen Fuß auf diese abgelegene Insel, die nicht viele Menschen jemals besucht haben. Etwas schaukelig war die Rückfahrt zur Plancius, aber die Aussicht auf Frühstück, Tee, Kaffee und eine heiße Dusche entschädigte dafür.

Während wir uns stärkten, war die Plancius schon wieder unterwegs. Wir ließen Kvitøya hinter uns und fuhren in Richtung Nordaustlandet. Je weiter wir uns näherten, umso mehr Platz nahm die Abbruchkante der Gletscherkappe Austfonna in unserem Blickfeld ein. Allerdings hatte auch der Wind wieder aufgefrischt, und die Wellen nahmen ebenfalls zu, und als sich Plancius unter den kundigen Händen des Kapitäns so nahe wie möglich herangepirscht hatte an unser eigentliches Ziel Isispynten, musste das Expeditionsteam feststellen, dass insbesondere die Unberechenbarkeit der Wellen die Benutzung der Gangway unmöglich machte. Aus dem geplanten Zodiac-Cruise wurde also nichts. Ein Alternativplan lag allerdings schon parat: ein Schiffs-Cruise entlang der spektakulären Eismauer!

Die insgesamt rund 170 Kilometer lange Abbruchkante verwöhnte uns mit herrlichen Lichtstimmungen, stetig wechselnden Wolkenspielen und abwechslungsreichen Eis-Details. Es war gar nicht so einfach, sich zwischen der fantastischen Landschaft und dem spannenden Vortrag von Christian zu entscheiden, der im Rückblick auf unseren erfolgreichen Morgen auf Kvitøya Andrée und dessen Expedition näher vorstellte.

Am späten Nachmittag steuerte Kapitän Alexey Nazarov das Schiff noch näher an die Gletscherfront heran, und viele von uns wurden Zeuge von Abbrüchen. Viele kleine Eisberge im Wasser zeugten von der Aktivität des Gletschers, und wir wurden nicht müde, die Vielfalt des Eises zu bestaunen (und zu fotografieren). Im Recap erzählten uns Katja und Gérard noch mehr über Spitzbergens Gletscher, die sich allgemein auf dem Rückzug befinden, und über den Vorstoß des Austfonnas, an dem wir entlangfuhren. Diese Art von Vorstoß wird dadurch verursacht, dass das über lange Zeit akkumulierte Eis aufgrund seiner Mächtigkeit auf dem Untergrund zu rutschen beginnt, weil mit steigendem Druck auch die Temperatur an der Gletscherunterseite wächst und ein Schmelzprozess beginnt. Dieser sorgt dafür, dass sich das Eis bewegt – mit für Gletscher erstaunlichen Geschwindigkeiten. Am Bråsvellbreen wurden zu seiner aktivsten Zeit 20 Meter Vorstoß pro Tag nachgewiesen.

Von Sandra erfuhren wir etwas darüber, was die lateinischen und griechischen Bestandteile wissenschaftlicher Vogelnamen wirklich bedeuten, und Andrew stellte uns den Plan für den morgigen Tag vor, der nach dem Aufwachen am Bråsvellbreen Begegnungen mit Walrossen vorsah – spannend!

Bråsvellbreen, Alkefjellet und Faksevågen
  • Datum: 26.08.2016
  • Position: 79° 19,5‘ N, 021° 11,6‘ E
  • Wind: NNW 7/8
  • Wetter: Schnee
  • Lufttemperatur: +4°C

Eigentlich hätte dieser Tag an den Wasserfällen des Bråsvallbreen beginnen sollen, aber statt atemberaubender Gletscherszenerie waren vor den Fenstern der Lounge nur Nebel und Schnee zu sehen. Ein paar Unentwegte standen dennoch an Deck und trotzten dem Wetter. Nach dem Früh-stück stand ein Besuch bei dem Walrossen am Torellneset auf dem Programm. Als wir jedoch dort ankamen, war schnell klar, dass über 30 Knoten Wind und 1,5 Meter hohe Wellen einer Anlandung nicht zuträglich sind. Schweren Herzens fuhren wir deshalb am Torellneset vorbei. Wir konnten die am Strand liegenden Walrosse zwar sehen, aber nicht besuchen. Stattdessen gab es einen Vortrag. Katja sprach über den Klimawandel und seine Auswirkungen auf die Arktis. Die Abnahme des Meereises, der Rückgang und die Beschleunigung von Gletschern, das Auftauen von Permafrostbö-den und die Versauerung der Meere waren Themen.

Kaum war der Vortrag zu Ende, hatten wir Alkefjellet erreicht, einen Vogelfelsen in der Hinlopen-straße. Auch hier schlugen die Wellen hoch. Wir blieben auf dem Schiff und fuhren dicht an den Felsen vorbei. Gut konnte man die Felsvorsprünge sehen, auf denen im Sommer die Dickschnabel-lummen nisten. Sie waren nur noch vereinzelt hier, aber eine Gruppe junger Dreizehenmöwen und einige Eissturmvögel sorgten für Unterhaltung. Der Wind pfiff uns kalt um die Ohren, und eine Neu-schneeschicht auf den Felsen und der Eiskappe des Odinjøkulen kündigte den Einbruch des Herbstes an. Manche genossen die Schiffsfahrt von der gemütlichen Lounge aus, während die ganz Harten draußen an Deck standen.

Der heutige Tag stand unter dem Motto: Wir suchen Schutz vor dem Wind. Schließlich fanden wir ihn. In Faksevågen, einer Seitenbucht des Lomfjords. Hier herrscht ein ganz eigenes Mikroklima. Die Sonne schien, die See war ruhig. Endlich! Und endlich ging es in die Boote und an Land.

Die Spaziergänger nahmen den Strand unter die Lupe und fanden Quallen und einen Meerstrand-läufer. Die mittlere Gruppe hatte ein Stelldichein mit einigen Rentieren, ehe sie auf einen Bergrü-cken mit Gletscherblick stieg, und die Wanderer erklommen das 300 Meter hohe Plateau oberhalb der Bucht. Von hier bot sich ein wunderbarer Ausblick auf den Lomfjord. Gut war der Unterschied zwischen den horizontalen Sandsteinen auf der Ostseite und den vertikalen Grundgesteinsschichten auf der Westseite zu erkennen. Aus der Entfernung konnten die Wanderer zwei Rentiere beobach-ten. Auf dem Plateau lag schon Schnee, und der Boden war an vielen Stellen gefroren. Nachdem die Sonne hinter Wolken verschwunden war, wurde es richtig kalt, und ein eisiger Wind blies uns schneidend ins Gesicht.

Deswegen waren viele froh, sich nach der Wanderung auf dem Schiff wieder aufwärmen zu können. Beim Recap erfuhren wir von Gérard, wo sich die Sonne jeweils am Winter- und Sommeranfang befindet, und Katja erklärte die Entstehung der Linsenwolken, die wir am Nachmittag gesehen hatten.

Wir beeilten uns mit dem Abendessen, denn es war noch eine Anlandung auf der Wahlbergøya geplant, um den am Morgen ausgefallenen Besuch bei de Walrossen nachzuholen. Es sollte jedoch nicht sein, denn schon wieder fegte der Wind mit über 30 Knoten über das unruhige Wasser – und an Land befand sich kein einziges Walross. Aber wenn der Prophet nicht zum Berg kommt, dann muss der Berg eben zum Propheten kommen – oder das Walross zum Schiff. Kaum hatte Andrew den Landgang abgesagt, tauchten sieben Köpfe schnaubend und prustend aus dem Wasser auf. Die Walrosse statteten uns einen Besuch ab! Dabei kamen sie sehr nahe ans Schiff, näher, als wir sie wohl vom Land aus gesehen hätten. Außerdem wirkten diese massigen, an Land so behäbigen Tiere im Wasser außerordentlich agil und anmutig. Und so kamen wir dann doch noch zu unseren Wal-rossen!

Freemansundet, Dunérbukta und Storfjorden
  • Datum: 27.08.2016
  • Position: 78° 15,3’ N, 021° 35,9’ E
  • Wind: NW 3
  • Wetter: Schneeschauer
  • Lufttemperatur: +1°C

Wie ankündigt befanden wir uns ziemlich genau um 7 Uhr am Eingang des Freemansund. Diese Wasserstraße zwischen den Inseln Barentsøya im Norden und Edgeøya im Süden verbindet den Storfjord mit der Olgastretet, der südlichen Verlängerung der Hinlopenstraße. Da sich östlich der genannten Inseln das Eis gewöhnlich lange hält, ist es kein Wunder, dass sich um den Freemansund herum üblicherweise Bären tummeln – wenn sie das letzte abziehende Eis verpassen, bleiben sie auf den Inseln und müssen dort versuchen, über den Sommer zu kommen. Schlendern sie dann auf der Suche nach Futter herum, können sie geplante Anlandungen unmöglich machen.

Unser Ziel (laut „Plan A“) war Kapp Waldburg im östlichen Teil des Sundes, am südlichen Ufer der Barentsøya. Allerdings machte uns – wie hätte es auch anders sein können – ein Bär einen Strich durch die Rechnung. Aber schon wenige Minuten nachdem das Expeditionsteam die Landung abge-sagt hatte, wurden wir mit „Plan B“ vertraut gemacht: einem Zodiac-Cruise! Auf der Barentsøya weideten Rentiere in ziemlicher Entfernung von einem weiteren Bären. Die schnelle Entscheidung wurde zu einem vollen Erfolg; wir konnten nicht nur eine kleine Herde Rentiere aus nächster Nähe

beobachten, sondern sahen auch den Bären, der sich am Eingang eines Canyons herumtrieb. (Aller-dings brauchte man schon ein Fernglas, um ihn gut betrachten zu können.) Wir fuhren mit den Schlauchbooten noch weiter gen Westen bis zur Gletscherkante des Freemanbreen und begeister-ten uns für die Formen und Farben der Eiswand. Kurz bevor wir zurückfahren wollten, kalbte der Gletscher; mit großem Getöse brach ein Stück Eis ab und stürzte ins Wasser. Was will man mehr?

Für den Nachmittag war die Anlandung in der Dunérbukta geplant. Diese Bucht ist rund 90 km Luft-linie von Longyearbyen entfernt und für die Einheimischen ein Winter-Ziel für Motor- und Hunde-schlitten. Das Wetter war nicht besonders gut; es nieselte, und ein starker Wind aus Norden blies uns um die Nase. Nicht alle Gäste kamen an Land. Wieder teilten wir uns in drei Gruppen auf. Die „Bergwanderer“ unter Leitung von Christian erklommen das Plateau hoch über der Landestelle, die mittlere Gruppe unter Henryks Führung fand Fossilien. Die Genießer unternahmen eine kleine Strandwanderung. Alle kamen zufrieden zurück zur Landestelle.

An Bord ging es dann weiter wie gewöhnlich mit dem Recap und dem Abendessen – nein, doch nicht so ganz. Denn just als wir uns zum Dinner im Restaurant niedergelassen hatten, verspeiste auch eine Gruppe Buckelwale ihr Abendessen, und zwar in unmittelbarer Nähe unseres Schiffes. Nun war guter Rat wirklich teuer: weiteressen oder nach draußen stürmen, um den Walen beim Fressen zuzuschauen? Die Lösung: Erst das eine, dann das andere – schnell aufessen, dann an Deck! Das Hotel-Team um André servierte das Dessert kurzerhand in der Lounge, um uns das Beobachten und Genießen so leicht wie möglich zu machen. Da standen wir nun staunend draußen und sahen mehr als einem Dutzend Buckelwalen zu. Myriaden von Eissturmvögeln begleiteten die Wale, und auch einige Dreizehenmöwen versuchten, etwas vom Fang abzubekommen. Zeitweise waren wir bis auf wenige Meter an den futternden Walen dran, und die ehrfürchtige Stille an Deck zeugte vom gewaltigen Eindruck, den die Meeresriesen hinterließen…

Hornsund: Burgerbukta
  • Datum: 28.08.2016
  • Position: 76° 42,3‘ N, 015° 24,6’ E
  • Wind: NW 7
  • Wetter: Regenschauer
  • Lufttemperatur: +6°C

Der Morgen begann bewegt: Plancius arbeitete sich nach der Umrundung des Sørkapp an der Westküste Spitzbergens entlang nach Norden. Wind und Wellen machten die Navigation in den Kabinen, in den Gängen und beim Frühstück zu einer kleinen Herausforderung. Es sah ganz danach aus, als ob auch heute die vornehmste Aufgabe sein würde, Schutz vor den Elementen zu finden. Als wir in den Hornsund einfuhren, besserte sich das Wetter immerhin so weit, dass wir die umlie-genden Berge erkennen konnten. Plancius ging in der Austre Burgerbukta vor Anker, und die Zodi-acs wurden startklar gemacht. Wir zogen uns warm an und stiegen in die Schlauchboote für einen Eisberg- und Gletscher-Cruise. Örtliche Windböen, die einiges an Gischt mitführten, machten das Ganze zum Abenteuer, aber als wir endlich am Mühlbacherbreen angekommen waren, belohnte uns die Front mit einigen Abbrüchen. Manch einer sah unterwegs auch den einen oder anderen Papageitaucher.

Über Mittag setzte die Plancius auf die Südseite des Hornsundes um, aber in Gåshamna fanden wir nicht genügend Schutz vor Wind und Dünung. Also hoben wir den Anker wieder, kaum dass er her-abgelassen worden war, und bewegten uns zurück in die Burgerbukta. Während der Fahrt hielten Christian und Beau ihre Vorträge zum Thema Wale – eine schöne Abrundung der gestrigen Erleb-nisse. (Ja, die Begegnung mit den Walen war wirklich noch keine 24 Stunden her!) Vom Ankerplatz aus ging es am späten Nachmittag noch einmal mit den Schlauchbooten hinaus, diesmal zu einer Landestelle unterhalb eines Gletschers. Hier teilten wir uns wieder in Gruppen auf. Wer auf die Moräne kletterte, konnte nicht nur einen sagenhaften Blick genießen, sondern begegnete mit etwas Glück auch noch einem Polarfuchs, der sich an einem Kadaver zu schaffen machte. Die Genießer spazierten am Ufer entlang und genossen die Stille an der kleinen Gletscherlagune.

Wieder zurück an Bord gab es diesmal nur einen ganz kurzen Ausblick auf Morgen – das Team hatte unsere Zeit an Land maximiert, und deshalb stand der Beginn des Überraschungs-Dinners bereits unmittelbar bevor: BBQ auf dem Achterdeck! Wir zogen uns warm an und gingen nach draußen – die nächsten Stunden vergingen wie im Flug mit Schmausen, Lachen, Tanzen und guter Laune!

Alkhornet und Ymerbukta
  • Datum: 29.08.2016
  • Position: 78° 07,2’ N, 012° 25,5’ E
  • Wind: NW 6
  • Wetter: Regen
  • Lufttemperatur: +2°C

Die Nacht ähnelte der vorangegangenen – an die Schiffsbewegungen hatten wir uns ja fast schon gewöhnt. Allerdings besserte sich die Lage immens, als Plancius in den Forlandsund einfuhr, der Prins Karls Forland von Spitzbergen trennt. Hier hatte das Expeditionsteam eine Anlandung bei Poolepynten geplant, einem bekannten Ruheplatz für Walrosse. Nur hatten die Walrosse offen-sichtlich andere Pläne für den Morgen, denn als wir an der Landzunge ankamen, stellten wir fest, dass keiner der sonst hier anzutreffenden Bewohner zu Hause war. Aus „Plan A“ wurde also wieder einmal „Plan B“, und Plancius drehte den Bug in Richtung Süden (in die Richtung, in der Sonnen-schein zumindest zu erahnen war), um das nächste Ziel anzusteuern. Spitzbergens Gipfel prunkten mit einer Ladung Puderzucker-Neuschnee und satten Herbstfarben, und die tolle Aussicht tröstete ein wenig über das lästige Begleichen der Schiffsrechnung hinweg – aber was sein muss, muss sein, und so riefen André und Kati uns an die Rezeption. Außerdem berichtete Katja auf Deutsch und Englisch von ihrer Skiexpedition auf Spitzbergen.

Auf dem Weg zum Vogelfelsen Alkhornet hielt das Team nach Walen Ausschau, leider vergeblich. Dafür waren aber die Rentiere gar nicht weit, als wir nach dem Mittagessen an Land gingen. Die ersten Meter gestalteten sich etwas beschwerlich, aber dann lief es sich auf der federnden Tundra wie auf Wolken, zumal das Wetter mitspielte. Gerade als wir uns an das Grün und die Blümchen und die Aussicht auf einen Plausch mit den Rentieren gewöhnen wollten, musste das Expeditions-team die Landung abbrechen – die Wandergruppe mit Beau und Gérard hatte einen Eisbären im Moränengelände gesichtet, der sich näherte.

Flugs begaben sich alle Gruppen zurück zur Landestelle, wo noch Zeit für einen kurzen Polarplansch blieb, ehe uns die Zodiacs zum Schiff brachten.

Dort trat umgehend „Plan C“ in Kraft, und die Plancius machte sich abermals auf den Weg, diesmal in die Ymerbukta. Hier ging es ebenfalls an einer Stelle mit schöner Tundra an Land. Die Aussicht auf die Berge und Gletscher war fantastisch, die Sonne kam zum Vorschein, und auch die Rentiere gaben sich kooperativ. Das Expeditionsteam hatte sich für diese letzte Landung etwas Besonderes einfallen lassen: Die Guides bildeten einen sehr weitläufigen Kreis um uns, und innerhalb dieser Begrenzung konnten wir uns frei bewegen.

Wir genossen es, auf unsere ganz eigene Weise Abschied von Spitzbergen zu nehmen – manche im Gras sitzend mit Aussicht über die Bucht, andere beim Fotografieren der Rentiere, wieder andere mit einem Spaziergang durch die herbstliche Landschaft. Weißwangengänse zogen über uns hin-weg, unüberhörbar auf dem Weg nach Süden. Und zum Schluss leistete uns noch ein sehr neugieri-ger Polarfuchs Gesellschaft, der sich seine seltsamen Besucher ganz genau anschauen wollte, den Zodiac-Anker beschnupperte und die Landestelle einer gründlichen Prüfung unterzog. Was für ein erlebnisreicher letzter Expeditionstag!

Und noch war dieser nicht vorbei: Nach all den aufregenden Ereignissen der vergangenen Tage trafen wir uns vor dem Abendessen in der Lounge, um mit dem Kapitän und dem Expeditionsteam auf unsere Reise anzustoßen. Es wird sicherlich noch eine ganze Weile dauern, bis alle Fotos sortiert und bearbeitet sind – aber all die wunderbaren Momente sind nicht nur auf unseren Speicherkarten präsent, sondern ein Teil von uns selbst geworden.

Longyearbyen
  • Datum: 30.08.2016
  • Position: 78° 13.7’ N / 015° 36.1’ E

Der letzte Tag unserer Reise begann für einige von uns mitten in der Nacht. Am späten Abend war die Plancius am Pier längsseits gegangen. Diejenigen, die auf den Flug am ganz frühen Morgen gebucht waren, stiegen kurz nach Mitternacht die Gangway hinab. Am Pier galt es dann, eine weitere Herausforderung zu bestehen: den Abschied von Schiff und Team, ehe uns der Bus zum Flughafen brachte.

Alle anderen hatten unterdessen weitergeschlummert und wurden zur gewohnten Zeit von Andrew und Christian geweckt. Nach dem Frühstück, während dessen unsere Koffer wie von Zauberhand aus den Gängen verschwanden und am Pier aufgereiht wurden, gingen dann schließlich alle von uns von Bord. Wir verabschiedeten uns von der Plancius und ihrem Team, was uns nicht leicht fiel – offensichtlich hat sich das Polar- und Expeditionsvirus eingenistet. Eins steht jedenfalls fest: Wir kommen wieder!

Vielen Dank für eine solch schöne Reise mit Eurer Gesellschaft, Eurer guten Laune und Eurem Enthusiasmus. Wir wünschen Euch eine gute Heimreise und würden uns freuen, Euch zukünftig wieder an Bord begrüßen zu dürfen – wo auch immer das sein mag!

Auf unserer Reise zurückgelegte Strecke: 1430 Seemeilen, 2648 Kilometer

Nördlichste erreichte Position: 81° 31,3’ N, 022° 20,9 ‘E

Im Namen von Oceanwide Expeditions, Kapitän Alexey Nazarov, Expeditionsleiter Andrew Bishop, Hotelmanager André van der Haak und des gesamten Teams: Es war uns ein Vergnügen, mit Euch unterwegs gewesen zu sein! Kommt gut nach Hause und genießt noch lange die Bilder aus der Arktis und die Erinnerungen an eine ganz besondere Reise nach Spitzbergen.

Schiff-Info

Cabin

MS Plancius

Das eisverstärkte Schiff Plancius ist ein ideales Schiff für polare Expeditionsfahrten in die Arktis und Antarktis.

Alle Schiff-Informationen

Details

Tripcode:PLA14-16

Daten:21 Aug – 30 Aug, 2016

Dauer:9 Nächte

Schiff:MS Plancius

Einschiffung:Longyearbyen

Ausschiffung:Longyearbyen

Trip-Log als PDF-Datei

Trip log video

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