PLA08-16_ © Steffi Sutter-Oceanwide Expeditions (2).JPG PLA08-16_ alkefjellet © Miriam Marquardt-Oceanwide Expeditions (3).JPG PLA08-16_ © TobiasBrehm-Oceanwide Expeditions (5).jpg nach unten scrollen

Logbuch

Longyearbyen
  • Datum: 30.06.2016
  • Position: 78°15.3’N / 015°09.9’E

Es beginnt bereits aufregend.
Es sind nun alle Gäste eingetroffen und haben ihre Zimmer bezogen.
Der erste Akt auf der Plancius wird immer die „Was tun wir, wenn wir das Schiff verlassen müssen-Übung“ durchgespielt während wir noch im Hafen liegen, damit auch alle wissen, was im Notfall zu tun ist.
Wir werden aber jäh unterbrochen, da wir den Hafen umgehend verlassen müssen, weil an ein anderes Schiff am kleinen Pier anlegen will.
Also nutzt das Hotelteam die Gelegenheit, um uns ein bisschen etwas über den Hotelbetrieb zu erzählen, wann und wo gibt's essen, wer macht die Wäsche, wo gibt's Drinks zum Entspannen und wo sozialisieren wir abends.
Bald geht es weiter mit der Notfallübung und wir werden geheissen in unsere Kabinen zu gehen, uns dort warm anzuziehen, Notfallmedikamente einzupacken, die Schwimmweste zu montieren und zum Sammelplatz in die Lounge zurück zu kehren. Dort werden wir mit Namen aufgerufen und auf die zwei Rettungsboote aufgeteilt, die wir uns dann auch anschauen dürfen.
Wieder umgezogen, gibt es Champagner und Häppchen in der Lounge, der Kapitän gibt uns die Ehre und das Expeditionsteam stellt sich vor.
Dann endlich dürfen wir den Speisesaal von innen sehen und es gibt ein leckeres Abendessen.
Doch plötzlich sind alle ganz aufgeregt und springen nach draussen: wir segeln gerade den Isfjord hinaus und plötzlich sichten wir einen Wal!!! Und noch einen!!! Und noch einen!!! Und nicht irgend einen, Blauwale!!! Was für eine rarität!!! Wir schätzen etwa 4-5 Stück, dabei eine Mutter mit Kalb, phantastisch!!! Die Freude ist gross.
Das Abendessen muss warten, es ist einfach zu schön, sich diese wundervolle Spiel der Natur anzusehen.

Smeerenburg & Raudfjord
  • Datum: 01.07.2016
  • Position: 79°30.5’N / 010°27.7’E
  • Wetter: Nebel
  • Lufttemperatur: +5°C

Am Anfang war es nur ein kleiner, gelblicher Fleck an Land. Als uns mit unseren Zodiac der kleinen Insel im Nordwesten Spitzbergens näherten, sahen wir ihn besser: Unser erster Eisbär! Langsam zog das mächtige Tier dem Strand entlang, blickte verwundert in unsere Richtung, und suchte weiter. Das Tier war abgemagert, das gelbe Fell zeugte von einer längeren Zeit, die es schon an Land verbrachte – offenbar hatte es den Rückzug des Eises verpasst und muss nun den Sommer auf der kargen Insel verbringen. Der vergleichsweise dünne Hals verriet uns, dass es sich um eine Bärin handelte. Irgendwann wurden ihr die Zuschauer zuviel, und sie trottete ins Wasser und schwamm davon. Wir fuhren weiter und liessen ihr ihre Ruhe – in den kargen Sommermonaten wird sie ihre Energie noch brauchen können.

Gleich in der Nähe konnten wir Zeugnisse einer Zeit entdecken, in der die Fjorde Nordwestspitzbergens weit weniger karg und einsam waren als heute: Die Überreste von Smeerenburg, einer niederländischen Walfangstation aus dem 17. Jahrhundert. Damals kochte das Wasser der Fjorde regelrecht von Grönlandwalen (Bowheads), die hier ihren bevorzugten Lebensraum hatten. Ihnen folgten Walfänger aus den Niederlanden und Grossbritannien. Segelschiffe und kleine, kräftige Walfangboote füllten die Fjorde, von den Inseln stieg Rauch und der Gestank der Trankochereien auf: Das Walfett wurde gleich vor Ort zu einem feinen Öl gekocht. Die erstarkende Wirtschaft in Europa war gierig nach dem Rohstoff aus dem Norden: Walöl war das, was heute das Erdöl ist: Man brauchte es als Lampenöl und als Ausgangsstoff für zahlreiche andere Produkte.

Der Walrausch von Spitzbergen liess die Fjorde leer zurück. Der Grönlandwal wurde beinahe ausgerottet, die Inseln Nordwestspitzbergens meiden die wenigen verbliebenen Exemplare bis heute. Von den Walfängern ist wenig zurückgeblieben: Wir sahen Reste von Siedlungen und die Fundamente eines Tranofens: Eine eigenartige Mischung aus Sand, Kies und Walöl, den „Speckbeton“.

Am Nachmittag folgte unsere zweite Landung. Dieses Mal besichtigten wir eine alte Trapperhütte im Raudfjord, dem „roten Fjord.“ Die winzige Hütte gab einen Eindruck davon, unter welch primitiven Bedingungen die Trapper hier ihr Leben verbrachten. Auf einer Wanderung durch die Umgebung entdeckten wir viele weiter Spuren vom arktischen Leben: Losung von Rentier und Polarfuchs, Haare – und auf einem kleinen Felsrücken, auf dem der Wind den Schnee abgeblasen hatte und der Sommer daher etwas früher Einzug gehalten hatte, auch die ersten Blumen: Darunter das stängellose Leimkraut (Silene Acaulis) und die Silberwurz (Dryas Octopetala).

Ein Tag im Packeis
  • Datum: 02.07.2016
  • Position: 80°47.7’N / 014°12.0’E
  • Wind: WSW 3
  • Wetter: Nebel
  • Lufttemperatur: +5°C

Heute morgen wurden wir nicht nur durch Christians sanfte Stimme geweckt, sondern auch durch dezentes Kratzen und Schlagen an der Außenhaut des Schiffes. Nein, es waren nicht die arktischen Kobolte, die sich an der Plancius zu schaffen machten, sondern Eis. Über Nacht hatten wir das offene Meer nördlich von Spitsbergen durchquert und waren nun am Rande des Packeises angekommen. Nun schiebte sich unsere Plancius untere Führung unseres erfahrenen Kapitäns mit Leichtigkeit ins Packeis hinein und schlängelte sich durch die Eisschollen hindurch. Eissturmvögel und Dickschnabellummen flogen um das Schiff herum, während die Dreizehenmöwen ein Festschmauß genossen, denn unser Schiff wirbelte zahlreiche kleine Polardorsche an die Oberfläche, die nun wie auf dem Silbertablett bereit standen.

Der Nebel gab dem Bild eine wahrhaft mystische Stimmung und gab gleichzeitig seine Geheimnisse nur in Stücken Preis. Gegen 10:30 Uhr ertönte Christians Stimme mit dem Hinweis, dass wir eine Bartrobbe auf einer Eisscholle entdeckt hatten und nun etwas näher hinfahren werden. Es war ein fantastischer Anblick, diese doch recht großen Tiere so nah zu sehen. Wir blieben eine Weile bei ihr, bevor wir sie dann wieder in Ruhe ließen und uns langsam entfernten um das Eis weiter zu erkunden.
Während des Mittagessens hatten wir Zeit, die ersten Eindrücke zusammen mit dem Essen zu verdauen, bevor uns Miriam und Michelle am Nachmittag mit Vorträgen beglückten. Miriam erzählte uns ein wenig über Eis und den Kleinstlebewesen, die man in dieser so unwirtlich erscheinenden Gegend finden kann und Michelle führte uns in die Geschichte der Walfangzeit ein.

Gegen Nachmittag schaffte es dann die Sonne etwas durch den Nebel hindurch und erzeugte einen wunderschönen Nebelbogen. Er entsteht auf die selbe Art, wie ein Regenbogen, nur dass er keine farbliche Aufteilung besitzt und ganz weiß ist.
Am späteren Nachmittag wurden die Vorlesungen von Miriam und Michelle nochmals in der jeweils anderen Sprache wiederholt und anschließend der Tag mit unserer täglichen Tageszusammenfassung abgerundet. Während Christian uns die Pläne für den kommenden Tag erklärte, führte uns Beau in die Welt der Bart- und Ringelrobben ein und Tobias erläuterte uns die Physik, die hinter den Nebelbögen steckte. Anschließend genossen wir ein weiteres leckeres Abendessen und ließen den Tag ruhig ausklingen.

Alkefjellet & Bjørnsundet
  • Datum: 03.07.2016
  • Position: 79°34.3’N / 018°36.2’E
  • Wind: SSE 3
  • Wetter: wolkig
  • Lufttemperatur: +5°C

“Der frühe Vogel fängt den Wurm”, frei nach dem Sprichwort, aber nicht für den Wurm, sondern für die Vögel, war der Weckruf heute etwas früher als die letzten Tage. Wir waren am Alkefjellet (= Alkeberg) einem imposanten Vogelkliff in der Hinlopenstrasse. Jeden Sommer brüten mehrere tausend Dickschnabellummen (Uria lomvia) an diesem Kliff. Die Dickschnabellumme ist eine sehr verbreitete Seevogelart in der nördlichen Halbkugel und ist insbesondere zahlreich in der Spitzbergengegend. Sie erreichen Spitzbergen jedes Frühjahr im April/Mai und bleiben in ihren Kolonien bis etwa Ende Juli/Anfang August. Wir verlassen Plancius mit den Zodiacs gegen 8.30 Uhr und lassen uns langsam entlang des Kliffes treiben. Es war beeindruckend zu sehen auf was für engen und dichten Lebensraum diese Vögel brüten. Zwischen den Nestern der Dickschnabellumme findet man auch einige brütende Gryllteisten (Cepphus grylle), ebenfalls eine Alkeart, sowie einige Dreizehenmöwen (Rissa tridactyla). Wir konnten beobachten wie größere Möwen, wie die Eismöwe (Larus hyperboreus), die Dickschnabellummen angreifen und zum Teil zum Absprung zwingen. Der Geruch und die Geräusche des Kliffes war ein einzigartiges Schauspiel und einige Passagiere hatten dann noch Glück und bekamen einen kurzen Blick auf einen Polarfuchs (Alopex lagopus) in der Ferne. Die Zeit verging viel schneller als gedacht und nach einem letzten Blick auf den nahegelegenen Gletscher, kehrten wir zum Mutterschiff zurück um weiter zu fahren in Richtung Bjørnesunde (=Bärensund).

Weiter südlich auf der Hinlopenstrasse nahe dem Bjørnesunde hatten wir das große Glück einen Blick auf ein Walross mit seinem Kalb zu werfen. Beide lagen auf einer Eisscholle, aber verschwanden sofort ins Wasser bei der näher kommenden Plancius.
Der Bjørnesunde hält, was sein Name verspricht! Wir trafen auf eine Eisbärenmutter mit ihrem ca.1,5 Jahre alten Jungen. Die Zodiaks wurden rausgesendet und wir hatten Glück und bekamen einen guten Blick auf beide Bären. Das Junge war sehr neugierig und kam dann sogar noch runter zum Wasser um sich etwas genauer anzuschauen was denn diese komischen schwarzen, schwimmenden Wesen sind, vollbeladen mit gutriechenden Snacks. Nachdem sicherlich Millionen an Bildern entstanden sind und wir sogar eine Konversation zwischen dem Eisbärjungen und seiner Mutter belauschen konnten, fuhren wir zurück zur Plancius für das abendliche arktische BBQ draußen an Deck.

Edgeøya
  • Datum: 04.07.2016
  • Position: 78°13.7’N / 022°01.7’E
  • Wind: SW 5-6
  • Wetter: bedeckt
  • Lufttemperatur: +5°C

Wir wachen im Freemansund, der Seestrasse zwischen Barentsøya und Edgeøya, auf , nachdem wir von Christians freundlicher Stimme geweckt wurden.
Wir freuen uns während dem Frühstück schon auf die Landung beim Kapp Waldberg, es ist stürmisch draussen, die Wellen gehen hoch.
Während wir noch schlemmen, machen sich die Guides schon bereit, um mit den Zodiacs zum Strand zu fahren, um die Landestelle zu sichern.

Soweit kommt es jedoch nicht, kurz bevor die Boote ins Wasser gelassen werden sollen, wird an Land direkt beim spektakulären Dreizehenmöwen-Canion ein Bär gesichtet und dann gleich noch einer etwas weiter entfernt in der Moräne schlafend. Also pirschen wir uns mit der Plancius vorsichtig an, um einen besseren Blick durch die Ferngläser auf unsere pelzigen Freunde zu bekommen. Bald sichten wir auch einige Rentiere, die friedlich grasen. Plötzlich wird es spannend, ein Bär und ein Rentier laufen sich über den Weg. Der Eisbär schnuppert ganz kurz, dreht dann aber wieder ab. Er weiss wohl, dass er dem Rentier nicht hinterher kommt bei einer Verfolgungsjagd, die Rentiere sind zwar nicht schneller, aber ausdauernder. Diese Szenerie können wir gemütlich bei einer Tasse Tee vom Schiff aus beobachten. Nach einiger Zeit lassen wir sie in Ruhe und segeln weiter Richtung Süden.
Das Ziel ist Kapp Lee, wo einige Hütten von russischen Trappern, den Pomoren, stehen und oft auch Walrosse am Strand rumliegen.

Doch auch diese Landung müssen wir vorbei ziehen lassen, viel Wind, bei 40 Knoten können wir unsere kleinen Schlauchboote nicht ins Wasser lassen. Also segeln wir weiter, haben das Glück noch einen Bären zu entdecken, ein typisches Bild, er liegt ganz faul rum und geniesst das Leben.

Also bekommen unsere Hirnzellen etwas geboten, Peter erzählt von Gletschern und seinen Abenteuern in den Eishöhlen auf Spitzbergen und Tobias haucht in seinem Vortrag den Steinen und Felsbrocken Leben ein.
Noch mehr Infos bekommen wir in dem ausgedehntes Recap später, in dem uns Christian mit den Plänen für morgen vertraut macht, Beau stellt uns die Familie der Alken vor und erzählt uns, was die Rentiere hier eigentlich so treiben und Michelle erklärt uns das Eisbärschutzprogramm, das seit 1973 in Kraft ist, ausserdem zeigt sie uns ein spannendes Video, das einen Eisbären bei der Robbenjagd zeigt und verdeutlicht, wie klug diese Tiere zu jagen im Stande sind.
Keinen Fuss an Land gesetzt heute und trotzdem erfüllt von Eindrücken, Emotionen und Informationen begeben wir uns zu Tisch und lassen den Abend bei einem leckeren Essen ausklingen.

Hornsund: Samarinvågen & Gåshamna
  • Datum: 05.07.2016
  • Position: 77°02.7’N / 016°22.8’E
  • Wind: NW 3
  • Wetter: Nebel
  • Lufttemperatur: +4°C

Als wir am morgen erwachten und aus dem Bullauge blickten, wurde schnell klar: Heute würden wir für den regnerischen Tag auf rauher See mehr als entschädigt. Die spektakuläre Landschaft des Hornsunds zeigte sich im Sonnenschein, der verbliebene Nebel half nur, die grossartige arktische Stimmung zu unterstreichen – und war auch bald schon verschwunden. Da wollten wir natürlich nicht an Bord bleiben: Sogleich ging es mit den Zodiacs zu den riesigen Gletscherfronten des Samarinvågen. Rund 35 meter hoch waren die Eisklippen, immer wieder donnerten mächtige Blöcke ins Wasser. Auf den Eisbergen vor dem Gletscher konnten wir zahlreiche Dreizehenmöven beobachten. Das nährstoffreiche Schmelzwasser, dass unter den Gletschern hervorquillt, schafft gute Bedingungen für Fische und andere marine Lebewesen – die wiederum Nahrung für die Vögel sind. Dank den ausserordentlich guten Bedingungen konnten wir ganz nah ran – und ein Gefühl für die Dimensionen der arktischen Gletscher gewinnen.

Am Nachmittag nutzten wir das Wetter für eine Wanderung in Gåshamna – der „Gänsebucht“. Gänse bekamen wir dort zwar keine zu Gesicht, dafür Wale, und das zu Land und zu Wasser. Riesige Walknochen, darunter ein Schädel, der zum Bau einer Trapperhütte verwendet wurde, gaben uns einen Eindruck davon, wie gross diese Meeressäuger eigentlich sind. Auf dem Rückweg von der Wanderung sahen wir einen Zwergwal im Fjord – und kurz darauf eine ganze Gruppe Belugawale, die sich im klaren Wasser tummelten und den Glanztag offenbar genau so sehr genossen wie wir.

Poolepynten and Alkhornet
  • Datum: 06.07.2016
  • Position: 78°25.9’N / 011°55.9’E
  • Wind: N 3
  • Wetter: Clear
  • Lufttemperatur: +7°C

Christians Stimme ertönte heute etwas früher als gewohnt, da wir an unserem letzten Tag noch viel vor hatten. Über Nacht sind wir aus dem Hornsund hinaus und Richtung Norden zur Ostküste des Prins Karls Forelands gefahren. Am Morgen kamen wir bei Poolepynten, unserer geplanten Landestelle an, und der Anker wurde geworfen. Nach einer etwas längeren Zodiacfahrt kamen wir an dem lang gezogenen Sandstrand an, wo wir in zwei Gruppen aufgeteilt wurden. Die erste Hälfte machte sich gleich gemeinsam auf den Weg zu den Walrossen, die träge in der Sonne lagen, während die zweite Gruppe Michelles Geschichten lauschten und die nähere Gegend erkundeten. Ein paar der Walrosse waren auch im strandnahen Wasser unterwegs und planschten fröhlich vor sich hin. Im Sand war der ein oder andere Sandregenpfeifer unterwegs und Dreizehenmöwen und Küstenseeschwalben führten kühne Flugmanöver vor. Nach der Hälfte der Zeit wechselten wir durch. Nun genoss die zweite Gruppe die Walrosse mit all ihren Sinnen, während die andere Gruppe die Gegend erkundete.

Zurück auf dem Schiff erzählte uns Beau noch einige Details über Eisbären in einem Vortrag für unsere englischsprachigen Gäste, während unsere deutschsprachigen Gäste bei André und Katrin ihre Schiffsrechnung beglichen.
Gerade als Beau seinen Vortrag beendete, kam auch schon wieder eine Durchsage, denn es wurde ein Blauwal nahe dem Schiff gesichtet. So hielten wir inne und beobachteten ihn, wie er gemütlich seine Runden zog und genüsslich fraß.
Zur Erholung von der schweren Arbeit gab es dann erstmal wieder ein leckeres Mittagessen, bevor es Beaus Vortrag nochmals auf deutsch gab, während nun unsere englischsprachigen Gäste ihre Schiffsrechnung beglichen.

Am späteren Nachmittag ging es dann raus auf unseren letzten Landgang dieser Reise. Das Ziel waren die saftigen Ebenen bei Alkhornet. Nach einer kurzen Kletterei hinauf auf die Ebene erwarteten uns saftige Wiesen mit torfigen Böden, vor einer atemberaubenden Felsenkulisse, in der Dreizehenmöwen nisteten und zu uns herunter riefen. Neben Eiskeilen und Eispolygonen auf Grund des Permafrostes konnten wir auch zahlreiche Blumenarten und ein paar Schmarotzerraubmöwen bestaunen. Auch die Rentiere durften natürlich nicht fehlen und so verbrachten wir einige Zeit, diese wuscheligen Geschöpfe zu beobachten. Es war sogar möglich, etwas auf “Tuchfühlung” mit diesen Huftieren zu gehen. Nach etwa zwei Stunden hieß es dann endgültig Abschied zu nehmen und mit zahlreichen Erfahrungen und Eindrücken reicher zur Plancius zurück zu kehren.

Dort hatten wir etwas Zeit uns frisch zu machen, bevor wir uns alle in der Lounge trafen, um die Reise Revue passieren zu lassen und den Worten unseres Kapitäns zu lauschen. Das anschließende Abendessen ließen wir uns noch ein letztes Mal so richtig schmecken und gingen dann auch schon bald zu Bett, denn für den ein oder anderen geht es dann schon sehr bald nachts los zum Flughafen, während wir anderen uns auf eine weitere erholsame Nacht freuen.

Zurück in Longyearbyen
  • Datum: 07.07.2016
  • Position: 78°13.7’N / 015°36.1’E

Nach einer kurzen oder gar nicht existenten Nacht – für diejenigen, die beschlossen hatten, gleich wachzubleiben – began der Tag schon sehr früh. Kurz vor (!) Mitternacht ertönte zum letzten Mal der Weckruf, diesmal besonders sanft – wir werden die Ansagen von Christian vermissen! Nach einem kleinen Snack, der das Plancius-Team trotz der arg frühen Stunde bereitgestellt hatte, war es Zeit, Abschied zu nehmen – von Spitzbergen, von der Plancius, vom Team, von neu gefundenen Freunden … Der für uns bereitgestellte Bus holt uns an der Pier ab, und das kleine blaue Expeditionsschiff, das uns in den vergangenen Tagen ans Herz gewachsen war, bleibt zurück.

Wir werden diese Reise und ihre vielen wunderbaren Momente, die herrlichen Erlebnisse und einzigartigen Eindrücke, die uns die Arktis geschenkt hat, noch lange in Erinnerung behalten und immer wieder davon zehren, wenn wir zu Hause in Gedanken wieder nach Spitzbergen zurückkehren. Vielleicht ja auch in Wirklichkeit? Oder doch lieber erst nach Ostgrönland oder in die Antarktis?

Vielen Dank für eine solch schöne Reise, mit Eurer Gesellschaft, Eurer guten Laune und Eurem Enthusiasmus. Wir würden uns freuen, Euch zukünftig wieder an Bord begrüßen zu dürfen – wo auch immer das sein mag!

Auf unserer Reise zurückgelegte Strecke:
898 Seemeilen
1663 Kilometer

Nördlichste erreichte Position: 80° 53.7’ N / 014° 32.0’ E

Im Namen von Oceanwide Expeditions, Kapitän Evgeny Levakov, Expeditionsleiter Christian Engelke, Hotelmanager André van der Haak sowie des gesamten Teams: Es war uns ein Vergnügen, mit Euch unterwegs gewesen zu sein! Kommt gut nach Hause und genießt noch lange die Bilder aus der Arktis und die Erinnerungen an eine ganz besondere Reise nach Spitzbergen.

Schiff-Info

Cabin

MS Plancius

Das eisverstärkte Schiff Plancius ist ein ideales Schiff für polare Expeditionsfahrten in die Arktis und Antarktis.

Alle Schiff-Informationen

Details

Tripcode:PLA08-16

Daten:30 Jun – 7 Jul, 2016

Dauer:7 Nächte

Schiff:MS Plancius

Einschiffung:Longyearbyen

Ausschiffung:Longyearbyen

Trip-Log als PDF-Datei

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