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Logbuch

Auslaufen in Akureyri
  • Datum: 14.09.2016
  • Position: 65° 41.1’ N / 018° 04.7’ W
  • Wind: W 4
  • Lufttemperatur: +14°C

Ab 16.00 Uhr stand die Ortelius, unser schwimmendes Zuhause für die nächste Woche, für uns am Pier von Akurery bereit. Die meisten von uns kamen in zwei Bussen und dem Gepäck dort an.

Es war ein schöner, sonniger Tag auf Island, ein Hauch von Herbst lag bereits in der Luft. Sobald wir unser Gepäck entgegen genommen hatten, betraten wir über die Gangway das Schiff. Es folgte der Eincheck an der Reception und gleich darauf wurden wir zu unseren Kabinen geführt. So konnten wir erst einmal in Ruhe unsere Sachen auspacken und uns mit der Ortelius vertraut machen. Einer der wichtigsten Orte ist die Bar auf Deck 6, ein begehrter Sammel- und Treffpunkt für viele Anlässe.

Unser Aufenthalt an Bord began mit einem herzlichen Willkommengruss in der Bar von unserem Hotelmanager Michael. Anschliessend klärte er uns über alles auf, was wir über das Leben an Bord wissen müssen, also beispielsweise die Verhaltensregeln an Bord, das Toilettensystem, die Internetverbindung und vieles mehr.

Nach der Sicherheitseinwesung durch den Ersten Offizier Sam zum Verständnis der Notfallprozeduren haben wir das eben gelernte gleich in die Praxis umgesetzt, indem wir an einem Safty Drill teilgenommen haben. Dazu versammeln wir uns auf das engtsprechende Signal hin an der Muster-Station, im Falle der Ortelius ist das die Bar auf Deck 6. Es ist immer gut, so eine Übung bereits gemacht zu haben, hoffentlich wird nie eine Ernstfall daraus!

Schliesslich haben wir uns am Abend noch einmal in der Bar versammelt, wo uns unser Expeditionsleiter David den Kapitän Mika Appel und das Expeditionsteam vorgestellt hat. Alle gemeinsam haben wir schliesslich unser Glas auf eine grossartige Expeditionsfahrt erhoben!

Nach einem wundervollen Abendessen fuhren wir in die Dänemarkstrasse ein und begaben uns auf den Weg nach Grönland.

Auf See in der Dänemarkstrasse
  • Datum: 15.09.2016
  • Position: 68° 13.9’ N / 020° 08.0’ W
  • Wind: kein Wind
  • Lufttemperatur: +10°C

Unsere Überfahrt war sehr gemütlich, ruhiges Wetter mit einigen kleinen Wölkchen. Die Dänemarkstrasse ist berüchtigt für rauhe See, wir blieben allerdings davon verschont. Der Morgen war gut ausgefüllt mit mehreren Treffen in der Bar oder im Vortragsraum. Die Pflichtveranstaltungen beinhalteten zum Beispiel das Verhalten im Eisbärenland oder wie ich richtig und sicher ins Schlauchboot oder wieder herauskomme. Zudem blieb genügend Zeit, das Schiff zu erkunden und sich zurechtzufinden. Der Vormittag lief ziemlich entspannt ab, wir hatten auch ausreichend Zeit, die Sonne auf den Aussendecks zu geniessen.

Am Nachmittag wurde es dann allerding sehr spannend und aufregend. Es war wunderbares Wetter mit klarer Sicht und ruhiger See, beste Bedingungen also, um Wale zu sichten, was uns dann tatsächlich auch gelang! Zunächst sichteten wir lediglich die Blase der Tiere am Horizont.

Da war es noch schwierig, die Walart zu bestimmen. Die ersten Schätzungen gingen sowohl in Richtung Finn- als auch in Richtung Buckelwal. Als wir uns schliesslich weiter den Tieren näherten wurde schnell klar, des es sich tatsächlich um beide Arten handelte.

In den nachfolgenden zwei Stunden war es uns vergönnt, die Wale aus zum Teil nächster Nähe zu beobachten und zu geniessen. Die Buckel- und die Finnwale kamen bis auf wenige Meter an den Bug der Ortelius heran und fühlten sich offenbar nicht gestört durch unsere Anwesendheit. Die Finnwale sind von nahem betrachtet unverwechselbar mit ihrem vergleichsweise schlanken und langen Körper und der kleinen, weit hinten sitzenden Finne (Rückenflosse). Sie produzieren einen gewaltigen Blas in Form einer Fontäne. Die kleineren Buckelwale hingegen haben nicht nur eine anders geformte Finne, ihr Blas ist auch weniger hoch und dafür breiter, wirkt also insgesamt etwas buschiger. Ihr Körper ist weniger schlank, sondern etwas bulliger und gekrümmter, das charakteristischste Merkmal sind aber ihre riesigen Brustflossen. Somit sind Buckelwale aus der Nähe mit keiner anderen Walart zu verwechseln.

Die Finn- und die Buckelwale halten sich beide zur Nahrungssuche in der Dänemarkstrasse auf. Um diese Jahreszeit gibt es noch genügend Zooplankton im Wasser, dem die Wale sowohl mit kurzen, flachen als auch mit ausgedehnten und 200 m und mehr tiefen Tauchgängen nachstellen. Was immer sie auch fressen, die Wale bescherten uns unvergessliche Momente!

Und als wir unsere Fahrt nach Grönland fortsetzten haben wir noch lange die Blase der Wale am Horizont gesehen.

Wähernd unserer Weiterfahrt durch die Dänemarkstrasse hatten wir noch das Vergnügen, einen Vortrag von Mick Brown über Grönland präsentiert zu bekommen, der uns einen guten Einblick in Land und Leute verschafft hat. Am Nachmittag wurden uns dann auch noch die Gummistiefel ausgehändigt, die wir später noch sehr zu schätzen gelernt hatten. Am Abend schliesslich hatten wir unsere erstes Recap, das immer einen Tagesrückblich sowie eine Vorausschau auf die Aktivitäten des nächsten Tages enthält. Darin haben wir mehr über Finn- und Buckelwale erfahren sowie Tipps zum richtigen Fotografieren von Polarlichtern für den Fall mit auf den Weg bekommen, dass wir in der glücklichen Lage sein werden, dies tatsächlich mitzurleben. Auf dem Weg zum Abendessen war es schwer zu glauben, dass wir erste einen Tag unterwegs waren, weil wir doch schon so viel erlebt haben!

Viking bukta & Danemark Insel
  • Datum: 16.09.2016
  • Position: 70° 22.1’ N / 025° 09.1’ W
  • Wind: Nord 4
  • Lufttemperatur: +7°C

Übernacht brachte der Kapitän die Ortelius tiefer in den Scorsby Sund und als wir aufwachten fanden wir uns in der Vikingebugt auf der Nordseite des Fjiords wider. Nach dem Frühstück war die erste Gruppe fertig für unsere erste Schlauchboot-Tour. Bei schönem Wetter fuhren wir entlang der eindrucksvollen Basaltformationen, die von kleinen Büschen in leutenden Herbstfarben umgeben waren. Anschliessend fuhren wir noch zu den haushohen Eisbergen, die sich in der gleichen Bucht befanden.

Währenddessen machten die Taucher ihre ersten Erfahrungen mit dem Tauchen in Grönländischen Gewässern. Nach eineinhalb Stunden war es an der Zeit, zur Ortelius zurückzukehren, wo bereits die zweite Gruppe sehnsüchtig den Beginn ihrer Schlauchboottour erwartete.

Weitere eineinhalb Stunden später waren alle wieder an Bord, glücklich über die ersten grönländischen Impressionen.

Während des Mittagessens fuhren wir tiefer in den Scorsby Sund ein in Richtung unseres Zielortes, der Danemark Insel. Hier setzen wir zum ersten Mal unseren Fuss auf Grönländischen Boden und splitten uns sogleich in verschiedene Gruppen auf.

Eine Gruppe startete sofort, um sich am meisten die Beine zu vertreten und die längste Strecke zurückzulegen. Die mittlere Gruppe versuchte zunächst erfolglos, Überreste früher Besiedklungen zu finden, bevor sie sich in zwei Gruppen aufspaltete. Die letzte Gruppe blieb in Strandnähe, um von dort aus die Umgebung zu geniessen.

Wir alle konnten jedoch ausgiebig die spektakuläre grönländische Landschaft mit ihren hohen Bergen und den riesigen Eisbergen rund um ‚unsere‘ Insel geniessen. Die reiche Tundravegetation war geprägt beispielsweise von Zwergbirke und einigen Weidenarten, die sich zum grossen Teil noch herbstlich gefärbt zeigten.

Nach eineinhalb Stunden fuhren wir zurück zum Schiff, wo uns David und Mathias über die Pläne für den nächsten Tag aufklärten. Schliesslich fanden wir uns im Essensraum wider, wo die Köche uns ein prächtiges Mahl servierten.

Und wenn Jemand dachte, das wäre es für den Abend gewesen, dann hat er sich getäuscht… Bereits am Abend, es war noch nicht einmal völlig dunkel, verfärbten bereits einige Streifen von Aurora Borealis den Nachthimmel grün, aber die richtige Show ging dann ab etwa 1 Uhr in der Nacht los als die meisten von uns bereits im Bett waren.

Glücklicherweise hat der wachhabende Offizier auf der Brücke David aufgeweckt, der uns umgehend davon in Kenntnis setzte. So konnte Jeder dieses einmalige Naturschauspiel verfolgen. Obwohl es nicht sehr lang angehalten hat, so hat es uns doch einen guten Eindruck von der Schönheit des Polarlichtes gegeben.

Red Island und Harefjord
  • Datum: 17.09.2016
  • Position: 70° 28.4’ N / 028° 05.3’ W
  • Wind: kein Wind
  • Lufttemperatur: +5°C

Der Weckruf um 07.00 Uhr früh war für diejenigen unter uns etwas zu früh, die sich das wunderbare Polarlicht um 01.00 in der Nacht nicht haben entgehen lassen. Aber der wunderschöne Sonnenaufgang, die spektakuläre Landschaft und die klare, frostige Luft genügte, um uns raus an Deck zu locken.

Gegen 08.15 Uhr war die Gangway bereits montiert und das Shutteln der Gäste zur Red Island mit unseren Schlauchbooten konnte beginnen. Kurz danach ging für die andere Gruppe die Schlauchboottour los. An Land hatten wir die übliche Wahl zwischen der kurzen, der mittleren und der langen Wanderung, wobei jede ihre Reize hinsichtlich interessanter Dingen und Farben hatte. Eine Familie Kolkraben lieferten eine akrobatische Flugshow über unseren Köpfen, untermalt von melodischen Rufen. In Grönland, wo der Rabe Nationalvogel ist, kann dies als Willkommensgruss gedeutet werden.

Sehr eindrücklich sind die polare Flora und roten alten Sandsteinformationen mit ihren plattenförmigen Lavaeinschlüssen, nach denen Red Island auch einst benannt wurde.

Die Gruppe, die mit den Schlauchbooten unterwegs war, hatte Gelegenheit, die faszinierdenden Eisbergriesen zu bestaunen, die in der Bucht gestrandet sind und dort sehr langsam aber sicher abschmelzen. Dabei schmelzen sie nicht nur einfach und werden dabei kleiner, dieser Prozess ist vielmehr mit mehrmaligen drehen, kippen und auseinanderbrechen verbunden. Auch die Taucher haben ihre Tauchausflüge mit einer Schlauchboottour verbunden, um daran teilhaben zu können.

Über Mittag hat sich das Schiff weiter Richtung Inland bewegt bis in den Harefjord hinein, wo wir ankerten und erneut auf Wanderschaft gingen. Dort erwartete uns farbenprächtige Tundra, Berge, Schluchten und wunderschöne Gletscherlandschaften, für die Grönland so berühmt ist.

Herbstfarben, massive Felsbrocken, reiche Tundravegetation und schliesslich doch noch Moschusochsen aus der Ferne waren unter den vielen Attraktionen, die uns hier geboten wurden. Die schieren Dimensionen waren überwältigend und das, kombiniert mit der unglaublichen Stille und dem Gefühl von gewaltiger Weite, bleibt für immer in unserer Erinnerung haften!

Zurück an Bord gab es statt dem üblichen Dinner auf Deck 4 einen Grillabend draussen auf dem Helikopterdeck. Umgeben von Eisbergen und gewaltigen Bergen genossen wir Gemüse und Fleisch vom Grill. Das Ganze hatte etwas surreales, wie in einem Film zu sein, was für eine tolle Show das war!

Juttehavn and Sydkap
  • Datum: 18.09.2016
  • Position: 71º 05.3’ N / 025º 39.4’ E
  • Wind: kein Wind
  • Lufttemperatur: +7°C

Der Wahnsinn… das war der meist gebrauchte Ausdruck von den Passagieren draussen an Deck, um die morgendliche Szenerie zu beschreiben als sie vor dem Frühstück an Deck kamen. Die Sonne schob sich langsam über eine höchst dramatische Bergkette und tauchte die gegenüberliegenden, gezackten und weit ausladenden Bergspitzen in ein loderndes Orange. In dieser Szenerie, die uns eher wie Fantasie als Realität erschien, wirkte die Ortelius geradezu zwergenhaft.

Noch während des Frühstücks nähert sich die Ortelius dem Anlandeplatz an Jyttehaven, einem kleinen Inselarchipel.
Nach der Landung wurden die Passagiere in drei Gruppen aufgeteilt, um die Gegend zu erkunden. Die langen und die mittleren Wanderer begaben sich auf höhergelegende Bereiche, um von dort aus die fabelhafte Landschaft zu geniessen und Fotos zu machen.

Nach dem Mittagessen verliess die Ortelius die Gegend und wir fuhren durch spektakuläre Landschaft aus Eisbergen und riesigen Klippen.

Am Nachmittag landeten wir in Sydkap an, wo sich auch eine Trapperhütte befindet. Mathias und Bill führten die langen Wanderer auf den Berg, der sich über die Bucht erhebt.
Der Blick vom Berg war spektakulär! Das eigentliche Highlight jedoch war ein Schneehase, der – kaum von uns entdeckt – scheinbar arglos geschlagene 20 min lang vor uns posierte, was das Herz aller entzückter Fotografen schneller hat schlagen lassen!

Das abendliche Recap enthielt eine Präsentation von Henrick über den unglaublich langlebigen Grönlandhai und einen Beitrag von Mick zum famos rufenden Eistaucher. Schliesslich sprach Bill noch unter dem Motto „Sehen, Begreifen, Denken“ von der (Be)deutung von Bildern anhand des Gemäldes von Breugel „Der Fall des Ikarus“. Das hat vielen von uns die Augen für eine unerwartete Perspektive geöffnet!

Während des Abendessens griffen die Passagiere plötlich zu ihren Kameras und entschwanden auf die Steuerbordseite des Schiffes an Deck, um den perfekt leuchtenden Mond zu fotografieren, der auf einem mit Eisbergen bedeckten Horizont zu schweben schien.

Am Abend gab unser Expeditionsleiter David einen äusserst unterhaltsamen und informativen Vortrag über seine 27tägige Querung der grönländischen Eiskappe per Ski.
Der Höhepunkt war dabei sein Bericht über die ungewöhnliche Verwendung eine seiner Socken!

Wie ist das noch zu toppen? Tja, genau dies geschah nach Mitternacht, als in den Kabinen über die Lautsprecher erneut Polarlichter angesagt wurden. An Deck waren sie dann erneut in meist grüner Farbenpracht zu bestaunen. Toll!

Was für ein toller Tag!

Ittoqqortoormiit & Scoresby sound
  • Datum: 19.09.2016
  • Position: 70º 28.6’ N / 021º 59,2’ W
  • Wind: NE 4
  • Lufttemperatur: +6°C

Während der Nacht voller schöner Nordlichter kamen wir mit der Ortelius nahe Ittoqqortoormiit an.

Ittoqqortoormiit ist eine kleine Siedlung mit ungefähr 400 Einwohnern. Sie besteht aus einer Ansammlung bunter Holzhäuser, die sich an einen felsigen Hang schmiegen, der Richtung Süden ausgerichtet ist und von dem man aus die Mündung des Scorsby Sunds überblicken kann. Als wir aus unseren Schlauchbooten an Land kamen, erwartete uns eine freundlicher Polizist, der uns einen Stempel in unsere Pässe machte.

Wir verbrachten einen schönen Morgen in der Siedlung, indem wir das Museum, die Kirche, den Souveniershop und die Wetterstation besichtigten oder einfach etwas im Ort umherschlenderten.

Einige Höhepunkte waren die grönländischen Schlittenhunde und das Zusammentreffen mit Leuten, die dort einfach auf dem Weg zu ihrer Arbeit waren. Dieses Dorf liegt wirklich am Ende der Welt und wir waren alle von der Willensstärke der Einheimischen beeindruckt. All zu früh war es schon wieder Zeit zu gehen. Aber die Pläne für den weiteren Tag waren ebenso viel versprechend: eine Anlandung im Hurry Inlet.

Nach Lichten des Ankers fuhren wir zunächst Richtung Westen, also wieder zurük, tiefer in den Scorsby Sound hinein. Währenddessen nahm die Windstärke deutlich zu und es wurde aus Richtung Norden kommend leicht stürmisch. Wegen der starken Nordwinde war eine Anlandung im Hurry Inlet unmöglich geworden. Da kam im Expeditionsteam die Idee auf, in einer weiteren Bucht, die anders ausgerichtet ist, anzulanden. Doch nach einem kurzen Besuch mit einem Schlauchboot am Strand war schnell klar: auch das geht nicht, weil es viel zu gefährlich wäre.

Daher verbrachten wir den Nachmittag im äusseren Bereich des Scorsby Sunds, wor wir von riesiegen Eisbergen umgeben waren. Wir fuhren von dort weiter in Richting der Südseite des Sunds, wo die Berge besonders spektakulär und immer wieder von Gletschern durchbrochen sind.

Am frühen Abend fuhren wir endgültig aus dem Scorsby Sund in die offene See in die Dänemarkstrasse Richtung Island. Die Ortelius kam bei frischem Nordwind deutlich in Bewegung, was den meisten von uns eine lange Nacht voller Träume von Abenteuern in Grönland bescherte.

At sea in Denmark Strait
  • Datum: 20.09.2016
  • Position: 67°52.8’ N / 021°49.2’ W
  • Wind: NW 9
  • Lufttemperatur: +2°C

Den letzten Seetag unserer Reise verbrachten wir in der Dänemarkstrasse auf dem Rückweg nach Island. Das Wetter erwies sich als weniger gemütlich als vor sechs Tagen auf dem Weg nach Grönland. Der Wind aus Norden frischte kräftig auf und brachte so ordentlich Bewegung in unsere Rückreise nach Island.

Am Vormittag mussten wir dann unsere Gummistiefel zurückgebe, sie sich wirklich als sehr nützlich für uns erwiesen haben.

Den Eissturmvögeln, die die Ortelius hier stets begleiten, schien das zu gefallen. Mühelos und nahezu ohne einen Flügelschlag segelten sie im Wind auf und ab, vor, hinter und neben dem Schiff. Einige von Ihnen scheinen die Ortelius dabei mehrfach zu umrunden. Diese ansehnlichen Vögel sind wie alle Sturmvögel perfekt an die Bedingungen auf hoher See angepasst. Sie trotzen nicht nur mühelos jedem Sturm, sie nutzen ihn sogar, um unter geringem Energieaufwand grosse Strecken zurükzulegen. Als echte Hochseevögel verbringen sie fast ihr ganzes Leben hier draussen, und das kann bis zu 60 Jahre andauern! Nur zum Brüten kommen sie an Land, wo sie in geschützten Höhlen in Steilwänden ihr jeweils einziges Junges pro Jahr aufziehen.

Am späten Vormittag hielt Mick einen interessanten Vortrag über das Thema marine Navigation. Nach dem Mittagessen hatten wir etwas Zeit zum Entspannen oder Zeit an Deck zu verbringen, wo sich excellent Eissturmvögel beobachten lassen, wie sie mit dem Wind spielen. Was für tolle Vögel!

Am Nachmittag hielt Chris einen Vortrag ueber den beruehmten Polarentdecker Friedjof Nanssen aus Norwegen. Es war eine excellenter Vortrag ueber Nanssens spannendes Leben.

Am Abend hatten wir dann unser letztes Recap, wo wir über die Anlandeprozeduren des folgenden Tages informiert wurden. Danach präsentierte uns Arien auf sehr unterhaltsame Weise eine Diashow bestehend aus den Highlights unserer Reise. Wir hatten viel Freude daran!

Um 19.30 Uhr wurden wir leider zu letzten Mal von unserem Hotelmanager Michael zu einem köstlichen Mahl geladen.

Ankunft in Akurery
  • Datum: 21.09.2016
  • Position: 65° 41.1’ N / 018° 04.7’ W
  • Wind: NE 2
  • Lufttemperatur: +10°C

Nun ist es an der Zeit, Lebe wohl zu sagen, zu unserem schwimmenden Heimat, der Ortelius, und zu unseren lieben neuen Freunden! Zum letzten Mal verlassen wir die Ortelius über die Gangway (für DIESE Fahrt!) um 08:45 Uhr und besteigen den Bus nach Reykjavik.
Alles Gute und auf Wiedersehen!

Gesamtdistanz auf dieser Reise: 1018 nautische Meilen / 1885 Kilometer

Im Namen von Oceanwide Expeditions, Kapitän Mika Appel, Expeditionsleiter David Berg und der gesamten Besatzung: Es war eine Freude, mit Euch zu reisen! Wir wünschen Euch eine sichere und angenehme Fortsetzung Eurer Reise und hoffen, Euch bald wieder auf der Ortelius begrüßen zu können.

Schiff-Info

Cabin

MS Ortelius

Die eisverstärkte Ortelius ist ein exzellentes Schiff für polare Expeditionsfahrten in die Arktis und Antarktis.

Alle Schiff-Informationen

Details

Tripcode:OTL16-16

Daten:14 Sep – 21 Sep, 2016

Dauer:7 Nächte

Schiff:MS Ortelius

Einschiffung:Akureyri

Ausschiffung:Akureyri

Trip-Log als PDF-Datei

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