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Logbuch

Einschiffung in Longyearbyen
  • Datum: 17.07.2016
  • Position: 78°14.6’ N / 015°32.7’ E
  • Wind: SO (Stärke 5)
  • Lufttemperatur: +12.8°C

Das Abenteuer Arktis begann für die meisten bereits mit der erschwerten Anreise. Drei Tage anhaltender Nebel und Wind machten die Landung in Longyearbyen unmöglich, weshalb mehrere Flugzeuge in Tromsø stecken blieben und eines sogar, nach dem es den Landeanflug auf Longyearbyen abgebrochen hatte, nach Düsseldorf zurückkehren musste, da der Flughafen in Tromsø ausgelastet war.

Kurz nach Mitternacht landete die letzte Maschine auf Spitzbergen und die Erleichterung breitete sich nicht nur bei den betroffenen Passagieren sondern auch beim gesamten Expeditionsteam spürbar aus. Am Schiff angekommen, hieß es nur noch „schnell in die Bar“, damit die Crew die Sicherheitseinweisung durchführen konnte. Nach erfolgreicher Anprobe der Sicherheitswesten und samt Demonstration der Rettungsboote, stach die Ortelius zur langersehnten Spitzbergenumrundung in See.

Nächster Halt: Ny Ålesund!

Kongsfjorden und Ny Ålesund
  • Datum: 18.07.2016
  • Position: 78°58.3’ N / 011°43.8’ E
  • Wind: SO (Stärke 5)
  • Lufttemperatur: +12°C

In Spitzbergen gibt es weder Wetter- noch andere Frösche, aber wenn es sie gäbe, hätten sie heute morgen oben auf der Leiter gesessen. Der Nebel der letzten Tage hatte sich endlich verzogen und im Glanz einiger Sonnen-strahlen brannten wir darauf, die Arktis jetzt von einer freundlicheren Seite kennenzulernen. Doch um die Ortelius für unsere Erkundungen per Zodiac oder an Land verlassen zu dürfen, mussten wir an mehreren obligatorischen Einweisungen teilnehmen. Die interessanteste davon war bei weitem die über das richtige Verhalten gegenüber Eisbären, ob auf dem Wasser oder an Land. Gewappnet mit neuem Wissen und immer unter den wachsamen Blicken der Guides (Reiseführer) stand unser ersten Begegnung mit dem König der Arktis nun nichts mehr im Wege.

Nachdem wir die Hügel des Kong Karls Forlands umrundet hatten, fuhren wir in den von spitzen Bergen umsäumten Kongsfjord ein und verbrachten die Mittagszeit nahe des herrlichen Kongsbreen (Breen = Gletscher). Es nieselte nun etwas, aber der Regen hörte auf, sobald wir uns für unsere erste Landung in dem Dorf Ny Ålesund, das ganz im Zeichen der internationalen Wissenschaft steht, bereitmachten. Den Ort konnten wir auf eigene Faust erkunden, während z. B. Nonnengänse und Eiderenten mit ihren Küken niedliche Fotomotive bildeten. Auch die Sternentaucher hatten Nachwuchs. Wer wollte, konnte mit den Guides Frigga und Josef zum historischen Luftschiffmast schlendern. Die Erzählung über verschiedene Flugversuche zum Nordpol wurde aber für einen hübschen Regenbogen und einige Seehunde auf einer nahen Sandbank unterbrochen.

Am Abend toastete Kapitän Barría uns zu. Er und das Expeditionsteam, das sich uns daraufhin vorstellte, hoffen wie wir alle auf eine erlebnisreiche Umrundung von Spitzbergen, der größten Insel des Archipels Svalbard.

Liefdefjord und Woodfjord
  • Datum: 19.07.2016
  • Position: 79°41.2’ N / 013°23.4’ E
  • Wind: NNO (Stärke 4)
  • Lufttemperatur: +10°C

Tiefhängende Wolken verschleierten die Berge um die Einfahrt in den Liefdefjorden, aber schon vor dem Frühstück wurde der erste Eisbär an Land gesichtet. Wohl klein war er, der „Fernglasbär“, aber deutlich erkennbar.
Die Zodiacausfahrt bei Andøyane, den Enteninseln, begann bei etwas unruhiger See schön mit einigen Gryllteisten, Dickschnabel-lummen und Krabbentauchern. Alle Zodiacs umfuhren die Inseln in verschiedenen Richtungen. Bald fand Ben eine Eisbärin mit einem Jährling, welche uns vom Inselinneren zügig entgegen kamen. Die beiden lieβen sich von den vielen Zodiacs kaum irritieren und zogen, „an Unterhaltung interessiert“, am Ufer entlang. Immer wieder ergaben sich fantastische Fotospots und alle Gruppen hatten im Laufe des Morgens nahe, interaktive Aussichten auf die beiden Bären. Diese zeigten sich zur Freude von allen ausgesprochen beweglich, lauffreudig und kooperativ, schwammen und spielten dabei untereinander oder mit am Strand umherliegenden Federn und Plastik. Die schönen Eisstücke im Wasser, die vielen Küstenseeschwalben und die Schmarotzerraubmöwen blieben aufgrund der einzigartigen Bärensichtungen auf dem Rückweg zum Schiff beinahe unbeachtet.

Nach dem Mittagessen wurde die Landung bei Idabukta vorbereitet. Das Wetter trübte mit etwas Nebel ein, behinderte aber die Anlandung kaum. Drei Gruppen nahmen verschiedene Wege. Die gemütliche Gruppe freute sich zumeist an der blumenreichen Tundra, während die mittlere und sportliche Gruppen die Moräne erklommen und über viele Steine schöne Ausblicke auf den oft kalbenden Gletscher suchten. Der Nebel liess dabei nicht so viel zu, genossen haben es aber alle.

Zurück auf dem Schiff brachte uns die Ortelius an das Fjordende vor die spektakuläre Gletscherfront der Monaco- und Seligergletscher. Das wunderbar aufklarende Wetter bei fantastischem Licht mit blaugrauen Eisstücken im Wasser machte den Abend zu einem sehr emotionalen Erlebnis.

Phippsøya und Meereis
  • Datum: 20.07.2016
  • Position: 80°40.3’ N / 020°43.9’ E
  • Wind: O (Stärke 2)
  • Lufttemperatur: +8°C

Auf Phippsøya erwartete uns die Polarwüste – und zum ersten Mal wurde uns bewusst, dass wir in der hohen Arktis unterwegs waren: Auf den ersten Blick war in der Einöde kein Leben erkennbar. Über Stock und Stein und relativ wenig Vegetation wanderten wir ans andere Ende der kargen Insel. Verlassen stand dort eine kleine Trapperhütte – doch unsere Aufmerksamkeit galt etwas ganz anderem: Walrossen! Die Guides erspähten Männchen, Weibchen und Jungtiere. Auf Spitzbergen ist das ein sehr seltener Anblick, denn üblicherweise halten sich die Weibchen mit ihrem Nachwuchs getrennt von den Männchen auf, und zwar weiter östlich im Gebiet um Franz-Josef-Land. Sich einer gemischten Herde zu nähern, ist eine recht heikle Angelegenheit: die Tiere sind in dieser Situation enorm aufmerksam und können schnell in Panik geraten. So beobachteten wir die etwa 40 „Würste“ am Strand aus rund 250 Metern Distanz. Die Walrosse schienen sich ob den vielen Besucherinnen und Besuchern denn auch nicht zu stören, nur ab und zu bemühten sie sich, ihre Köpfe zu heben – und die Stoβzähne zu zeigen. Klickklickklick…

1773 war der britische Marineoffizier Constantine John Phipps – daher Phippsøya – hier unterwegs. Mit seinen zwei Schiffen wollte er eigentlich den Nordpol erobern. Doch auf der Höhe der Siebeninseln war Schluss: das Eis ermöglichte kein Vorankommen mehr. Wir hingegen sahen weit und breit keine Scholle und stachen mit der Ortelius ins offene Meer Richtung Norden...

Die Eisgrenze kam am frühen Abend in Sicht. Zunächst zeigte sich als weisse Linie am Horizont, dann trieben erste Schollen am Schiff vorbei – und bald fanden wir uns in einem dichten Eisteppich wieder. Während des Nachtessens – ein BBQ! auf dem Helideck – sichtete die Brücke einen Eisbären! Langsam näherte er sich unserem Schiff, blickte ein paar Mal in unsere Richtung und roch wohl auch das Grillgut, aber grundsätzlich schien er sich nicht groβ für den seltsamen Koloss zu interessieren, der in sein Königreich eindrang, und trottete nach einigem „Beschnuppern“ davon…

Expeditionstag im Packeis
  • Datum: 21.07.2016
  • Position: 81°42.3’ N / 020°49.0’ E
  • Wind: NW (Stärke 5)
  • Lufttemperatur: +2°C

Nachdem wir bereits am Vortag den 81. Breitengrad überquert haben, bot sich uns am frühen Morgen eine einzigartige Atmosphäre im Eis. Mit ausgeschalteter Maschine drifteten wir mit dem Packeis, um Ausschau nach dem König der Arktis zu halten.
Trotz des immer wieder aufziehenden Nebels, dauerte es nicht lange, bis die erfreuliche Durchsage „Eisbär gesichtet“ über die Lautsprecher ertönte und das gesamte Schiff in regen Wusel versetzte. Schnell wurde klar, es war nicht nur ein Eisbär sondern gleich drei. Ein großes Männchen, welches mit großem Abstand zu den zwei jungen Bären das Eis entlang patrouillierte. Das Verhalten der beiden jungen Bären konnten wir leider nicht eindeutig deuten.
Wir stellten aber fest, dass es ein Männchen mit verletzter Schulter war, welches einem Weibchen mit Abstand hinterherlief. Das Weibchen zeigte aber keine Anzeichen von Stress oder Aggression gegenüber dem Männchen.
Eine Möglichkeit könnte sein, dass die beiden Jungen Bären erst seit kurzem getrennte Wege von Ihrer Mutter gehen und das Männchen seine Schwester nicht verlassen möchte.
Nachdem alle ihre Triplett Fotos gemacht hatten und die Bären im Nebel verschwunden waren, hatten wir viel Zeit für Diskussionen und das Angucken der Fotos.
Nach einigen weiteren Stunden im Eis stach die Ortelius wieder in See Richtung Südwesten und schob sich ihren Weg frei durch das immer dünner werdende Eis in Richtung der Hinlopenstrasse, die wir am nächsten Tag erkunden wollten.
So ging auch der 5. Tag unserer Spitzbergenumrundung mit atemberaubenden Erinnerung zu Ende.

Alkefjellet und Torellneset
  • Datum: 22.07.2016
  • Position: 79°35.2’ N / 018°31.6’ E
  • Wind: N (leicht)
  • Lufttemperatur: +10°C

Natürlich standen wir auch an diesem Morgen voller Erwartungen aus unseren Koyen auf. Wie enttäuschend war es also, Alkefjellet, den Lummenfelsen, in Nebel gehüllt vorzufinden. Oder waren es ‚nur‘ niedrige Wolken? Wie dem auch war, machten wir uns trotzdem für die geplante Zodiacausfahrt fertig: von 60,000 brütenden Dickschnalbellummen auf den steilen Klippen würde man schon die eine oder andere erkennen können. Die erste Überraschung des Tages war daher gelungen, als sich der Nebel plötzlich lichtete und die imposante Geologie und Landschaft enthüllte: in das weisse Kalkgestein hatte sich vor langer Zeit ein dicke Lage von Dolerit, einem dunklen Vulkangestein, geschoben, das wegen seiner Härte jetzt die Klippen bildete. Hier und da ergossen sich blau-graue Gltescher über den steinigen Rand. Und natürlich tausende von Vögeln! Zwischen denen wir auch Gryllteisten, Dreizehenmöwen, Eismöwen, u.a. ausmachten. Eine Bartrobbe im abge-bröckelten Gletschereis war schnell wieder verschwunden, aber zwei Füchse posierten geduldiger für unsere Kameras. Konnte der Tag noch besser werden?

Ja, das konnte er... obwohl die erwartete Landung bei Torellneset, ein Kapp auf der Insel Nordaustlandet, das nach einem schwedischen Glaziologen benannt ist, erstmal ins Wasser fiel, denn ein anderes Schiff hatte an Land einen Eisbären gesichtet, den wir selber nicht sahen. Deswegen stiegen wir wieder in die bewährten Zodiacs und näherten uns ganz langsam einer Walrossherde, die dort am Strand lag. Die Tiere waren zuerst nervös und wir hielten den gebührenden Abstand. Dann erkannten wir auch den eventuellen Grund: zwischen der Herde lag eine grosse Walrosskuh – und daneben ihr ganz kleines Kalb. Mehr als zwei Monate kann es nicht alt gewesen sein. Es war toll zu sehen, dass die ehemals stark bejagten Walrosse hier ihre Strände zurückeroberten. Die Motoren wurden für einen Moment ausgeschaltet und in der Stille überhörten wir die Funkgeräte der Guides: „Kann jemand die Crew des anderen Schiffs warnen, dass ein Eisbär direkt auf sie zukommt?!“ Aber das hatten die Fotografen am Strand bereits selber gemerkt und zogen sich zurück. Daraufhin kam die Bärin ganz nah an den Strand und liess sich ruhig von uns bestaunen. Von den mächtigen Walrossen hielt sie sich fern und ging stattdessen ins Wasser auf dem schwimmenden Weg zu einer entfernten Insel. Was für ein Tag!

Kapp Lee
  • Datum: 23.07.2016
  • Position: 78°05.2’ N / 020°45.0’ E
  • Wind: W (Windstärke 1)
  • Lufttemperatur: +12°C

Vor dem Kapp Waldburg fanden wir mit den Ferngläsern in der küstennahen Tundra einen Eisbären. Die gute Nachricht zeigte bald auch ihre Schattenseiten. Zuerst in Kapp Waldburg und später in Sundneset sahen wir mehr Bären als für unsere Pläne gut war, eine Anlandung am Südende der Barentsøya beim Freemansund wurde dadurch leider unmöglich.

Das Mittagessen wurde vorverlegt und Frigga hielt eine englische Vorlesung zu „420 Jahre menschliche Geschichte auf Spitzbergen“, die Fotos wurden ausgetauscht und wir fuhren zum Kapp Lee (Dolerittneset) weiter. Nach dem Mittagessen erreichten wir Kapp Lee und machten uns für die Anlandung bereit. Bald war auch klar, dass Walrosse vor Ort waren. Wie immer verteilten sich die drei Gruppen schnell an der Anlandestelle. Die „Bergziegen“ mit Michael, Ben und Pernilla stoppten wie alle anderen bei den Überresten der Pomorensiedlung und bei den sich prächtig präsentierenden Rentieren. Die beiden anderen Gruppen wanderten mit Cecilia, David und Josef nach einer kurzen Einführung zu Dolerit durch Frigga ebenso in der schönen Tundra, trafen die Rentiere mehrmals und fanden sich nach dem Besuch bei den Walknochen nacheinander bei den Walrossen ein. Dies ermöglichte allen wunderbare Augenblicke und liess auch genug Raum die Beobachtungen still zu geniessen. Ein Teil der Gäste folgten Cecilia und Josef zu den Überresten der von den Pomoren gejagten Walrosse, welche etwas weiter entfernt am Strand lagen. Wir suchten die Pfade in den in der liegen gelassenen Knochenansammlung und hielten eine Weile inne. Während dem die ersten mit den Zodiac zur Ortelius zurückkehrten genossen alle, zuletzt auch die Langstreckenläufer, die Walrosssichtung.

Hornsund: Burgerbukta und Konglomeratodden
  • Datum: 24.07.2016
  • Position: 77°02.0’ N / 015°57.0’ E
  • Wind: WNW (Stärke 1)
  • Lufttemperatur: +11°C

In der Nacht erreichten wir den südlichsten Punkt unserer Spitzbergen-Umrundung. Von dort aus ging es wieder Richtung Norden – und schliesslich hinein in den Hornsund. Das alpine Bergpanorama unter blauem Himmel liess unser aller Herzen höher schlagen. In der praktisch windstillen Burgerbukta unternahmen wir eine Zodiacausfahrt. Zunächst kurvten wir um ein paar beeindruckende Eisberge, die ein bisschen anmuteten wie über-dimensionierte Kristalle. Mancherorts hatten sich Dreizehenmöwen niedergelassen – ein hübsches Fotomotiv! Auch Sturmvögeln, Dickschnabellummen, Gryllteisten, Krabben-tauchern und Papageientauchern sind wir begegnet. Schliesslich fuhren wir ganz hinein in die Bucht, wo sich die Front des Paierlbreen vor unseren doch vergleichsweise recht winzigen Zodiacs auftürmte. Das Eis zeigte eine erstaunliche Farbenvielfalt. Und immer wieder knackte es im Inneren des Gletschers bedrohlich; auf eine grosse Kalbung warteten wir aber vergeblich.

Nach dem Mittagessen stieβ die Ortelius bis ganz ans Ende des Hornsunds vor. Wir passierten zunächst den berühmten Hornsundtind, den mit 1431m höchsten Berg des Gebiets und erreichten schlieβlich den Brepollen. Von drei Seiten her flossen hier mächtige Gletscher ins Meer. Wir genossen dieses riesige, blau-weiss-grau-braunes Amphitheater und die wunder-bare klare arktische Luft! Auf dem Rückweg passierten wir auf einen überaus markanten Berg: den 487 Meter hohen Bautanen, der wie ein riesiger Finger in den Himmel ragte. Das Expeditionsteam liess sich für uns (und aufgrund des schönen Wetters) auf eine Premiere ein: Zum ersten Mal überhaupt in der Geschichte der Ortelius nahmen wir beim Konglomeratodden, quasi am Fusse des Bautanens, eine Anlandung vor. Die wilde Überfahrt mit dem Zodiac lohnte sich: Nach einem kurzen Aufstieg über eine Moräne konnten wir unsere Blicke über eine unberührte Gletscher- und Bergwelt schweifen lassen. Allzu bald war es Zeit, wieder zum Schiff zurückzukehren. Perfekt getimt erleichterte uns die Natur jedoch den „Heimweg“ – sie lieβ dicke Wolken und etwas Nebel aufziehen, so dass wir eine Stunde später kaum mehr glauben konnten, was wir heute alles gesehen hatten…

Bellsund und Barentsburg (Isfjord)
  • Datum: 25.07.2016
  • Position: 77°43.8’ N / 014°27.7’ E
  • Wind: WNW (Stärke 1)
  • Lufttemperatur: +11°C

Am letzten Tag unserer Reise wurden wir um 7:45h geweckt. Die Wettergötter waren uns nach wie vor gnädig und ließen den Tag mit Sonnenschein beginnen. Nach dem Frühstück erwartete uns eine Landung am Ingeborgfjellet, wo wir Krabbentaucher und Rentiere zu sehen hofften.

Das Ausbooten war heute in vielerlei Hinsicht besonders. Zum einen, weil sich bei den meisten Passagieren eine Routine, was Zodiacfahrten anbelangt, eingestellt hat. Zum anderen, weil wir zum Anlanden durch einen Kanal fahren mussten, in dem die Dünung so hoch war, wie bei keiner anderen Landung auf unserer Spitzbergen-umrundung zuvor. Am Strand ange-kommen, wurden wir direkt von mehreren Rentieren in Empfang genommen. Die Ornithologen machten sich auf dem Weg den Berg hinauf, um einen besseren Blick auf die Krabbentaucherkolonie werfen zu können. Die anderen Gruppen brachen zur anderen Seite der Landzunge auf, wo sie einen exzellenten Blick auf eine große Herde Rentiere mit Kälbern ergattern konnten. Einige junge Bullen kamen sogar auf wenige Meter an uns heran. Nach dem Mittagessen war es nun Zeit für den letzten Landgang unserer Reise. Die Dünung sollte uns dieses mal nicht weniger Abverlangen als beim ersten Landgang des Tages und dennoch kam ganz zum Schluss noch etwas gänzlich Neues.
Angekommen am Midterhuken, posi-tionierten sich die Guides und stecken damit einen sicheren Bereich ab, in dem sich jeder in seinem Tempo und auf eigene Faust bewegen durfte. So hatte jeder noch einmal die Gelegenheit Blumen, Mose und die Gesteine genauer unter die Lupe nehmen zu dürfen. Nach etwa einer Stunde in der strahlenden Sonne, genossen wir noch einmal eine spritzige Zodiac-Fahrt, bevor wir beim Captainscocktail unsere Fahrt revuepassieren ließen.

Gesamtdistanz auf dieser Reise: 1130 nautische Meilen/ 2093 Kilometer

Im Namen von Oceanwide, Kapittän Ernesto Barria, Expeditionsleiter Jim Mayer und der gesamten Besatzung möchten wir Euch sagen, dass es eine Freude war, mit Euch zu reisen. Wir wünschen eine sichere und angenehme Fortsetzung Eurer Reise und hoffen, Euch bald wieder auf der Ortelius begrüßen zu können.

Schiff-Info

Cabin

MS Ortelius

Die eisverstärkte Ortelius ist ein exzellentes Schiff für polare Expeditionsfahrten in die Arktis und Antarktis.

Alle Schiff-Informationen

Details

Tripcode:OTL10-16

Daten:17 Jul – 26 Jul, 2016

Dauer:9 Nächte

Schiff:MS Ortelius

Einschiffung:Longyearbyen

Ausschiffung:Longyearbyen

Trip-Log als PDF-Datei

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